Neubau der UWS in Ulm
: Erinnern an Frauen und Wohnungsnot

Am Neubau der ehemaligen „Drachenburg“ ist eine Gedenktafel enthüllt worden. Der soziale Auftrag spiegelt sich auch im neuen Gebäude.
Von
Chirin Kolb
Ulm
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Enthüllung Gedenktafel Gertrud-Brandt-Haus

Eine Gedenktafel erinnert an Gertrud Brandt und den Frauenarbeitskreis.

Matthias Kessler
  • In Ulm wurde am Gertrud‑Brandt‑Haus eine Gedenktafel für Gertrud Brandt enthüllt.
  • Sie würdigt den Frauenarbeitskreis, der vor 75 Jahren gegen Wohnungsnot wirkte.
  • Der Neubau auf dem „Drachenburg“-Gelände setzt den sozialen Auftrag fort – Richtfest 2024.
  • Entstehen 27 Wohnungen, 40 Prozent gefördert, plus zwei Clusterwohnungen für junge Mütter.
  • UWS investiert 12,9 Millionen Euro. Reden betonten Engagement, Gleichberechtigung und Verantwortung.

Die Zusammenfassung wurde durch künstliche Intelligenz erstellt.

OB Martin Ansbacher hat gemeinsam mit UWS-Geschäftsführer Frank Pinsler und den Vertreterinnen des Arbeitskreises die Gedenktafel am Gertrud‑Brandt‑Haus in der Beyerstraße 14 enthüllt. Die Tafel würdigt das Wirken von Gertrud Brandt und dem Frauenarbeitskreis, der in der unmittelbaren Nachkriegszeit vor 75 Jahren einen entscheidenden Beitrag zur Bewältigung der Wohnungsnot und zur sozialen Stabilisierung in Ulm leistete. Das Gebäude, das heute den Namen Gertrud‑Brandt‑Haus trägt, knüpft an die historische Bedeutung des Nachkriegsbaus an, den der Frauenarbeitskreis an diesem Standort errichtete und der in der Stadt unter dem Namen „Drachenburg“ bekannt war. Der Neubau an gleicher Stelle, dessen Richtfest 2024 gefeiert wurde, setzt diese Tradition fort und verbindet zeitgemäße Architektur mit einem sozialen Auftrag, heißt es in einer Mitteilung der städtischen Wohnungsgesellschaft UWS.

Ansbacher betonte, welche Bedeutung das bürgerschaftliche Engagement des Frauenarbeitskreises in der Nachkriegszeit hatte und wie dieses Engagement auch heute wichtig ist. Stadträtin Sigrid Räkel-Rehner (Grüne) betonte die Bedeutung des Wirkens der Frauen in Zeiten, in denen Gleichberechtigung keineswegs selbstverständlich war, und lobte, wie die Tradition im Neubau durch die UWS fortgesetzt wird. Räkel-Rehner wies darauf hin, dass drei Wohnungen für Frauen reserviert werden, die nach einem Aufenthalt im Frauenhaus wieder ein selbstständiges Leben führen wollen. Somit werde sichergestellt, dass das Haus von mindestens 50 Prozent Frauen bewohnt wird. „Wir hätten gerne mehr gehabt“, sagte die Stadträtin.

Pinsler hob die historische Verantwortung, die mit dem Projekt verbunden ist, hervor. Die Gedenktafel soll an das „segensvolle Wirken des Frauenarbeitskreises um Gertrud Brandt in der Nachkriegszeit“ erinnern und deren Engagement für soziale Belange sichtbar machen. Er bedankte sich ausdrücklich für die intensive Zusammenarbeit mit dem Arbeitskreis, der sich sehr für diese Gedenktafel eingesetzt hatte.

Der Gedanke der Unterstützung und Stärkung von Frauen zieht sich auch inhaltlich in das neue Ge-bäude hinein: Im Gertrud‑Brandt‑Haus entstehen 27 Wohnungen, davon 40 Prozent gefördert. Zwei Clusterwohnungen für gemeinschaftliches Wohnen schaffen in Zusammenarbeit mit dem Oberlinhaus ein Angebot für junge alleinerziehende Mütter. Damit verbindet das Gebäude soziale Tradition mit modernen Wohnkonzepten und schafft zugleich dringend benötigten bezahlbaren Wohnraum für die Ulmer Bevölkerung. Auch künftig soll das Gertrud‑Brandt‑Haus ein Ort sein, der an das Engagement mutiger Frauen erinnert und gleichzeitig Menschen, auch in schwierigen Lebenslagen, stärkt – ganz im Sinne der Namensgeberin und des damaligen Frauenarbeitskreises. Die UWS investiert 12,9 Millionen Euro in das Projekt.