Nach Hundeangriff in Ulm
: Peta fordert umgehend einen Hundeführerschein in BW

Montagabend (7.4.) wurde ein Polizist in Ulm von einem nicht angeleinten Schäferhund angefallen. Durch einen Schuss aus seiner Dienstwaffe konnte er sich retten. Jetzt fordert Peta eine umgehende Umsetzung des geplanten Hundeführerscheins.
Von
Uwe Keuerleber
Ulm
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Hund: ARCHIV - 16.10.2016, Nordrhein-Westfalen, Frille: Ein Schäferhund-Mischling beim Spaziergang mit seinem Frauchen. (zu dpa: «Neue Hundeverordnung gilt ab Juli - keine gefährlichen Rassen mehr») Foto: Boris Roessler/dpa +++ dpa-Bildfunk +++

Tierrechtsorganisation Peta fordert nach einem Hundeangriff auf einen Polizisten, die dringende Umsetzung eines Hundeführerscheins in Baden-Württemberg.

Boris Roessler/dpa
  • Polizist in Ulm von unangeleintem Schäferhund angegriffen, Schuss rettet ihn.
  • Tierschutzorganisation Peta fordert sofortigen Hundeführerschein in Baden-Württemberg.
  • Angriff geschah am Safranberg, Hundebesitzerin betrunken und gewalttätig.
  • 68% der Deutschen unterstützen verpflichtenden Hundeführerschein.
  • Hundeführerschein umfasst Theorie- und Praxiskurs für Halter.

Die Zusammenfassung wurde durch künstliche Intelligenz erstellt.

Der Polizist wurde am Safranberg von einem unangeleinten Schäferhund angegriffen, worauf der sich gezwungen sah, seine Dienstwaffe einzusetzen, um den Angriff abzuwehren, wie die Polizei mitteilte. Ulmer Klinikmitarbeiter hatten am Montagabend die Polizei gerufen, weil eine Frau ihre beiden Hunde unerlaubt im Klinikinnenhof frei herumlaufen ließ. Nach dem Schuss soll die mutmaßlich alkoholisierte Hundebesitzerin auf die Beamten eingeschlagen haben.

Peta fordert umgehend die Umsetzung eines Hundeführerscheins

Aufgrund dieses Vorfalls fordert nun die Tierrechtsorganisation PETA die Landesregierung auf, den geplanten sogenannten Hundeführerschein in Baden-Württemberg umgehend umzusetzen. „Meist liegt das Problem nicht bei den Hunden selbst, sondern bei ihren Halterinnen und Haltern. Viele von ihnen haben Schwierigkeiten, das Verhalten, die Signale und die Körpersprache der Vierbeiner richtig zu interpretieren und zu verstehen. Die eigentliche Ursache von Beißvorfällen ist somit in der Unwissenheit oder mangelnden Verantwortung der Menschen zu suchen, nicht beim Tier“, so Björn Thun, Fachreferent bei PETA. „Unabhängig davon, ob ein Hund einer ‚Rasse‘ angehört oder ein ‚Mix‘ ist – jeder Hund, der falsch gehalten, missverstanden oder schlecht behandelt wird, kann potenziell für Mensch und Tier gefährlich werden.“ Nach einer von Peta in Auftrag gegebenen Umfrage befürworten 68 Prozent der in Deutschland lebenden Erwachseneneinen verpflichtenden Hundeführerschein.

Hundeführerschein

Ein Hundeführerschein sieht vor, dass künftige Halter und Halterinnen bereits vor Aufnahme eines Hundes einen Theoriekurs absolvieren, in dem sie das notwendige Fachwissen über eine tiergerechte Haltung und Aspekte wie Kommunikation und Bedürfnisse von Hunden erwerben. Anschließend folgt für Halter und Hund ein gemeinsames, obligatorisches Praxisseminar in einer Hundeschule. Ein solcher Nachweis kann sicherstellen, dass Menschen, die Hunde halten, fachkundig mit dem Tier umgehen und die Signale des Vierbeiners richtig deuten. Eine funktionierende Kommunikation zwischen Hund und Halter ist unerlässlich, um Beißvorfälle zu verhindern.