Ein spektakulärer Entwurf an prominenter Stelle, ein toller Bau als Statement für den Standort: Das Vorhaben der Neuen Pressegesellschaft (NPG), in der Olgastraße ein neues Medienhaus zu errichten, hat im Bauausschuss des Ulmer Gemeinderats viel Lob erhalten. Der Auslegungsbeschluss wurde einstimmig getroffen.
Das Medienhaus der NPG, die die SÜDWEST PRESSE herausgibt, soll auf dem bislang vor allem als Firmenparkplatz genutzten Areal zwischen dem heutigen Verlagshaus am Olgaplatz und der Hem-Tankstelle entstehen; zudem werden dort eine Garagenhalle und ein bereits leerstehendes Wohnhaus abgerissen. Das Grundstück gehört der NPG.

Arkade an der Olgastraße

Die Pläne von Allmann Wappner Architekten aus München sehen ein stattliches Rechteck vor, das durch eine auffällige diagonale Erschließung aufgebrochen wird. Peter Rimmele, Leiter der Abteilung Städtebau im Rathaus, erläuterte, dass das Medienhaus fünf Vollgeschosse und ein zurückgesetztes Staffelgeschoss haben soll. Die Höhe orientiert sich etwa an der nördlich angrenzenden Wohnbebauung in der Kepler- und Carl-­Ebner-Straße.
Auffällig ist die Arkade, die an der Olgastraße entstehen soll: Das Erdgeschoss wird von der Grundstücksgrenze um rund zwei Meter zurückversetzt, um eine angemessene Gehwegbreite zu schaffen. Das Gebäude springt ab dem ersten Obergeschoss wieder auf die Grundstücksgrenze, so dass eine Arkade entsteht.

Zukunftsfähig und flexibel

Um die notwendigen Pkw-Stellplätze zu schaffen, sind zwei Tiefgaragenebenen vorgesehen – die Ein- und Ausfahrt wird über die Carl-Ebner-Straße führen, nicht über die viel befahrene Olgastraße. Das Dach wird begrünt und eine PV-Anlage erhalten.
Die NPG errichtet damit einen bedarfsgerechten, zukunftsfähigen, repräsentativen und identitätsstiftenden Neubau. Er schafft die Möglichkeit, verschiedene Dienste und Organisationseinheiten zu zentralisieren. Gleichermaßen soll das Haus die Flexibilität bieten, die dem Wandel in der Medienbranche mit ihren neu entstehenden Arbeitswelten, ihrer starken Vernetzung und intensiven inneren Kommunikation im Arbeitsalltag gerecht wird. Damit will die NPG auch in Zukunft ein wachsendes Unternehmen am Standort Ulm sein.
Aus den Fraktionen gab es im Bauausschuss rundherum Lob. Karl Faßnacht (FWG) sprach von einem „tollen Projekt“, von „spannender Architektur“ und einem „spektakulären Entwurf“, was eine städtebauliche Aufwertung für die Olgastraße bedeute. „Ein Medienhaus muss ja ein moderner Hingucker sein.“
Das „gestalterisch sehr schöne Gebäude“ erhielt ebenso Zuspruch von Julia Drozd (Grüne). Sie wollte sichergehen, dass die Parkplätze genügen. Peter Rimmele sagte, die Zahl der vorgesehenen Stellplätze erfüllten die baurechtlichen Vorgaben mehr als zur Genüge.
Martin Ansbacher (SPD) lobte den „offenen, hellen, modernen Bau“. Das Vorhaben der NPG sei zudem ein Statement, „auch zurecht prominent an dieser Stelle“.
Winfried Walter gab den Plänen „mit breiter Brust“ die Zustimmung der CDU, auch er sagte, es handle sich um ein „tolles Projekt“.

Grünere Fassaden in der Innenstadt

Stadtentwicklung Die Pläne für das Medienhaus der Neuen Pressegesellschaft sehen eine Dachbegrünung vor, was im Bauausschuss gelobt wurde. Dorothee Kühne (SPD) regte an, bei künftigen Projekten in der Innenstadt auch Fassadenbegrünungen anzuregen. Baubürgermeister Tim von Winning stimmte zu: Das Thema werde angesichts des Klimawandels immer wichtiger.