Hat was von Schnitzeljagd: Wir testen das Angebot der UlmCard
Angebote der Ulm/Neu-Ulm Touristik, wie etwa die UlmCard, sind was Tolles für Touristen. Dachten wir. Aber dann sind wir losgestiefelt und probierten aus, was wir alles an nur einem Tag in und um Ulm unternehmen können – und wollen. Der Abend brachte glühende Füße und eine klare Erkenntnis.
Los geht‘s durch Ulm
10 Uhr Treffpunkt am Ulmer Stadthaus zur Stadtführung. Die Führung hatten wir nach der Bestätigung der digitalen UlmCard ausgesucht und gleich gebucht. Wir huschen noch kurz ins Stadthaus und holen uns das Büchlein über Ulm ab, das auch in der UlmCard enthalten ist. Jetzt nur noch unsere Gruppe suchen. Gar nicht so leicht, denn auf dem Münsterplatz wuselt es von Menschen. Vier, nein, fünf Gruppen warten auch auf ihre gebuchte Runde durch die Stadt. Hier wird französisch geplaudert, das scheint nicht unsere Gruppe zu sein. Ist das daneben holländisch? Es ist schon kurz nach 10! Wir fragen in der Touristinfo nach … eine nette Mitarbeiterin kommt mit raus, schaut sich suchend um und sorgt routiniert für unseren richtigen Anschluss. Der Gästeführer Rudolf Schirmer erklärt gerade das Tastmodell auf dem Münsterplatz, als wir uns anschließen. Später weist er im Münster auf tolle Details hin und das mit einem freundlichem Lachen, nettem schwäbischen Dialekt und beeindruckendem Wissen. Hach, was könnten wir noch alles lernen über unsere eigene Stadt. Aber in der Rabengasse verlassen wir unauffällig die Gruppe, denn wir haben ja eine enorme Liste zusammengestellt, damit wir viel von den Angeboten, die in der UlmCard enthalten sind, „mitnehmen“ können.
Nudeln, Bus und Apfelküchle
Als Ulm-Kennerinnen wissen wir, dass es nicht weit ist bis zur Herrenkellergasse. Dort holen wir uns ein Päckchen Ulm-Nudeln im Laden „Gutes von Hier“ ab. Die Dame an der Kasse scheint unseren Selbstversuch durchschaut zu haben und meint bei der Übergabe der Nudeln: „Ihr seid aber Ulmerinnen, oder?“. Woran hat sie das nur gemerkt?
Ein Blick auf beigefügten Stadtplan und Liste, auf der wir unsere ausgewählten Highlights nummeriert haben: Theater Ulm. Hier soll es gratis Programmhefte für uns geben. Die Mitarbeiterinnen an der Kasse wissen von nichts – aber das mit großer Freundlichkeit. Hierher verirren sich wohl nicht viele Tourist:innen. Rasch ist alles geklärt und wir suchen uns je ein Booklet aus. Da wir die „UlmCard 24h/inkl. ÖPNV“ haben, wollen wir jetzt Bus fahren. Die Linie 6 bringt uns zur Steinernen Brücke und wir suchen uns ein schattiges Plätzchen im Gastgarten der Lochmühle. Direkt an der Blau - Auftritt Reiher inklusive. Spätestens jetzt fühlen wir uns wie begeisterte Gäste der Stadt! Der Kellner kennt die UlmCard, ein Blick aufs Display des Handys und schon bald stehen knusprige Apfelküchlein auf dem Tisch. Auch die sind Teil der UlmCard.
Über die Donau
Durchs Fischerviertel an die Donau (irre, wie viele Touristen hier unterwegs sind und jeden Stein fotografieren), über die Stadtmauer nach Neu-Ulm. Das erste Museum will erobert werden! Im Edwin Scharff Museum klappt es technisch nicht gleich mit dem Einscannen unseres QR-Codes, aber der nette Mitarbeiter meint dann, wir sollen einfach schon mal reingehen, er klärt das so lange. Gut! Denn alles, was wir nicht haben, ist Zeit! Die Sonderausstellung „Schöner betörender Schein“ ist mehr als toll – wir wollen beide nochmal herkommen (ein Vorteil, wenn man Touristin in der eigenen Stadt ist). Zum Abschied meint der Mann an der Kasse, es habe jetzt geklappt, und fragt interessiert nach, wie uns die Ausstellung gefallen habe (alle so nett in der Doppelstadt!).
