Livemusik-Auswertung
: So unterschiedlich sind die Geschmäcker in Ulm und Neu-Ulm

Welche Coversongs sind bei Live-Events in Ulm und Neu-Ulm am beliebtesten? Eine Statistik der GEMA zeigt die Eigenheiten der Städte. Das sind die Top 10.
Von
Isabelle Jahn
Ulm
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Open-Air-Konzert auf dem Ulmer Münsterplatz: Hier spielt die Band „Revolverheld“ beim Schwörkonzert.

Bei Livemusik werden laut einer GEMA-Statistik in Ulm vor allem internationale Pop- und Rock-Klassiker gespielt, in Neu-Ulm ist Volksmusik besonders beliebt.

Volkmar Könneke (Archiv)
  • GEMA-Statistik zeigt: In Ulm dominieren internationale Pop- und Rock-Klassiker bei Livemusik.
  • Ulmer Top 1 ist „Don't stop believin'“ von Journey, gefolgt von „Angels“ von Robbie Williams.
  • Neu-Ulm setzt stärker auf Volksmusik, obwohl „Narcotic“ von Liquido Platz 1 belegt.
  • In beiden Städten häufig gespielt: „Take Me Home, Country Roads“, „Ein Kompliment“, „Summer of '69“.
  • „Sweet Caroline“ ist auf Live-Bühnen beiderseits der Donau ein fester Publikumsliebling.

Die Zusammenfassung wurde durch künstliche Intelligenz erstellt.

Ob an Schwörmontag, auf dem Donaufest oder auf anderen Stadtfesten: Livemusik hat im Sommer auch in Ulm und Neu-Ulm wieder Hochsaison. Überall wird mitgesungen, geschunkelt und geschmust. Doch bei den meistgespielten Liedern der vergangenen zwölf Monate unterscheiden sich die beiden Nachbarstädte an der Donau deutlich. Das zeigt eine Statistik der GEMA, die auf dieser Grundlage die Top-Hits größerer Städte auflistet.

„Don't stop believin'“ in Ulm auf Platz 1

In Ulm werden dem Publikum vorwiegend internationale Pop- und Rock-Klassiker aus der Zeit der 1960er bis 2000er kredenzt. Auf Platz 1 steht ein Kultsong, bei dem die Zuhörer generationenübergreifend mit Textsicherheit glänzen: „Don't stop believin'“ von Journey. Der im Jahr 1981 erschienene Rock-Song verdankt seine Bekanntheit auch Serien wie „Die Sopranos“ oder „Scrubs“ und animiert – spätestens beim Refrain – zum Mitsingen aus voller Kehle. Vielleicht ergreift einen, erst recht in von Krisen geplagten Zeiten, auch die hoffnungsstiftende Kernbotschaft: „Höre nicht auf zu glauben, halte an diesem Gefühl fest.“

Platz zwei in der Ulmer Topliste belegt „Angels“ von Robbie Williams – das wohl liebevollste Rausschmeißlied wird gerne zum Abschluss des Abends gespielt. Wer zu dieser seit fast 30 Jahren währenden Pop-Ballade nicht knutscht oder zumindest den ersten Schritt wagt, wird wohl alleine nach Hause gehen.

Die 10 Top-Songs bei Livemusik in Ulm

  • 1. Don't stop believin', Journey
  • 2. Angels, Robbie Williams
  • 3. Take Me Home, Country Roads, John Denver
  • 4. Ein Kompliment, Sportfreunde Stiller
  • 5. Stand By Me, Ben E. King
  • 6. Griechischer Wein, Udo Jürgens
  • 7. Wonderwall, Oasis
  • 8. Sweet Caroline, Neil Diamond
  • 9. Viva La Vida, Coldplay
  • 10. Summer of '69, Bryan Adams
  • Was macht die GEMA?

    Die GEMA (Gesellschaft für musikalische Aufführungs- und Mechanische Vervielfältigungsrechte) verwaltet Urheberrechte an Musikwerken. Sie lizenziert die Nutzung von Musik durch Radio- und Fernsehsender, Streaming-Dienste, Clubs, Restaurants und andere öffentliche Orte – auch bei Veranstaltungen. Die Verwertungsgesellschaft erhebt Gebühren von Nutzern und verteilt die Einnahmen an Komponisten, Textdichter und Musikverlage. Sie ist in Deutschland die zentrale Organisation für die Rechtewahrung bei Musikaufführungen und Vervielfältigungen.

Viel Volksmusik in Neu-Ulm

Während in Ulm nur zwei deutschsprachige Lieder in den Top 10 mitschwingen, mag es die bayerische Nachbarstadt lieber traditionell. Alle zehn Neu-Ulmer Lieblings-Livehits wurden im vergangenen Jahrtausend veröffentlicht. Auf dem Siegertreppchen thront zwar mit „Narcotic“ von Liquido ein energischer Eurodance-Track aus dem Jahr 1998, für den so mancher Headbanger tapfer die Nackenschmerzen am Folgetag in Kauf nimmt. Aber die Plätze zwei bis vier sind mit volkstümlicher Musik belegt. Mit Trompete, Akkordeon und Trommeln wird hier rein instrumental die Festlaune gezündet. Da lupft es auch den Bequemsten von der Bierbank, mit untergehakten Armen werden Heimatliebe, Kameradschaft und Musizierkultur zelebriert. Wen’s jetzt direkt in die Berge zieht, der hat’s ins Allgäu und nach Tirol nicht weit.

Die 10 Top-Songs bei Live-Events in Neu-Ulm

Datengrundlage für die Toplisten

Die Daten basieren auf den Angaben von Veranstaltern, die der GEMA Livemusik-Werke gemeldet haben, und beziehen sich auf die vergangenen zwölf Monate. Berücksichtigt wurden Städte mit mehr als 20.000 Einwohnern. Die Listen, die auf der Internetseite aufgerufen werden können, werden regelmäßig aktualisiert. Die angegebenen Interpreten entsprechen den bekanntesten oder Original-Künstlern und ‑Künstlerinnen, soweit diese eindeutig identifizierbar und dokumentiert sind. Die Interpretenangaben stammen von externen Quellen.

Klassiker auf beiden Seiten der Donau

Ganz so weit geht das Repertoire der beiden Donaustädte dann aber doch nicht auseinander: Der Folkpop-Country-Hit „Take Me Home, Country Roads“ von John Denver darf auf beiden Seiten des Flusses bei keinem Live-Event fehlen. Er ist nicht nur eine der offiziellen Hymnen des US-Bundesstaats West Virginia, sondern auch der Soundtrack für alle Nostalgiker mit Fernweh. Auch der Ohrwurm-Garant „Ein Kompliment“ von Sportfreunde Stiller taucht in beiden Toplisten auf. Spricht der Poprock-Song doch, ohne Schwermut zu verbreiten, allen aus der Seele, die sich mit dem Ausdruck ihrer Gefühle nicht so leicht tun.

Die Rock-Ballade „Summer of '69“ von Bryan Adams wird ebenfalls in beiden Städten gerne serviert – und auch von denjenigen im Publikum gefeiert, die jenen Sommer gar nicht miterlebt haben. Die von dem kanadischen Singer-Songwriter besungene erste Liebe und den ersten Liebeskummer haben aber die meisten schon erlebt.

Nicht nur im Fußballstadion, sondern auch auf den Live-Bühnen in Ulm und Neu-Ulm unverzichtbar ist „Sweet Caroline“ von der amerikanischen Ikone Neil Diamond. Den Refrain wird so mancher noch auf dem Heimweg beschwingt vor sich hin singen.