Landtagwahl BW 2026
: Welche Partei passt zu mir? Diese Tools erleichtern die Wahl

Mit wenigen Klicks zur fundierten Entscheidung: Digitale Wahlhilfen unterstützen bei der Orientierung in der politischen Landschaft.
Von
Fiona Peter
Baden-Württemberg
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Vorstellung des Wahl-O-Mat zur Landtagswahl

Viele Tools sind ausschließlich auf die Bundestagswahl ausgerichtet. Es gibt jedoch auch ein paar Online-Wahlberater für den Südwesten.

Marijan Murat/dpa
  • Am 8. März ist Landtagswahl in Baden-Württemberg – digitale Tools helfen bei der Wahl.
  • „Party-Check“: 16 Fragen, Expert Surveys, entwickelt u. a. Uni Potsdam; kostenfrei, anonym.
  • „Wahl-O-Mat“: 38 Thesen, Parteienangaben als Basis, Themengewichtung und Statements einsehbar.
  • „WahlSwiper“: per Swipe zustimmen/ablehnen, Erklärvideos, doppelte Gewichtung möglich.
  • Weitere Tools: „Voto“ mit 35 Fragen, KI-Chat „wahl.chat“, „Wahlprogramm-Check“ und LpB-Infos.

Die Zusammenfassung wurde durch künstliche Intelligenz erstellt.

Die Landtagswahl von Baden-Württemberg rückt näher und näher. Am Sonntag, dem 8. März, entscheidet sich, wer das Land für die nächsten fünf Jahre regiert. Wo sie ihre Kreuzchen setzen, sollten sich wahlberechtigte Bürgerinnen und Bürger demnach gut überlegen. Wer sich noch nicht sicher ist, welche Partei die eigene Haltung mit ihrer Politik am ehesten repräsentiert, kann sich von Online-Wahlhilfe-Tools bei der Orientierung unter die Arme greifen lassen.

„Party-Check“: Von Wissenschaftlern für Wähler

Eine Möglichkeit, um zu überprüfen, welche Partei der eigenen Position politisch am nächsten steht, ist der „Party-Check“, den Wissenschaftler unter anderem für die Südwest Presse entwickelt haben.

Die Bedienung ist kinderleicht: Durch das Verschieben eines Reglers auf einer Skala beantworten Nutzerinnen und Nutzer 16 landespolitische Fragen. Anschließend ermittelt das Tool die Partei mit der höchsten Kompatibilität. Die Haltungen der Parteien im Kontext der einzelnen Fragen wurden im Vorfeld mittels sogenannter „Expert Surveys“ herausgearbeitet. Dabei handelt es sich um eine Praxis, bei der verschiedene Politikwissenschaftlerinnen und -wissenschaftler die Wahlprogramme der Parteien bewerten.

Entwickelt wurde die digitale Wahlhilfe unter der Federführung des Politikwissenschaftlers Jan Philipp Thomeczek von der Universität Potsdam. Ebenfalls beteiligt waren Forscher der Universitäten in Mannheim, Darmstadt und Greifswald. Der „Party-Check“ ist kostenfrei und anonym. Eine Anmeldung ist für die Nutzung nicht erforderlich.

Der „Wahl-O-Mat“ für die Landtagswahl

Die bekannteste Hilfestellung für unentschiedene Wählerinnen und Wähler ist in Deutschland der „Wahl-O-Mat“. Das Modell, das für die bevorstehende Landtagswahl in Baden-Württemberg konzipiert ist, ist seit Anfang Februar online verfügbar.

Der „Wahl-O-Mat“ ist ein Angebot der Landeszentrale für politische Bildung (LpB) und der Bundeszentrale für politische Bildung (BpB). Ähnlich wie beim „Party-Check“ ermittelt das Tool die Haltung der Nutzerinnen und Nutzer im Kontext verschiedener landespolitischer Themen und gleicht diese mit denen der Parteien ab.

Die neue Version für die Landtagswahl umfasst 38 Thesen. Die Nutzerinnen und Nutzer können ihnen zustimmen, widersprechen, eine neutrale Position einnehmen oder die These ganz überspringen. Außerdem kann mittels Themengewichtung priorisiert werden.

