Kindergartenplatz gekündigt
: „Es hat uns den Boden unter den Füßen weggezogen"

Familie Wopperer ist verzweifelt: Die fünfjährige Tochter und der dreijährige Sohn dürfen nicht mehr in den Kindergarten, ihnen wurde der Betreuungsplatz gekündigt.
Von
Pia Novak
Oberelchingen
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Kein Zutritt mehr für Agnes Wopperer und ihren Sohn im Kindergarten St. Peter und Paul.

Pia Novak
  • Kindergartenplatz der Familie Wopperer wurde gekündigt; Tochter (5) und Sohn (3) betroffen.
  • Tochter verletzte sich schwer in der Turnhalle; Zahn musste operativ entfernt werden.
  • Kündigung erfolgte ohne Vorwarnung; Eltern sind schockiert und verzweifelt.
  • Pfarrer John erklärt, Entscheidung sei nicht leichtfertig gefallen, aber unumgänglich.
  • Familie hofft auf neuen Betreuungsplatz im bald öffnenden Kindergarten in Elchingen.

Die Zusammenfassung wurde durch künstliche Intelligenz erstellt.

Agnes Wopperer ringt mit den Tränen, als sie erzählt, was sie und ihre Familie in den letzten Wochen des vergangenen Jahres erlebt haben. Ihre beiden kleinen Kinder sind nicht im Raum, als sie und ihr Mann Tobias noch einmal Schritt für Schritt davon berichten, was sich ereignet hatte, bevor sie völlig überraschend erfuhren, dass der Kindergarten ihre Tochter – die im kommenden Monat sechs Jahre alt wird – und den dreijährigen Sohn gekündigt hat.

Seit drei Jahren besuchte ihre Tochter den katholischen Kindergarten St. Peter und Paul, der zur Pfarreiengemeinschaft Elchingen gehört. Die Fünfjährige sei immer gerne dort gewesen, erzählt die Mutter. Doch nach den Sommerferien seien von Seiten der Erzieherinnen an sie und ihren Mann wiederholt Klagen herangetragen worden. Es hieß mitunter, die Tochter sei wild und halte sich nicht an Regeln.

Tochter schwer verletzt

Kurz vor der Kündigung war es zu einem folgenschweren Vorfall in der Turnhalle gekommen. Die Tochter habe sich beim Klettern an einem Seil so schwer im Mund verletzt, dass die Eltern sie in eine Klinik fuhren. Dort musste der Tochter ein Zahn unter Vollnarkose herausoperiert werden. Über die Umstände dieses Vorfalls gibt es unterschiedliche Darstellungen von verschiedenen Seiten und es lässt sich zum jetzigen Zeitpunkt nicht abschließend feststellen, welche Darstellung der Realität entspricht.

Völlig überraschend erfuhren die Eltern kurz darauf von der Kündigung. Die Erzieherin habe ihr beim Abholen ihrer Tochter mit freundlicher Miene und kommentarlos einen Brief überreicht. Als sie diesen mit ihrem Mann zuhause nichtsahnend öffnete, seien sie „aus allen Wolken gefallen“: Der Kindergarten informierte die Eltern mit dem Schreiben über die Kündigung – sowohl von der Tochter als auch von ihrem Sohn. Es war ein Schock für die Eltern. „Diese Nachricht hat uns den Boden unter den Füßen weggezogen. Es ist so traurig, was man unseren Kindern antut“, klagt die Mutter.

Als der erste Schreck verdaut war, hat sich Wopperer an den Verantwortlichen des Kindergartens, Pfarrer Joji John, gewandt. In einem Telefonat habe ihr John zugesagt, dass er sich nach Rücksprache wieder bei ihr melden würde. Doch er rief nicht mehr bei Familie Wopperer an.

Auf Anfrage erklärte Pfarrer John: „Ich musste mich zunächst mit der Kindergarten-Verwaltung unserer Kirche kurzschließen“. Kurz darauf kam eine schriftliche Mitteilung an die SÜDWEST PRESSE. Darin heißt es: „Ich kann aufgrund des Personen- und Datenschutzes keine Stellungnahme abgeben. Seien Sie versichert, dass die Kindergartenleitung die Kündigung nicht leichtfertig ausgesprochen hat. Es hat viele Gespräche im Vorfeld mit den Eltern gegeben, um für alle eine bestmögliche Lösung zu finden“.

Kindergartenleitung hat sich Entscheidung nicht leicht gemacht

In dem Schreiben heißt es weiter, dass ihm natürlich die Bedeutung des Betreuungsvertrages für die Familie bewusst sei und man sich diese Entscheidung nicht leicht gemacht habe. Die Kündigung sei unabwendbar gewesen – unter Abwägung aller Umstände des Einzelfalls und auch unter Einbeziehung der Folgen für die Familie.

Pfarrer John fügt hinzu: „Jedes Kind ist anders, wird als Individuum geachtet und wird in unserer Einrichtung wertgeschätzt und bestmöglich in unserer integrativen Einrichtung betreut. Auch uns tut es sehr leid, dass es so weit kommen musste“.

Agnes Wopperer hatte vor der Kündigung viele Hebel in Bewegung gesetzt: Sie bemühte sich unter anderem um fachärztliche Untersuchungen für ihre Tochter und eine psychologische Diagnostik. Doch hierfür sind die Wartezeiten enorm lang. Bevor die Tochter einen Termin bei Kinderpsychologen bekommen konnte, erhielten die Eltern das Kündigungsschreiben.

Die Eltern sagen, dass diese Kündigung für alle in der Familie sehr belastend sei. Agnes Wopperer ist Lehrerin an einer Realschule, ihr Mann ist Geschäftsführer eines Unternehmens. Sie sind dringend auf einen Betreuungsplatz für ihre beiden Kinder angewiesen. Da auch die Großeltern berufstätig seien, könnten diese nur selten auf die Kinder aufpassen. Die Eltern hoffen nun auf einen Platz im neuen Kindergarten von Elchingen, der in den kommenden Wochen seine Arbeit aufnimmt.

Zu wenig Betreuungsplätzen

Einer Studie zufolge fehlten in Deutschland im Jahr 2024 rund allein 306.000 Kita-Plätze für Kinder unter drei Jahren. Damit sei der Bedarf von 13,6 Prozent der Kinder in diesem Alter nicht abgedeckt, heißt es in einer aktuellen Analyse des Instituts der Deutschen Wirtschaft (IW). Demnach ist die Lücke zwar im Vergleich zum Vorjahr 2023 um 38.200 Plätze zurückgegangen. Insgesamt schreite der Ausbau von Betreuungsplätzen in Deutschland aber „derzeit kaum voran“, heißt es in der Studie. Auch bei den Kindergartenplätzen generell, fehlen hunderttausende Plätze.

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