Geiselnahme in Ulm
: 44-jähriger Täter steht bald vor Gericht!

Der 44 Jahre alte Soldat aus Nordrhein-Westfalen, der im Januar durch eine Geiselnahme in Ulm bei Starbucks für Aufregung sorgte, steht vom 9. September an vor dem Ulmer Landgericht.
Von
swp
Ulm
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Der mutmaßliche Tatort am frühen Samstagmorgen. Vor dem Rewe-Markt und Starbucks sind Kennzeichnungen der Ermittler und der Kriminaltechnik zu sehen. eine beschädigte Scheibe am Eingang zum supermarkt ist notdürftig mit Pappe bedeckt. Innen sind auf dem Boden rote Flecken erkennbar.

In Ulm gab es am 26.01.2024 eine Geiselnahme, die Polizei schoss den Täter nieder. Am Morgen sind am Tatort die roten Kennzeichnungen der Spurensicherung zu sehen. Am Rewe-Markt ist eine Scheibe am Eingang notdürftig mit Pappe bedeckt, innen sind mutmaßlich Butspuren zu sehen.

Der mutmaßliche Tatort vom Januar: In Ulm gab es am 26.01.2024 eine Geiselnahme, die Polizei schoss den Täter nieder.

Sven Kaufmann

Vor dem Landgericht Ulm beginnt am 9. September das Verfahren gegen einen 44-jährigen Soldaten wegen Geiselnahme in einem UImer Café. Wie berichtet, hatte die Ulmer Staatsanwaltschaft Ende April Anklage gegen den Mann aus Nordrhein-Westfalen erhoben. Ende Januar 2024 soll dieser – ausgestattet mit einer täuschend echten Pistolenattrappe sowie dem nicht funktionsfähigen Nachbau eines Maschinengewehrs – im Ulmer Starbucks 12 Geiseln genommen haben, die er nach und nach frei ließ, bis er von der Polizei angeschossen wurde, was laut Staatsanwaltschaft Ulm auch sein Plan gewesen sei.

Sechs Verhandlungstage

Er habe die Gäste wie auch die Mitarbeitenden des Cafés bedroht, zugleich aber auch aufgefordert, die Polizei zu rufen. Bis auf eine Geisel habe er dann die anderen Personen nach und nach gehen lassen. Mit der letzten Geisel – einer Cafémitarbeiterin – habe er sich dann nach draußen begeben, wobei er ihr die Pistolenattrappe von hinten gegen den Nacken gehalten habe. Wie von ihm erwartet, eröffneten die vor Ort eingesetzten Polizeibeamten das Feuer, woraufhin der Angeschuldigte selbst getroffen und schwer, aber nicht lebensgefährlich verletzt wurde. Sämtliche Geiseln blieben unverletzt.

Der Angeklagte befindet sich in Untersuchungshaft. Er wird von zwei Rechtsanwälten verteidigt. Für die Verhandlung vor der 1. Großen Strafkammer am Ulmer Landgericht sind Tage angesetzt. Das Aktenzeichen lautet 1 KLs 21 Js 2546/24. Als Sitzungstage sind vorgesehen:

  • Montag, 9. September, 9 Uhr (8 Zeugen)
  • Mittwoch, 11. September, 9 Uhr (11 Zeugen)
  • Montag, 16. September, 9 Uhr (1 Zeuge)
  • Dienstag, 17. September, 9 Uhr
  • Mittwoch, 2. Oktober, 9 Uhr sowie
  • Donnerstag, 10. Oktober, 9 Uhr.

Zu allen Terminen ist zudem ein psychiatrischer Sachverständiger geladen. Den Vorsitz der Kammer führt Vorsitzender Richter am Landgericht Michael Lang, richterliche Beisitzer sind Richter am Landgericht Alexander Spengler und Richterin Jule Schütz.