Obacht, Wildwechsel!
: Gefahr durch Wildunfälle am größten

Im April und Mai passieren laut Jagdverband die häufigsten Wildunfälle. Die Vierbeiner springen meist zwischen 6 und 8 Uhr morgens ins Scheinwerferlicht.
Von
Valerie Zöllner
Ulm
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Ein Motorradfahrer wurde am Donnerstag bei eine Wildunfall zwischen Radelstetten und Oppingen schwer verletzt (Symbolbild).

Ein Tier kommt selten allein – Autofahrer sollten stets mit weiteren Nachzüglern rechnen.

Patrick Pleul/dpa

Sie sind auf der Suche nach Nahrung, Partnern oder Verstecken und queren dabei unsere Straßen. Ein lebensbedrohlicher Akt. Denn alle 2,5 Minuten kollidiert ein Auto in Deutschland mit einem Reh, einem Wildschwein oder einem Hirsch, schreibt der Naturschutzbund. Besonders im Frühjahr steige das Unfallrisiko merklich an, eine typische Jahreszeit für den Wildwechsel. So heißt das Verhalten von Wildtieren, die größtenteils in der Morgen- und Abenddämmerung die Straßen überqueren.

Wie sollen sich Autofahrer bei Wildwechsel verhalten?

Das Verkehrszeichen „Achtung Wildwechsel“ warnt davor, dass Tiere von einer auf die andere Fahrbahnseite rennen können. Es hat eine dreieckige Form mit einer roten Umrandung. In der Mitte des Schildes ist ein Reh abgebildet. Das Straßenschild wird an Orten aufgestellt, an denen es eine hohe Wilddichte gibt, oder die bereits mehrfach Tatort eines Wildunfalls geworden sind, schreibt die Gewerkschaft der Polizei in ihrer Zeitschrift.

Das Verekhrsschild „Wildwechsel“ macht die Autofahrer auf die Gefahr von Wildtiere auf der Fahrbahn aufmerksam.

Am häufigsten unter die Räder kommen Rehe: Sie machen 49 Prozent aller insgesamt gemeldeten Wildunfälle aus. Im April sind es verstärkt Rehböcke.

Giacinto Carlucci

Tiere kennen keine Verkehrsregeln, so viel ist klar. Um schneller reagieren zu können, sollten Autofahrer in waldreichen und feldgesäumten Straßen das Tempo deutlich reduzieren, auf maximal 50 bis 60 Stundenkilometer. Sollte ein Tier plötzlich auftauchen, sofort auf die Hupe drücken und die Scheinwerfer abblenden - also kein Fernlicht verwenden. Denn wenn Wildtiere von Scheinwerfern geblendet werden, können sich nicht mehr orientieren und geraten in Gefahr, erklärt der Deutsche Tierschutzbund auf seiner Website.

Von einem Ausweich-Manöver rät die Polizeigewerkschaft ausdrücklich ab, da der Gegenverkehr oder die Bäume eine weitaus größere Gefahr für die Autofahrenden darstellen können. Sollte ein Zusammenprall nicht mehr zu vermeiden sein, solle man das Lenkrad gut festhalten und mit maximaler Kraft bremsen. Ein sogenannter kontrollierter Aufprall.