Knall über Ulm
: Stecken wieder Kampfjets hinter dem Riesenlärm am Himmel?

Ein ohrenbetäubender Knall war am Montagmorgen über Ulm und der Region zu hören – wenig später noch einer. Mancherorts waren sie sogar zu spüren. Doch was war das?
Von
Christian Wille
Ulm
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Ein lauter Knall ließ am Dienstagmorgen viele Menschen in Ulm aufschrecken. Die Bundeswehr hatte Kampfjets aufsteigen lassen.

Ein lauter Knall ließ am Montagmorgen wieder viele Menschen in Ulm und der Region aufschrecken. Ließ die Bundeswehr wieder Kampfjets aufsteigen?

Andrea Bienert, Christin Klose/dpa (Fotocollage mit Symbolbildern)
  • Zwei laute Knalle sorgten am Montagmorgen über Ulm und der Region für Aufsehen.
  • Ursache könnten Flugmanöver der Bundeswehr mit Überschalljets sein – Bestätigung steht aus.
  • Schallknalle entstehen, wenn Jets die Schallmauer durchbrechen – hörbar bis zu 80 km weit.
  • Übungen finden meist in 11 km Höhe statt, um Lärmbelastung für die Bevölkerung zu minimieren.
  • Überschalljets fliegen über 2000 km/h, der Knall entsteht, wenn der „gesammelte“ Schall eintrifft.

Die Zusammenfassung wurde durch künstliche Intelligenz erstellt.

Gegen 10 Uhr am Montagvormittag gab es einen lauten Knall am Himmel über Ulm – um 10.40 Uhr einen zweiten. Nicht zum ersten Mal! Immer wieder rumst es über der Region – vor knapp zwei Jahren knallt es sogar neunmal hintereinander. Teils ist das explosionsartige Geräusch so heftig, dass Scheiben wackeln. In der Regel stecken Flugmanöver der Luftwaffe dahinter. Dabei kommt es zu einem sogenannten Überschallknall. Dieser ist sehr laut und lässt sich leider nicht vermeiden. Ob es diesmal auch ein solches Manöver gab, ist aktuell noch nicht betätigt – eine entsprechende Anfrage der SÜDWEST PRESSE an das Luftfahrtamt der Bundeswehr ist gestellt, die Antwort darauf steht aber noch aus.

Um die „Zivilbevölkerung“ möglichst wenig zu stören, würden diese Übungen nur in großen Höhen durchgeführt. Sie spricht von 36.000 Fuß, was etwa elf Kilometern über dem Meeresspiegel entspricht. „Komplett vermeiden lässt sich der erhöhte Lärmpegel leider nicht.“

Flugzeuge „durchbrechen Schallmauer“ – Knall über Ulm und NU

Und warum kommt es überhaupt zum Knall, der auch Haustiere aufschreckt? „Mit dem Eintritt in den Bereich der Schallgeschwindigkeit treten Druckverdichtungen in der Atmosphäre auf, welche sich durch Druckstöße entladen“, erklärt ein Sprecher des Luftfahrtamts der Bundeswehr. Durch die Druckstöße seien die Knalls bis zu 80 Kilometer weit zu hören.

Im Detail heißt das: Die Schallgeschwindigkeit in trockener Luft von 20 Grad beträgt 343,2 m/s. Das entspricht 1235,5 km/h. Ist ein Flugzeug schneller als der Schall, sagt man, es fliegt mit Überschallgeschwindigkeit.

Ein normales Passagierflugzeug schafft immerhin etwa 1000 Kilometer pro Stunde – das reicht aber noch nicht, um schneller als der Schall zu fliegen. Dazu müsste es mit mehr als 1200 km/h fliegen.

Das Militär nutzt aber Düsenflugzeuge, die über 2000 km/h schnell sind. Wenn sich uns ein Flugzeug mit Überschallgeschwindigkeit nähert, ist der Lärm zunächst zu langsam für das Flugzeug – und Menschen am Boden hören es nicht kommen. Fliegt es aber über uns hinweg, knallt es erst. Denn der „gesammelte“ Schall trifft auf einmal in unseren Ohren. Der Pilot und die Passagiere selbst hören diesen Knall allerdings nicht, da das Flugzeug schon längst weitergeflogen ist.