Not und Armut in Ulm
: Es fehlt mehr denn je – Appell zum Start der Aktion 100.000

Zunehmende Inflation, steigende Energiekosten – für viele arme oder einsame Menschen ist die Lage existenziell. SÜDWEST-PRESSE-Chefredakteur Ulrich Becker, der zugleich Schirmherr der „Aktion 100.000 / Ulmer helft“ ist, richtet deshalb einen dringenden Appell an alle, die es sich leisten können: Herzen und Geldbeutel auf!
Von
Ulrich Becker
Ulm/Neu-Ulm
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  • SÜDWEST-PRESSE-Chefredakteur Ulrich Becker

    SÜDWEST-PRESSE-Chefredakteur Ulrich Becker

    Lars Schwerdtfeger
  • Die Armut in Deutschland wächst. Die Region Ulm ist stark. Dennoch ist auch hier Solidarität wichtiger denn je.

    Die Armut in Deutschland wächst. Die Region Ulm ist stark. Dennoch ist auch hier Solidarität wichtiger denn je.

    Frank Molter/dpa
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Als im vergangenen Jahr der Leitartikel auf dieser Seite zum Start der 51. „Aktion 100.000 und Ulmer helft“ erschien, machte ich auf die Notwendigkeit von Spenden aufmerksam „angesichts der Energie- und Lebensmittelpreise, die in die Höhe schießen“. Ein Jahr später haben wir alle etwas erlebt, das wir in Europa für nicht mehr möglich gehalten haben: Es tobt ein Krieg mitten in Europa, im 21. Jahrhundert. Die Inflation hat sich beschleunigt.

Viele Menschen sind in diesem Jahr in existentielle Nöte geraten. Millionen, die zuvor ohnehin so gerade über die Runden kamen, denken jetzt darüber nach, wie sie am Ende des Monats die Rechnungen bezahlen sollen oder ob es noch einmal für einen vollen Einkaufswagen im Supermarkt reicht. Wir erleben und durchleben etwas, das unsere Gesellschaft fast vergessen hatte: Es geht nicht darum, ob wir weiterhin in Urlaub fahren oder uns einen neuen Fernseher kaufen können. Es geht in vielen Fällen um die grundlegenden Dinge des Lebens: Wie kann ich mein Gemüse, meine Milch, mein Fleisch bezahlen, wie kann ich mir noch eine warme Wohnung leisten?

Wir werden alle – so haben es die Minister Christian Lindner und Robert Habeck unmissverständlich gesagt – ärmer. Nur ist diese Armut relativ – vor allem in einer Region wie Ulm und Neu-Ulm, wo fast alle Menschen Arbeit haben und etliche auch über ein gewisses Vermögen verfügen.

Die Region lebt Solidarität

Aber unsere Region ist eben auch eine, in der Solidarität gelebt wird. In der es den Menschen nicht egal ist, wie es dem Nachbarn oder dem Arbeitskollegen geht. Genau hier setzt die Aktion 100.000 an: Sie ist für mich eines der eindrucksvollsten Beispiele, wie aus dem Gedanken der Solidarität ein gelebtes Miteinander wird.

Dieses Mal sind die 100 oder 150 Euro, die wir an bedürftige Familien verteilen, noch wichtiger als in fast allen Aktions-Jahren zuvor. Weil dieser Betrag vielleicht in etlichen Haushalten darüber entscheidet, ob es 2022 überhaupt ein Weihnachtsfest geben kann. Oder ob Kinder am Heiligen Abend ohne Geschenke schlafen gehen müssen.

Deshalb möchte ich die gleiche Bitte wie in jedem Jahr an Sie richten: Öffnen Sie Ihre Herzen und Ihre Geldbeutel. Starten Sie eine Ulmer/Neu-Ulmer Tradition: Nach zwei Rekordjahren ist es Zeit für einen weiteren: Brechen Sie zum dritten Mal den Spendenrekord!