Knall über Ulm
: Schneller als der Schall! Bundeswehr-Jets rasen an Ulm vorbei

Die winterliche Ruhe ist für einen kurzen Moment vorbei: In Süddeutschland übt die Luftwaffe regelmäßig. Die Jets fliegen so schnell, dass sie die Schallmauer durchbrechen.
Von
Daniel Wydra
Ulm
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Keine Flugraumüberwachung in Österreich: ARCHIV - 17.09.2020, Mecklenburg-Vorpommern, Laage: Ein Eurofighter startet auf dem Flugplatz Laage bei Rostock zu einem Übungsflug. (zu dpa: «Fluglotsen fehlen - Österreich ohne militärische Luftraumüberwachung») Foto: Jens Büttner/dpa-Zentralbild/dpa +++ dpa-Bildfunk +++

Ein Eurofighter startet auf dem Flugplatz Laage bei Rostock zu einem Übungsflug. (Symbolbild)

Jens Büttner/dpa-Zentralbild/dpa
  • Am 13. Januar 2025 durchbrechen Bundeswehr-Jets zweimal die Schallmauer über Ulm.
  • Drei Eurofighter fliegen zwischen 14:32 und 15:30 Uhr im TRA Allgäu.
  • Jets fliegen in Höhen von bis zu 12.283 Metern und 29,6 Kilometer von Ulm entfernt.
  • Bundeswehr befolgt alle flugbetrieblichen Bestimmungen.
  • Bundeswehr erklärt militärischen Flugbetrieb auf ihrer Website; Beschwerden telefonisch möglich.

Die Zusammenfassung wurde durch künstliche Intelligenz erstellt.

Am Himmel über Ulm und Neu-Ulm ist es im Winter fast immer ruhig. Es gibt keine Gewitter, die die ruhige und gemütliche Atmosphäre stören. Bis es plötzlich so laut knallt, als ob ein riesiger Klotz vom Himmel gefallen ist. Schuld daran ist meistens die Bundeswehr.

So auch am Montag, den 13. Januar 2025. Ein Sprecher des Luftfahrtamtes der Bundeswehr teilt auf Nachfrage mit, dass an diesem Tag drei Kampfflugzeuge vom Typ Eurofighter zu Übungszwecken in der Luft waren. Zwischen 14.32 Uhr und 15.30 seien die Düsenjets im zeitweise für Militärübungen reservierten Luftraum (TRA) Allgäu unterwegs. Ulm und Neu-Ulm liegen innerhalb dieses Luftraums.

Düsenjets der Luftwaffe sind zwar deutlich lauter als viele Passagierflugzeuge, doch einen lauten Knall erzeugen sie erst, wenn sie mit Überschallgeschwindigkeit fliegen. Es knallt ab dem Moment, in dem die Jets die Schallmauer durchbrechen. Am 13. Januar ist das in der Ulmer Umgebung zum ersten Mal um 14.52 Uhr passiert. „Die beiden Luftfahrzeuge befanden sich zu diesem Zeitpunkt in einer Höhe von 40.300 Fuß (circa 12.283 Meter über dem Meeresspiegel) und in einer Entfernung von acht Nautischen Meilen (circa 14,78 Kilometer) zu Ulm Mitte“, schreibt der Bundeswehr-Sprecher.

Jets sind fast 30 Kilometer von Ulm entfernt und trotzdem hörbar

Um 15.04 Uhr hätten die beiden Eurofighter erneut die Schallmauer durchbrochen – in 11,9 Kilometern Höhe und etwa 27,5 Kilometer von Ulm entfernt. Genau in der gleichen Minute sei ein dritter Eurofighter ebenfalls mit Überschallgeschwindigkeit geflogen. Er war noch etwas weiter weg: 13,1 Kilometer hoch und etwa 29,6 Kilometer von Ulm entfernt.

Ein Überschallflug verursacht sogar zwei Stoßwellen, eine am Bug und eine am Heck des Flugzeugs, was den Doppelknall innerhalb von Sekundenbruchteilen erklärt. Viele hören zwar nur einen Doppelknall, doch es hört so lange nicht auf zu knallen, bis das Flugzeug wieder langsamer als der Schall fliegt. Die Schallwellen werden hinter dem Flugzeug hergeschleppt und sind für jeden hörbar, der bis zu etwa 40 Kilometer vom Flugzeug entfernt ist. Durch die enorme Geschwindigkeit legen die Düsenjets 40 Kilometer binnen weniger Sekunden zurück. Deswegen nimmt ein einzelner Mensch die Schallwellen nur sehr kurz war, obwohl sie minutenlang andauern können.

Laut dem Bundeswehr-Sprecher wurden alle flugbetrieblichen Bestimmungen eingehalten. Wie der militärische Flugbetrieb funktioniert und welche Regeln gelten, erklärt die Bundeswehr auf ihrer Website. Fragen und Beschwerden nimmt die Bundeswehr telefonisch entgegen.