Geißenklösterle wegen Steinschlaggefahr gesperrt: Wo man noch die Steinzeitwege erwandern kann, welche Alternativen es gibt

Die Höhle Geißenklösterle bei Blaubeuren ist für ein Jahr gesperrt – wegen Steinschlaggefahr.
Roswitha Guggemos- Die Unesco-Höhle Geißenklösterle bei Blaubeuren ist wegen Steinschlaggefahr für ein Jahr gesperrt.
- Der „Eiszeitjägerpfad“ bleibt begehbar, während der Themenweg „Eiszeitspur Geißenklösterle“ gesperrt ist.
- Archäologische Funde wie Flöten und Figuren aus Mammutelfenbein machen die Höhle weltberühmt.
- Besucher können Alternativen wie den „Hohle Fels“ und das Urgeschichtliche Museum in Blaubeuren erkunden.
- Geißenklösterle gilt als wichtige Fundstelle der Altsteinzeit und Referenz für Europas jüngere Altsteinzeit.
Die Zusammenfassung wurde durch künstliche Intelligenz erstellt.
Der Zugangsweg zur Unesco Welterbehöhle Geißenklösterle bei Blaubeuren ist aufgrund von Steinschlaggefahr aus Sicherheitsgründen für zunächst ein Jahr gesperrt. Wer dort unterwegs ist, sollte besonders aufmerksam sein, auf lose Steine achten und den Aufenthalt direkt unter Felswänden meiden. In der jüngsten Gemeinderatssitzung hatte die Stadtverwaltung Blaubeurens den Gemeinderat darüber informiert, dass die Zugänglichkeit zur Höhle aus Sicherheitsgründen vorübergehend eingeschränkt werden muss. „Grund ist, dass sich die Felsen rund um den Höhlenvorplatz in einem sehr fragilen Zustand befinden“, informiert die Stadt.
Es seien schon erste Sicherungs- und Beräumungsarbeiten durchgeführt worden. Weitere Untersuchungen und Gutachten stehen an. Mit welcher Höhe an Kosten für nötige Arbeiten zu rechnen sein wird, steht noch nicht fest. Es sei mit einem Jahr Sperrung zu rechnen. Der unterhalb des Geißenklösterles vorbeiführende Wanderweg „Eiszeitjägerpfad“ bleibt – mit dem Hinweis auf mögliche Steinschlaggefahren – offen und begehbar. Der Themenweg „Eiszeitspur Geißenklösterle“ ist allerdings nicht zugänglich.
Teil des Bruckfelsens
Die Höhle Geißenklösterle ist Teil einer halbrunden Felsengruppe, dem Bruckfelsen, der hoch über dem Achtal thront. Von der Höhle aus rund 60 Metern Höhe blickt man herab auf das Tal, durch das einst die Donau floss. Archäologische Ausgrabungen im Geißenklösterle erbrachten außergewöhnliche Funde. Tierfiguren aus Mammutelfenbein und der „Adorant“, eine Menschendarstellung im Halbrelief auf einem Elfenbeinplättchen, zeugen von der großen künstlerischen Schaffenskraft unserer Vorfahren vor rund 40.000 Jahren. Doch damals wurden nicht nur Kunstwerke geschnitzt, sondern auch Musikinstrumente. Drei filigrane eiszeitliche Flöten, zwei aus Schwanenknochen und eine aus Mammutelfenbein, hat man in der Höhle durch mehrere Grabungskampagnen entdeckt. Es handelt sich dabei um die ältesten Musikinstrumente der Welt. Wie sie geklungen haben, kann man im Urgeschichtlichen Museum (Urmu) in Blaubeuren erfahren.
Auf www.weltkultursprung.de/hoehlen/achtal/geissenkloesterle kann man die gesperrte Höhle im dreidimensionalen Modell betrachten. Wer den Beute- und Streifzug eines Eiszeitjägers nachempfinden möchte, kann bei Blaubeuren auf dem „Eiszeitjägerpfad“ fündig werden. In den Höhlen im Achtal lebten sowohl Neandertaler als auch der Moderne Mensch. Vom Stadtrand wird den Steilhang der Weiler Halde hinauf gewandert, wo es bei der Brillenhöhle einen ersten Einblick in die steinzeitlichen Lebensverhältnisse gibt. Durchs Felsenlabyrinth gelangt man zur mittelalterlichen Ruine Günzelburg. Es geht bergab, am Schneckenfels vorbei, nach Weiler und auf die andere Talseite ins Welterbegebiet. Ein schmaler Pfad führt hinauf ins Felsmassiv des Bruckfels, ein von den Eiszeitmenschen häufig aufgesuchter Ort. Über das Köhnenbuch, einen Buchen-Steppenheidewald, kommen Besucherinnen und Besucher zum Schillerstein und wandern anschließend zurück nach Blaubeuren.
Extratipp
Vom Fuß des „Geißenklösterle“ aus kann noch ein Abstecher zum „Hohle Fels“ im Achtal (ca. 3 km) unternommen werden. Es ist die Fundstelle der Eiszeitfigur „Venus vom Hohle Fels“, deren Original im Urmu Blaubeuren ausgestellt ist. Wer einen Besuch im Urgeschichtlichen Museum einplant, kann auch mehr über das Geißenklösterle erfahren, eine der wichtigsten altsteinzeitlichen Fundstellen der Welt. Es ist die erste modern gegrabene Fundstelle in der Region, die sehr gut erforscht ist, und gilt unter Forschern als Referenzfundstelle für die Jüngere Altsteinzeit Europas. Berühmt wurde das Geißenklösterle durch die frühen figürlichen Kunstwerke aus Mammutelfenbein. Dargestellt wurden sowohl Tiere (Mammut, Moschusochse, Bär) als auch ein Mischwesen aus Mensch und Tier (Adorant). Mit einem Alter von 40.000 Jahren gehören sie zu den ältesten bekannten figürlichen Kunstwerken der Menschheit.



