Hotel in Ulm
: Wer schon in Ulms teuerster Suite übernachtet hat

162 Quadratmeter über den Dächern von Ulm, Münsterblick und eine eigene Sauna: Das bietet Ulms teuerste Hotelsuite. Welche Prominente dort schon abgestiegen sind – und warum Angela Merkel ein normales Zimmer bevorzugt.
Von
Magdi Aboul-Kheir
Ulm
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Das größere der beiden Schlafzimmer in der Luxus Suite des Ulmer Maritim Hotels.

Volkmar Könneke

Auf dem Weg in die exquisiten Gemächer öffnet sich die Aufzugtür in der 13. Etage. Es geht rechts ums Eck und gleich nochmal nach rechts, dann erwarten den Gast hinter der Tür mit der Nummer 1306 stattliche 162 Quadratmeter Gastlichkeit. Die „Luxus Suite“ im Maritim ist Ulms teuerste Hotelunterkunft. Dort nächtigen Stars, Geschäftsleute und alle anderen, die sich 700 bis 800 Euro pro Nacht leisten können und mögen.

Die Gäste bewegen sich über einen flauschigen grauen Teppich. Im Wohnraum dominieren eine schwarz-graue Sofalandschaft und ein großer Esstisch mit acht Plätzen. Schränke und Vitrinen ergänzen das Interieur, dazu viel Glas, auch die Decke ist teils verspiegelt. „Klassisch eingerichtet“, wie Hoteldirektor Helge Timm sagt.

162 Quadratmeter ist die Luxus Suite im Maritim groß und klassisch eingerichtet.

Volkmar Könneke

Fünf Menschen können in der Suite nächtigen, zwei Schlafzimmer laden dazu ein– ein großes und ein etwas kleineres. Drei Fernsehgeräte gehören zur Ausstattung. Ebenso eine Küche, ein großes Marmorbad mit Regendusche und Wanne, dazu ein Gäste-WC – und eine eigene Sauna.

Zimmer gibt es im Maritim bis zur 15. Etage, die Luxus Suite ist aber nicht ganz oben, sondern in der 13., weil es nur dort Balkone gibt. Die Suite hat eine riesige geschwungene Sonnenterrasse mit Südwest/West-Blick über die Stadt samt Donau und Münster. Dass die Suite ausgerechnet in der 13. Etage liegt (manche Hotels haben eine solche gar nicht), habe noch niemanden gestört, sagt Timm. 2016 sind die Räumlichkeiten grundrenoviert worden.

Die Luxus Suite liegt in der 13. Etage – natürlich hat sie einen Münsterblick.

Volkmar Könneke

Trotz des stolzen Preises ist die Luxus Suite zu etwa 40 Prozent ausgelastet, also an die 150 Nächte pro Jahr. Direktor Timm zählt auf, wer dort absteigt: Leiter von Tagungen und Konferenzen; Geschäftsleute, die dort auch Meetings abhalten; spontane Gäste, „die sich mal was gönnen wollen“; und nicht zuletzt Künstler, die im CCU auftreten, das ans Maritim angeschlossen ist.

Die Luxus Suite hat durchaus auch Stammgäste, sagt Timm, der im Januar 2021, mitten während der Pandemie, die Leitung des Hotels übernommen hat. Und wenn das Haus – alle 287 Zimmer - voll belegt ist, dann kann „ein Gast auch mal Glück haben“, sagt Timm. Das bedeutet: Der darf dann zum Preis einer anderen Suite in der Luxus Suite nächtigen. Ein schönes Upgrade.

Auch eine eigene Sauna haben die Gäste der Luxus Suite.

Volkmar Könneke

Timm plaudert aus dem Nähkästchen: Während Corona, als die Clubs geschlossen hatten, gab es auch Leute, die dort Partys schmeißen wollten. Die Betonung liegt auf wollten. „Wenn uns das aufgefallen ist, konnten wir das verhindern.“ Da spricht der erfahrene Fachmann. „Man merkt ja, was Sache ist.“

Die Terrasse ist riesig und bietet einen tollen Blick über die Stadt.

Volkmar Könneke

Ein Blick ins Gästebuch des Ulmer Maritims verrät, welche prominenten Gäste dort in den vergangenen Jahren genächtigt haben. Der Reigen reicht von Weltstars wie Anastacia über deutsche Popstars wie Johannes Oerding, Peter Maffay, Smudo und Max Giesinger und Comedians wie Ralf Schmitz, Matze Knop und Bülent Ceylan bis zu Schauspielerinnen wie Katja Riemann, Moderatorinnen wie Katrin Müller-Hohenstein und Politikerinnen wie Ursula von der Leyen.

Auch Angela Merkel ist schon im Maritim abgestiegen und hat sich im Gästebuch verewigt.

Volkmar Könneke

Auch Angela Merkel ist dort schon abgestiegen, zuletzt als Privatperson auf einer Reise im April 2022. Die Ex-Kanzlerin hat aber nicht in einer Suite genächtigt, sondern in einem normalen Zimmer, verrät der Hoteldirektor. „Sie ist da recht bescheiden.“

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