ÖPNV Ulm
: So reagiert das Netz auf die Umbaupläne fürs Ehinger Tor

Das Ehinger Tor soll renoviert werden. Im Netz sorgt das für Aufruhr. Die geplanten Dächer werden viel kritisiert. Aber auch die hohen Kosten sind Thema.
Von
Anna Batscheider
Ulm
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Netzreaktionen auf Ehinger-Tor-Umbau

Facebook-User sind mit den Plänen für den Umbau des Ehinger Tors unzufrieden.

Visualisierung: silands | Gresz + Kaiser Landschaftsarchitekten sowie Mühlich + Partner Architekten, Montage: swp
  • Das Ehinger Tor in Ulm soll renoviert werden; hohe Kosten und kleine Dächer sorgen für Kritik.
  • Nutzer auf Facebook bemängeln mangelnden Wetterschutz und unpraktische Gestaltung.
  • Die Renovierungskosten werden auf rund 10 Millionen Euro geschätzt.
  • Bürgerbeteiligung wird gefordert; Abbruch des aktuellen Dachs beginnt 2026.

Die Zusammenfassung wurde durch künstliche Intelligenz erstellt.

Nicht barrierefrei, zu kurz für die künftigen längeren Straßenbahnen, ein undichtes Dach und die Ausstattung veraltet – das Ehinger Tor hat zahlreiche Mängel. Deshalb soll der wichtige Verkehrsknotenpunkt neu gestaltet werden. Geplant sind unter anderem eine ökologische Aufwertung, mehr Bäume und der Austausch des großen Dachs durch mehrere kleine Dächer an den Haltestellen.

Besonders dieses Thema beschäftigt das Netz und führt zu viel Kritik. „Viel zu wenig überdacht für die Menge Menschen, die da von frühmorgens bis in den Abend hinein auf Bus oder Bahn ohne Wetterschutz warten müssen“ sei das Ehinger Tor nach dem geplanten Neubau, findet eine Userin auf Facebook. Sie erhält Zustimmung von einem Nutzer, der zusätzlich auch Schutz vor Wind fordert.

Zu sehr auf Design fokussiert

Ein weiterer User stimmt zu und schreibt: „Ich war und bin immer dankbar für das große Dach. Ich habe große Sorge, dass da künftig so paar kleine, hübsche Dächlein sein werden und wir alle dann schön im Regen stehen.“ Die Funktionalität sei wichtig für den ÖPNV und käme bei dem geplanten Umbau zu kurz, erklärt er weiter. „Wer trocken bleiben will, muss weiter Auto fahren – und das kann doch heutzutage nicht ernsthaft die Botschaft sein?!“

Weitere Nutzer sind der Meinung, dass bei dem Plan der Fokus zu sehr auf das Aussehen und zu wenig auf die Praxis gelegt wurde. „Bei der Stadt Ulm steht man irgendwie mehr auf Design, siehe unsere ‚Dance Bridge‘ im Fischerviertel“, kommentiert ein User und ein anderer ergänzt: „Form follows function? Wohl eher nicht.“ Eine Nutzerin bringt die Kritik auf den Punkt und schreibt, sie finde den Neubau zwar „schön, aber nicht praktisch“.

„Wir müssen Geld haben“

Auch die Kosten für den Umbau sind ein Kritikpunkt im Netz: Auf rund 10 Millionen Euro schätzen die Stadtwerke diese. Es bestehe zwar die Hoffnung auf hohe Zuschüsse von Bund und Land, doch Baubürgermeister Tim von Winning rechne mit einem niedrigen einstelligen Millionenbetrag für die Stadtkasse. „Wir müssen Geld haben“, schreibt ein Nutzer darauf. Ein anderer kommentiert: „Baustelle folgt Baustelle und langsam fragt man sich, wo Ulm die Kohle herhat“.

Ein weiterer Nutzer hätte sich mehr Bürgerbeteiligung gewünscht und fordert: „Bitte nicht die fast fertigen Pläne vorstellen, sondern frühzeitig die Bürger*innen mitdenken lassen.“ Zumindest über die Größen der Dächer soll noch gesprochen werden. Geplant ist, dass der Abbruch des jetzigen Dachs 2026 beginnt.