Legionellen in Ulm
: Gefährliche Bakterien in Wiblingen – Fußpflegestudio in Verdacht

In Ulm-Wiblingen sind mehrere Infektionsfälle in Zusammenhang mit Legionellen aufgetaucht. Das Gesundheitsamt hat Maßnahmen ergriffen.
Von
Leonie Maschke,
Magdi Aboul-Kheir
Ulm
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In Wohnungen der UWS wurden Legionellen gefunden.

Landeswasserversorgung Kühlwasser wird auf Legionellen getestet

Ein Fußpflegestudio in Ulm-Wiblingen könnte die Ursache für die Verbreitung von Legionellen sein. (Archivbild)

Volkmar Könneke
  • Mehrere Legionellen-Infektionen in Ulm-Wiblingen, Fußpflegestudio als mögliche Quelle.
  • Gesundheitsamt ergreift Maßnahmen, Proben am 6. Februar entnommen.
  • Keine Gefahr für die Bevölkerung, Betroffene informiert.
  • Ergebnisse der Untersuchungen werden nächste Woche erwartet.
  • Legionellen verursachen schwere Lungenentzündungen, keine Mensch-zu-Mensch-Übertragung.

Die Zusammenfassung wurde durch künstliche Intelligenz erstellt.

Achtung, Legionellen im Raum Ulm-Wiblingen! Wie das Landratsamt Alb-Donau mitteilt, sind seit November mehrere Infektionsfälle aufgetreten.

Insgesamt waren neun Legionellen-Fälle gemeldet worden, sagt Pressesprecherin Katrin Frauenlob auf Anfrage. Legionellen-Fälle sind meldepflichtig und kämen „immer mal wieder vor, das ist wie ein Grundrauschen“. Aufgrund der Häufung an einem Ort habe man aber untersucht, ob es einen Zusammenhang gibt, und tatsächlich ließen sich dann fünf der neun Infektionen auf den gleichen genetischen Legionellen-Stamm zurückführen. Dies ließ darauf schließen, dass eine gemeinsame Infektionsquelle vorliegen könnte.

Keine Gefahr für die Bevölkerung

Als Ursprung der Infektion wurde ein Fußpflegestudio als mögliche Ursache festgestellt. Am Donnerstag, 6. Februar, wurden deshalb Proben entnommen. Die betroffene Einrichtung wurde umgehend angewiesen, die potenzielle Infektionsquelle außer Betrieb zu nehmen. Die Ergebnisse der mikrobiologischen Untersuchungen werden für Ende nächster Woche erwartet.

Die Infektion erfolgt durch das Einatmen bakterienhaltiger Aerosole, etwa beim Duschen oder in wasserführenden Luftbefeuchtern. Eine Übertragung von Mensch zu Mensch ist nicht möglich.

Eine Gefahr für die allgemeine Bevölkerung besteht nicht, da die dem Gesundheitsamt bekannten Personen, die eventuell mit dem Aerosol Kontakt hatten, bereits informiert wurden. Das Gesundheitsamt steht in engem Austausch mit den zuständigen Behörden in Ulm und Neu-Ulm und wird die Öffentlichkeit über weitere Erkenntnisse informieren.

Legionellen – Was ist das?

Legionellen sind Bakterien, die in natürlichen und künstlichen Wassersystemen vorkommen. Sie vermehren sich insbesondere in warmem Wasser zwischen 25 und 45 °C, beispielsweise in Warmwassersystemen, Klimaanlagen oder Whirlpools. Ab 60 °C sterben sie, unter 20 °C kommen sie kaum noch vor.

Legionellen können beim Menschen Krankheiten verursachen, zum Beispiel die Legionärskrankheit, eine schwere Form der Lungenentzündung. Diese kann sich durch Husten, Schüttelfrost, Kopfschmerzen und hohes Fieber äußern. Auch das Pontiac-Fieber, ein fiebriger Infekt ohne Lungenentzündung, wird durch Legionellen verursacht.

Wer ist besonders gefährdet?

Raucherinnen und Raucher und Menschen mit einer geschwächten Immunabwehr sind besonders gefährdet, sich zu infizieren und zu erkranken. Auch Grunderkrankungen wie Diabetes oder chronische Herz- und Lungenerkrankungen erhöhen das Risiko.

Quelle: infektionsschutz.de