Ein Ei zum Frühstück ist schnell gekocht und sättigt gut. Zumindest wenn Wasser vorhanden ist. Doch auch wenn es abgestellt ist, müssen die meisten nicht auf Eier verzichten. Stattdessen können sie im Backofen zubereitet werden. Dazu müssen sie in eine Muffinform gelegt werden. Bei 200 Grad Ofentemperatur sind sie allerdings erst nach elf Minuten gar.

Für das Bundesamt für Bevölkerungsschutz und Katastrophenhilfe (BBK) dürfte die Eier aus dem Ofen kein Geheimtipp sein. Mit verschiedenen Hilfsdiensten aus Bonn will die Behörde ein Notfallkochbuch zusammenstellen. Die Bürger sollen die Gerichte auch dann noch kochen können, wenn der Strom ausgefallen und dann kein Leitungswasser verfügbar ist. Denn aus dem Hahn fließt nur Wasser, wenn es elektrisch durch die Leitungen gepumpt werden kann.

Im Notfall kann man auch mit Hilfe von Teelichtern kochen

Wer in der Küche einen Gasherd oder Holzofen stehen hat, kann bei einem Stromausfall ganz normal kochen. Eine Alternative ist ein Teelichtofen, den man auf den Tisch stellen kann. Dabei werden mehrere Teelichter in eine runde Tonschüssel mit Löchern gestellt. Am Boden der Schüssel steht ein Stövchen, auf den ein Gartopf gestellt werden kann. Dann muss nur noch der Tondeckel drauf. Bis das Essen fertig ist, dauert es allerdings mehrere Stunden.

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Youtube Teelichtbetriebener Tischofen

Fällt der Strom im Sommer aus, bietet es sich an, nicht nur Fleisch und Gemüse zu grillen, sondern auch anderes auf dem Rost zu kochen. Töpfe und Pfannen aus Gusseisen eignen sich dafür. Eine andere Möglichkeit ist ein mobiler Gaskocher, wie er gerne auf Festivals mitgenommen wird. Brot kann man dagegen auf einem heißen Stein backen. Natürlich kann man draußen auch über offenem Feuer kochen. Notkochstellen können Betroffene prinzipiell auch mit Backsteinen oder Blumentöpfen einrichten – Hauptsache der Gegenstand taugt als Unterlage und hält den Rost über dem Feuer.

Mit speziellen Töpfen kann man ohne Wasser kochen

Falls auch kein Gas verfügbar ist, kann man einen Kocher nutzen, der mit Holz, Spiritus oder speziellem Trockenbrennstoff heizt. Auf jedem Kocher lässt sich auch Kaffee zubereiten. Alternativ kann man für viele Speisen eine Fonduegarnitur mit Brennpaste verwenden.

Schon länger gibt es Töpfe, mit denen man ohne Wasser kochen kann. Besonders Gemüse und Fleisch lassen sich damit gut garen. Dabei ist wichtig, dass die Zutaten so feucht wie möglich sind, damit sie in ihrem eigenen Saft garen können. Das Thermometer auf dem Topfdeckel zeigt an, wann die Gartemperatur erreicht ist.

Nudeln kann man dagegen nicht ohne zugesetzte Flüssigkeit kochen. Der österreichische Sternekoch Johann Lafer hat dafür eine einfache Alternative kreiert. Er entwickelte ein Rezept, für das er das Wasser durch Geflügelbrühe ersetzte.

Auch in der Mikrowelle werden Kartoffeln gar

Kartoffeln kann man – sofern Strom vorhanden ist – in der Mikrowelle zubereiten. Damit die Kartoffel auch innen heiß wird, muss man vorher mit der Gabel an möglichst vielen Stellen reinstechen. Nach fünf Minuten auf der höchsten Stufe muss die Kartoffel umgedreht werden, nach weiteren fünf Minuten in der Mikrowelle ist sie gar. Bei kleinen Kartoffeln kann es schneller gehen.

Eine außergewöhnliche Methode kommt völlig ohne externe Energiequelle aus. Ähnlich wie beim Tischofen kann man spezielle Hitzekissen in eine äußere Schale legen und dann mit Wasser übergießen, sodass sie das Essen im Topf darüber erwärmen. Die Kissen enthalten eine Chemikalie, die mit dem Wasser reagiert.

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Youtube Hitzekissen

Wasser wird im Notfall rationiert

Wenn die Trinkwasserversorgung nicht mehr funktioniert, muss das Wasser aus Notbrunnen gewonnen. In Deutschland gibt es mehr als 5000 solcher Brunnen, die entweder mit Notstromaggregaten oder mir Handpumpen betrieben werden. Jeder Bürger hat Anspruch auf 15 Liter Wasser pro Tag – Patienten in Krankenhäusern und Pflegeeinrichtungen bekommen mehr.