Modekette insolvent
: Yeans Halle am Ulmer Münsterplatz von Insolvenz betroffen

Die Modekette Yeans Halle aus Sindelfingen muss Insolvenz anmelden. Das Unternehmen betreibt neben Ulm 17 Filialen in BW und Bayern.
Von
Uwe Keuerleber,
Sven Kaufmann
Ulm
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Die bekannte Modekette Yeans Halle ist insolvent.

Pixabay

Die Modebranche steckt in der Krise. Negative Konsumstimmung aufgrund der hohen Inflation und der politischen Lage sowie der steigende Online–Handel stellt den Modehandel vor eine große Herausforderung. Die führte zu mehr Insolvenzen, wie zuletzt bei Peek & Cloppenburg, Hallhuber und Peter Hahn. Wie nun bekannt wurde, muss sich auch Modehändler Yeans Halle neu aufstellen.

Die Neuaufstellung sei nötig, da die Gruppe insbesondere seit der Corona–Pandemie rückläufige Umsätze verzeichnen würde, heißt es ijn einer Mitteilung des des Rechtsanwaltsbüros Pluta. Die negative Konsumstimmung infolge der hohen Inflation und der politischen Lage sowie die zunehmende Konkurrenz des Online–Handels würden zu einer deutlichen Kaufzurückhaltung der Kunden führen. Zugleich seien die Kosten, etwa für Energie, im gleichen Zeitraum stark gestiegen.

Yeans Halle hat 18 Filialen in BW und Bayern

Die Trender Jeansmode GmbH Co. KG aus Sindelfingen, Muttergesellschaft des Textilhändlers Yeans Halle, sowie zwölf operative Tochtergesellschaften haben ein Verfahren in Eigenverwaltung beim Amtsgericht Stuttgart beantragt, so die Mitteilung von Pluta. Insgesamt betreibt die Gruppe 18 Filialen in Bayern und Baden–Württemberg mit 270 Mitarbeitern.

Die Filialen von Yeans Halle befinden sich unter anderem in:

  • Ulm
  • Amtzell
  • Augsburg
  • Karlsruhe
  • Kempten
  • Leonberg
  • Ludwigsburg
  • Münsingen
  • Sindelfingen
  • Stuttgart
  • Viernheim

Wie geht es mit den Beschäftigten weiter?

Der stationäre Handel steht derzeit stark unter Druck, sagt Sanierungsgeschäftsführer Steffen Beck. Mit der Eigenverwaltung stellt sich die Unternehmensgruppe zukunftsfähig auf. Zusammen mit dem Gesellschafter Horst Mühlberger und dem operativen Geschäftsführer Marcus Pantke wurden bereits erste Gespräche mit wichtigen Geschäftspartnern geführt.

Die rund 270 Mitarbeiter des Unternehmens wurden bereits über die aktuelle Situation informiert. Das Team wird nun die Insolvenzgeldvorfinanzierung einleiten, um die Löhne und Gehälter der Mitarbeiter für die nächsten drei Monate zu sichern. Die Neuaufstellung hat keine Auswirkungen auf den bisherigen Geschäftsbetrieb, alle Filialen seien weiterhin für die Kundschaft geöffnet.

Sämtliche Kosten und Umsätze in allen Yeans–Halle–Filialen werden geprüft

In den kommenden Wochen werden der Kanzlei zufolge im Rahmen eines umfassenden Sanierungskonzeptes sämtliche Kosten– und Umsatzpositionen aller Filialen geprüft und interne Prozesse analysiert. Gesellschafter und Geschäftsführer Horst Mühlberger erklärt dazu in der Mitteilung: „Die Situation ist derzeit nicht leicht. Die Antragstellung erfolgte, um die Möglichkeiten des Sanierungsverfahrens zu nutzen und unsere Gruppe zukunftsfähig aufzustellen. Die Mitarbeiter ziehen mit uns an einem Strang. Das freut mich sehr.“