Anders als der „Party-Check“ stützt sich der „Wahl-O-Mat“ bei der Auswertung in erster Linie auf die eigenen Angaben der Parteien, die zu den einzelnen Thesen zuvor Stellung bezogen haben. Die vollständigen Statements der Parteien lassen sich auf der Webseite des „Wahl-O-Mat“ einsehen.

Online-Dating mit Parteien

Zustimmen oder ablehnen durch swipen – das kennt man vor allem von digitalen Dating-Plattformen. Anders als bei Tinder oder Bumble geht es beim „WahlSwiper“ allerdings nicht darum, die große Liebe oder zumindest die nächste Romanze zu finden, sondern die passende Partei.

Anstelle von Dating-Profilen spuckt der „WahlSwiper“ Fragen zu landespolitischen Themen aus. Dann läuft es genau wie bei Tinder: Ein Swipe nach rechts heißt „finde ich gut“, ein Swipe nach links heißt „ich passe“. Zusätzlich dazu bietet das Tool die Option, Fragen doppelt zu gewichten oder zu überspringen. Auch für mögliche Verständnisschwierigkeiten ist der „WahlSwiper“ vorbereitet: jeder Frage ist ein kurzes Erklärvideo beigefügt.

Wie auch beim „Wahl-O-Mat“ basiert die Auswertung in erster Linie auf den eigenen Aussagen der Parteien, die ihre Antworten auf die Fragen im Vorfeld bereitgestellt haben.

Kandidierende unter die Lupe nehmen

Parteien geben die Richtung vor, Abgeordnete setzen sie um. An welchen Kandidaten oder welche Kandidatin sie ihre Erststimme vergeben, sollten Wählerinnen und Wähler daher ebenso gut überdenken wie die Entscheidung für eine Partei. An dieser Stelle leistet der „kandidierendencheck“ Abhilfe. Nutzerinnen und Nutzer werden gebeten, 15 Thesen zuzustimmen, abzulehnen oder neutral zu bleiben.

Dann muss nur noch die eigene Postleitzahl angegeben werden, und schon gleicht das Tool die Ergebnisse der Nutzer mit den Angaben der Kandidierenden aus dem entsprechenden Wahlkreis ab. Auch lässt sich einsehen, wie die Kandidatinnen und Kandidaten im einzelnen abgestimmt haben.

Besteht im Anschluss noch Auskunftsbedarf, bietet das Frageportal die Möglichkeit, sich direkt an die Kandidierenden zu wenden.

Richtig voten mit Voto

Ein weiteres Online-Angebot für ratlose Wählerinnen und Wählers ist die Wahlhilfe „Voto“. Nutzerinnen und Nutzer machen ihre Meinung zu 35 Fragen mit einem Wert zwischen eins (keine Zustimmung) und fünf (volle Zustimmung) kenntlich.

Auch hier besteht die Möglichkeit, Thesen zu überspringen oder doppelt zu gewichten. Die Übereinstimmung mit den einzelnen Parteien – basierend auf deren eigenen Antworten – ist bereits im Laufe der Abfrage zu sehen. Am Schluss folgt eine detailliertere Auswertung der Ergebnisse. Die Antworten der Parteien auf die einzelnen Fragen können in den Partei-Profilen eingesehen werden.

Wahlberatung via KI

Auch die KI kann bei der Suche nach der passenden Partei Abhilfe leisten. Der Landtag von Baden-Württemberg verweist in diesem Kontext auf das interaktive KI-Tool „wahl.chat“, das es ermöglicht, konkrete Informationen zu den Positionen und Plänen der Parteien zu erfragen. Über das Online-Angebot können Nutzerinnen und Nutzer einen „Chat“ mit einer oder mehreren – bis zu sieben – Parteien starten.

Zur Beantwortung der Fragen durchsucht der KI-Assistent relevante Dokumente, wie Wahl- und Grundsatzprogramme der Parteien. Bei Bedarf besteht außerdem die Option, die Haltung der Partei(en) einzuordnen oder die Antwort mit Gesetzesvorschlägen abgleichen zu lassen.

Weitere Wahlhilfen

Der „Wahlprogramm-Check“ liefert Antworten der Parteien auf konkrete Fragen rund um Klimaschutz und Biodiversität.

Die Landeszentrale für politische Bildung bietet auf ihrer Webseite zur Landtagswahl kompakte Zusammenfassungen der Wahlprogramme sowie zahlreiche weitere hilfreiche Informationspakete an.