Hubschrauber über Ulm: Feuerwehr und Polizei üben an Schapfenmühle Rettung aus 105 Metern Höhe

Höhenretter der Feuerwehren Ulm und Stuttgart üben am Samstag mit einem Polizeihubschrauber an der Schapfenmühle.
Berufsfeuerwehr Stuttgart- Höhenretter üben am 19. Juli an der Schapfenmühle in Ulm Rettungseinsätze aus 105 Metern Höhe.
- Beteiligte: Feuerwehr Ulm, Berufsfeuerwehr Stuttgart, Polizeihubschrauberstaffel Baden-Württemberg.
- Szenarien: Patiententransport per Hubschrauberwinde und Abseilen aus großer Höhe.
- Ziel: Effiziente Menschenrettung in Notlagen und Austausch zwischen Rettungsteams.
- Höhenrettungsgruppe Ulm besteht aus 18 Spezialisten mit 80-Stunden-Ausbildung.
Die Zusammenfassung wurde durch künstliche Intelligenz erstellt.
Das dürfte viele Blicke auf sich ziehen: Wie die Feuerwehr Ulm in einer Pressemitteilung verkündet, findet an diesem Samstag, 19. Juli, von 8 bis 15 Uhr eine Höhenrettungsübung auf der Schapfenmühle in Jungingen statt. Neben Höhenrettern der Feuerwehr Ulm sind dazu sogenannte Air Rescue Specialists der Höhenrettungsgruppe der Berufsfeuerwehr Stuttgart und ein Polizeihubschrauber der baden-württembergischen Polizeihubschrauberstaffel im Einsatz.
Die Übungsörtlichkeit selbst sei für die interessierte Öffentlichkeit aus Sicherheitsgründen nicht zugänglich, heißt es in der Mitteilung. Wer zuschauen will, könne das am besten von zwei Punkten aus tun: der Ringstraße Ecke Mariusweg in Lehr oder dem Feldweg neben dem Kreisverkehr Albstraße in Jungingen.
Von Nachfragen zum Einsatz über die Notrufleitungen 110 und 112 bitten die Einsatzkräfte dringend abzusehen – am Samstag, aber auch generell in Fällen, in denen ein Hubschrauber über der Stadt kreist. Die Leitungen müssten für Notfälle freibleiben. „Zumeist wird über die regionalen Medien zeitnah über den entsprechenden Einsatz berichtet und die Bevölkerung informiert“, schreibt die Feuerwehr.
Im Ahrtal 40 Menschen gerettet
Doch zurück zur Übung am Samstag: Sie spielt sich im Wesentlichen in 105 Metern Höhe auf dem Speichersilo der Schapfenmühle ab. Trainiert werden dabei verschiedene Rettungsszenarien, darunter das Absetzen eines Luftretters aus dem Hubschrauber, das Aufnehmen eines Patienten mit der Trage an der Hubschrauberwinde, das Aufwinschen einer Person in den Hubschrauber sowie das Sichern und Abseilen von Retter und Patient aus 105 Metern Höhe bis zum Boden.

Ein Luftretter mit einem Patienten beim Aufseilen in den Hubschrauber. Auch das wird am Samstag in Ulm geübt.
Berufsfeuerwehr StuttgartHintergrund der Übung sei das Ziel, Menschen aus lebensbedrohlichen Situationen zu retten, so die Pressemitteilung weiter. Dazu komme eine spezielle Winde am Hubschrauber zum Einsatz, mit der auch schwer zugängliche Örtlichkeiten aus der Luft erreicht werden können. „Die Polizeihubschrauberstaffel Baden-Württemberg und die Berufsfeuerwehr Stuttgart haben bereits im Jahre 2021 beim Jahrhunderthochwasser im Ahrtal hocheffizient zusammengearbeitet“, schreibt die Feuerwehr. Damals hätten sie 40 Menschen aus zum Teil kritischen Lagen retten können – etwa von den Dächern ihrer vom Hochwasser eingeschlossenen Häuser.
Damit im Ernstfall ein Rädchen ins andere greift, sind regelmäßige Übungen erforderlich. „Das komplexe Rettungsverfahren stellt hohe Anforderungen an Piloten, Windenoperator und Höhenretter“, betont die Feuerwehr. Auch die Übung in Ulm trage dazu bei, dass im Ernstfall sicher und effizient Hilfe aus der Luft geleistet werden kann. Im Fall der Fälle könne es angesichts einsturzgefährdeter Häuser auf jede Minute ankommen. Nebeneffekt der Übung sei aber auch der gegenseitige Austausch zwischen den Höhenrettungsgruppen, um bei großen Einsatzlagen reibungslos zusammenarbeiten zu können.
Spezialisten für die Rettung aus großen Höhen oder Tiefen
Die Höhenrettungsgruppe der Feuerwehr Ulm wurde 1996 gegründet und besteht zurzeit aus 18 aktiven Höhenrettern. Neben der normalen Feuerwehr-Ausbildung verfügt jedes Mitglied über eine 80-stündige Spezialausbildung zum Höhenretter. Die Mannschaft setzt sich aus den 13 Abteilungen der Freiwilligen Feuerwehr Ulm sowie der Berufsfeuerwehr zusammen.
Als Spezialeinheit der Ulmer Feuerwehr kommt die Höhenrettungsgruppe überall dort zum Einsatz, wo man mit „normaler“ Feuerwehrtechnik – tragbaren Leitern, Drehleiter, Feuerwehrkran – nicht weiterkommt oder spezielle Kenntnisse in Sachen Höhe oder Tiefe und für das Arbeiten im Seil gefragt sind. So retteten die Höhenretter in der Vergangenheit unter anderem zwei Jugendliche von einem 36 Meter hohen Silo, kontrollierten nach einem Waldbrand bei Lauterach einen steilen, felsigen Hang, retteten eine taubstumme Katze aus einer Dachrinne und holten gemeinsam mit dem SEK eine verwirrte Frau von einem 50 Meter hohen Baukran.

