Kriminalitätsschwerpunkt in Ulm: Angriff in den Sedelhöfen – Tatverdächtiger festgenommen

Sedelhöfe Ulm, die unterirdische Passage am 12. April 2026. Die Messerstecherei am Abend zuvor hat keine Spuren hinterlassen. Ruhe am Sonntagmorgen.
Verena Schühly- In der Unterführung der Sedelhöfe wurde am Samstagabend ein Mann mit Stichwerkzeug verletzt.
- Er kam mit schweren Verletzungen ins Krankenhaus, Lebensgefahr besteht laut Polizei nicht.
- Täter flüchtig – Tatwaffe fehlt; Kripo ermittelt, Spuren gesichert und Zeugenbefragung geplant.
- Videoüberwachung wird ausgewertet, da Bereich stark belebt ist.
- Sedelhöfe gelten als Kriminalitätsschwerpunkt, mit wiederholten Gewalttaten und Razzien Anfang 2024.
Die Zusammenfassung wurde durch künstliche Intelligenz erstellt.
In einer Unterführung bei den Ulmer Sedelhöfen ist am Samstagabend ein 22-Jähriger schwer verletzt worden. Nach bisherigen Erkenntnissen der Polizei kam es gegen 19.10 Uhr vor einem Lebensmittelmarkt zunächst zu verbalen Streitigkeiten zwischen dem Mann und mehreren anderen Männern. Im weiteren Verlauf sollen die Täter mehrfach auf den 22-Jährigen eingeschlagen und ihn mutmaßlich mit einem Messer verletzt haben. Anschließend flüchteten sie in Richtung Hauptbahnhof. Der 22-jährige Ukrainer wurde durch den Angriff schwer verletzt und musste in ein Krankenhaus gebracht werden.
Zwei Täter konnten festgenommen werden
Noch in unmittelbarer Nähe des Tatorts konnte die Polizei einen 18-Jährigen festnehmen. Im Rahmen der weiteren Fahndung nach den mutmaßlichen Mittätern wurde während der polizeilichen Maßnahmen zudem ein 23-Jähriger festgenommen. Den übrigen Tatverdächtigen gelang die Flucht vom Tatort. Die Fahndung nach ihnen läuft derzeit auf Hochtouren.
Da es sich um einen belebten Bereich in der Ulmer Innenstadt handle, dürfte es auch viele Zeugen gegeben haben, die von der Kripo befragt werden. Auch die sicherlich vorhandene Videoüberwachung werde im Zuge der Ermittlungen ausgewertet, so der Polizeisprecher.
Haftbefehl gegen 23-Jährigen erlassen
Auf Antrag der Staatsanwaltschaft Ulm wurde der 23-Jährige aus dem Raum Ulm noch am Sonntag dem zuständigen Haftrichter beim Amtsgericht Ulm vorgeführt. Dieser erließ gegen den Tatverdächtigen Haftbefehl wegen des dringenden Verdachts der gefährlichen Körperverletzung. Der Mann sitzt nun in Untersuchungshaft in einer Justizvollzugsanstalt. Der 18-Jährige wurde nach Abschluss der polizeilichen Maßnahmen wieder auf freien Fuß gesetzt.
Sedelhöfe als Problem-Areal in Ulm
Die Sedelhöfe wurden in den 2010er-Jahren komplett umgestaltet. Kernstück sind die neuen Wohn- und Geschäftshäuser unmittelbar am Bahnhof. Auch die unterirdische Passage zwischen Bahnhof und City wurde umgestaltet, ein großer Supermarkt und mehrere kleine Geschäfte zogen ein.
Immer wieder tauchen die Sedelhöfe im Polizeibericht auf: Gewalttaten und Drogendelikte sind hier keine Seltenheit. Im Jahr 2025 sorgte ein Video für Aufsehen, das in Sozialen Medien geteilt wurde. Darauf waren mehrere junge Männer zu sehen, einer von ihnen bekam offenbar eine Flasche über den Kopf gezogen. Die Polizei ermittelte einen 22-Jährigen als Opfer der Attacke.
Erst Anfang März hatte das Frauenforum bemängelt, die Sedelhöfe seien ein Angstraum. Frauen würden sich hier nicht sicher fühlen.

Die Sedelhöfe am Ulmer Hauptbahnhof. Das Areal ist das Tor zur Innenstadt und wurde in den 2010er-Jahren komplett umgestaltet, mit einer neuen Unterführung vom Bahnhof zur Fußgängerzone, Geschäften und Wohnungen. 2020 wurde es eröffnet. Die Sedelhöfe gelten aber auch als Kriminalitätsschwerpunkt. (Archivfoto)
Stefanie MüllerRazzien im Umfeld des Ulmer Hauptbahnhofs
Anfang 2024 führte die Polizei im Abstand von wenigen Wochen zwei groß angelegte Razzien in der Bahnhofstraße, am Bahnhofsvorplatz sowie am benachbarten Lederhof durch. Man wolle das Sicherheitsgefühl der Bürgerinnen und Bürger stärken, hieß es damals. In den Monaten davor war das Areal zu einer Art Kriminalitätsschwerpunkt geworden: Es gab Schlägereien, Vandalismus, Raubüberfälle. Auch in den Monaten danach war es nicht wirklich ruhiger dort geworden: Im April 2024 gingen mehrere Männer mit Schlagstöcken, Messern und Steinen aufeinander los. Im Mai 2024 wurde eine Seniorin in der Wohnanlage Sedelhöfe Opfer eines Angriffs: Zwei Männer attackierten sie im Aufzug.
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