Eine kurze Stärkung ist nötig und wir laufen zum Neu-Ulmer Café Konzertsaal. Einen Espresso verspricht uns die Liste hier. Der Kellner (sehr nett!) kannte die UlmCard nicht, löste das Thema aber ebenfalls unkompliziert, er fotografierte einfach unsere Handys mit dem geöffneten UlmCard-Ticket für seine Chefin und brachte zwei Tässchen starken Kaffee.
Zurück nach Baden-Württemberg
Unsere Füße schreien wieder nach einer Busfahrt, aber das lohnt sich nicht, denn die Kunsthalle Weishaupt liegt ja nur einen Steinwurf entfernt – oder besser ein Bundesland entfernt, denn jetzt geht’s wieder über die Donau. In der Kunsthalle Weishaupt wird routiniert abgescannt und wir können uns die aktuelle Ausstellung in Ruhe ansehen. Herrlich, die großen Räume, das Licht, die Bilder …
Wieder im Gewusel in der Neuen Mitte: kurzer Listencheck. Das Haus der Stadtgeschichte steht an. Mal ein bisschen in der Vergangenheit Ulms stöbern. Außerdem soll es hier eine Postkarte mit historischem Motiv für uns geben. Sind ja nur ein paar Schritte zum Schwörhaus. Ups! Hier stehen wir erstmals vor verschlossenen Türen. Just heute ist das Stadtarchiv ausnahmsweise geschlossen. Schade!
Dann geht es eben gleich ins Stadthaus. Hier wollen wir noch ein kleines Präsent abholen. Den versprochenen Holzwürfel mit Thymiansamen gibt es ganz oben im Stadthaus. Die Fotoausstellung nehmen wir im Augenwinkel mit (auch die Augen sind langsam müde). Kurz noch auf einem Liegestuhl auf der Terrasse ausruhen? Nein, die Gefahr ist groß, dass wir dann gar nicht mehr aufstehen und wir wollten doch eigentlich noch … ins Naturmuseum … ins HFG-Archiv … einen Cidre in der Creperie Kornhäusle trinken … mit dem Birdly fliegen … auf den Münsterturm steigen … in den Tiergarten in die Au fahren … ins Donaubad gehen …
Wir lassen uns nur noch durch die Hirschstraße treiben und steuern das Me and All Hotel an. Der Aufzug bringt uns in die Rooftop Bar. Eine (jaaa, schon wieder supernette) Mitarbeiterin schickt uns – nach einem kurzen Blick auf die UlmCard – auf die Terrasse und bringt zwei erfrischende Getränke. Zwischen all den Gästen hier fühlen wir uns wie im Urlaub!
Das war nicht das letzte Mal
Unsere Erkenntnis: Die UlmCard ist ein tolles Angebot – für Touristen, für Gäste – für uns! Museen, in die man sonst vielleicht nicht geht, kulinarische Überraschungen und kleine Präsente – und das Ganze mit einem Hauch von Kindheitsgefühl bei einer Schnitzeljagd. Nächstes Mal buchen wir die 48-h-Karte. Denn da wären ja noch das Museum für Brot und Kunst gewesen, das Donauschwäbische Zentralmuseum, ein Prosecco im KCC, eine freie Fahrt zum Kloster Wiblingen … und und und. Wer übrigens denkt, das Ganze wäre sündhaft teuer, wird überrascht sein. Die 24-Stunden-UlmCard kostet 17 Euro (mit ÖPNV 22 Euro), die für 48 Stunden 19 Euro (mit ÖPNV 26 Euro).
[frizz]
Wo gibt’s die UlmCard?
Die UlmCard kann online für 24 oder 48 Stunden (mit oder ohne ÖPNV) gebucht werden. Weitere Informationen unter: tourismus.ulm.de



