Kündigung der SSV-Dauerkarten
: Frust im Netz: „SSV, denkt auch an die treuen Fans“

Der SSV Ulm 1846 Fußball hat mit seiner Dauerkarten-Rücknahme den Ärger vieler Fans auf Social Media auf sich gezogen. Einige Anhänger können den Schritt aber auch nachvollziehen.
Von
Felix Feyock
Ulm
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Haupttribüne SSV Ulm Donaustadion Fans Dauerkarten Kündigung

Die Kommentare zu den Dauerkarten-Kündigungen auf der Haupttribüne des Donaustadions gehen teilweise weit auseinander.

Matthias Kessler

Der Erfolg und der damit einhergehende Zweitliga-Aufstieg des SSV Ulm 1846 Fußball bringt viele Veränderungen mit sich. Unter anderem benötigt das Donaustadion eine Rasenheizung, die Flutlichter müssen erneuert werden und in absehbarer Zeit muss eine Überdachung der Tribünen angebracht werden. Gemeinsam mit der Stadt Ulm wurde dafür ein „Masterplan“ entwickelt. Und dafür wird Geld benötigt. Insgesamt knapp zehn Millionen Euro werden für alle Umbaumaßnahmen anberaumt. Bedeutet: Irgendwo muss auch wieder Geld hereinkommen. Eine Maßnahme betrifft nun auch die treuesten Fans des SSV.

Der Verein gab am vergangenen Montag (27.05.) in einem Schreiben bekannt, dass allen Dauerkarteninhaber auf der Haupttribüne gekündigt wurde. Grund dafür: Die Erweiterung des Business-Bereichs im Donaustadion. Mittlerweile ist auch bekannt, wie viele Dauerkarten auf der Haupttribüne wegfallen: 200 Fans brauchen neue Plätze.

Art und Weise der Kommunikation missfällt Fans

In den Sozialen Medien reichen die Reaktionen von enormer Empörung bis zu vollstem Verständnis. So schreibt ein Nutzer auf der Facebook-Seite der SÜDWEST PRESSE: „Kommt der Erfolg, kommt der Kommerz. Unverschämt allen gegenüber, die sich mit Dauerkarte schon die Regionalliga angetan haben.“ Ein anderer Nutzer kann den Verein verstehen und stellt die Fans vor die Wahl: „Entweder erfolgreich sein, aufsteigen und in der 2. Liga spielen oder eben nicht aufsteigen und die angestammten Plätze auf der Tribüne behalten. Was ist den Zuschauern lieber?“ Andere Kommentare kritisieren die Art und Weise, wie der Verein seinen langjährigen Fans diese Entscheidung übermittelt hat. Die Rede ist von „Nicht-Kommunikation“ und davon, dass die Club-Verantwortlichen die Fans mehr mitnehmen müssten. „In meinen Augen macht Herr Thiele ja einen tollen Job, aber er kommuniziert wenig und nicht gut“, kommentiert ein Nutzer.

Auch die Deutsche Fußball-Liga (DFL) ist Thema in den Facebook-Kommentaren. Ein User schreibt beispielsweise: „Hat nichts mit Kommerz seitens des SSV zu tun, ist eher Kommerz der DFL. Da muss man sich an entsprechende Auflagen halten.“ Ein weiterer Kommentar schlägt in dieselbe Kerbe: „Was da gefordert wird, ist ja der Wahnsinn. Das Stadion entspricht zwar nicht mehr dem Kommerzwahn, ist aber immer noch eine anständig gepflegte Sportstätte, wo man mit ein bisschen Verstand die Zweitligatauglichkeit erfüllen kann.“

„Es kommt immer auf den Ton an, wie man kommuniziert“

Auf dem Instagram-Profil der SÜDWEST PRESSE kritisiert ein Nutzer die grundsätzliche Entwicklung, die der Fußballsport in den letzten Jahren genommen hat: „Fußball ist halt einfach nur ein Business. Es geht um Geld, sonst nichts.“ Allerdings missfällt einigen Instagram-Nutzern die unzureichende Kommunikation des Vereins. „Es kommt immer auf den Ton an, wie man kommuniziert, schwach … sehr schwach“, schreibt ein Nutzer. Ein weiterer findet, „einfach kündigen ohne alternatives Angebot auf der Gegentribüne geht halt nicht. In den schlechten Zeiten war man um jeden Dauerkarten-Besitzer froh. Also SSV, denkt auch an die treuen Fans, die mit euch durch dick und dünn gegangen sind.“

Ein anderer Fan sieht den Schritt als völlig normal an: „Bei strukturellen Veränderungen des Vereins, und insbesondere des Stadions, ist das oft leider nicht vermeidbar, das sollte jeder Fan verstehen. Dass der Sponsorenbereich erweitert werden muss, um auch die Liga finanzieren zu können, war doch klar.“