Garten und Balkon im Hitzesommer: Diese Pflanzen trotzen der Hitze

Die Sommer werden heißer, Gartenbepflanzung muss neu gedacht werden. Diese Pflanzen eignen sich für viel Sonne und trockene Phasen. Im Bild: Blüten-Salbei lockt mit seinen violetten Blüten die Bienen im Frankfurter Bethmannpark an.
Arne Dedert/dpaAktuelle Wettermodelle prognostizieren einen Jahrhundertsommer. In vielen Teilen des Landes war bereits der Frühling zu warum, zu trocken. Wer jetzt den Balkon neu bepflanzt oder den Garten fit für kommende Hitzephasen machen möchte, sollte auf Pflanzen setzen, die Hitze und Trockenheit gewachsen sind, volle Sonne vertragen und im besten Fall insektenfreundlich sind.
Woran erkennt man trocken- und hitzeresistente Pflanzen?
Oft haben solche Pflanzen tief reichende Wurzeln, dicke Blätter oder eine wachsartige Schutzschicht. Sie benötigen weniger Wasser, vertragen direkte Sonne und überstehen Trockenphasen ohne größere Schäden. Gerade in Zeiten des Klimawandels lohnt sich der Umstieg auf solche Arten – nicht nur für den Garten, sondern auch für Balkon und Terrasse.
Diese Pflanzen trotzen der Sommerhitze
Lavendel – der Sonnenanbeter: Lavendel liebt sonnige Standorte und kommt mit wenig Wasser aus. Er verströmt nicht nur mediterranen Duft, sondern zieht auch reichlich Bienen und Schmetterlinge an. Ideal für Beete und große Kübel. Die Büsche benötigen zweimal im Jahr einen Schnitt, damit sie reich blühen und kompakt wachsen.
Woll-Ziest – der Dekorative: Woll-Ziest (Stachys byzantina) ist ein idealer Bodendecker und eine dekorative Unterpflanzung für hoch wachsende Stauden wie dem Sonnenhut, welcher sich ebenso für vollsonnige Standorte eignet. Dabei sind die flaumig-weichen, graugrünen Blätter sehr dekorativ und bilden ein schönes Farbspiel in Verbindung mit pinken oder violetten Blüten.
Bohnenkraut und Teppichthymian – die Bienenmagneten: Bohnenkraut (Satureja) ist nicht nur ein beliebtes Küchengewürz, auch als reich blühender und schnell wachsender Bodendecker ist Bohnenkraut geeignet. Es blüht nach milden Wintern schon relativ zeitig im Mai und nach einem Rückschnitt sogar ein zweites Mal. Teppichthymian (Thymus serpyllum) ist ein winterharter, reich blühender Bodendecker, der sich auch für Kübel eignet. Sogar Wege oder Zwischenräume zwischen Steinplatten können mit der trittfesten Staude bepflanzt werden.
Steppen-Salbei – der Grazile: Blütensalbei oder Steppensalbei (Salvia nemorosa) ist eine mittelhohe Staude mit ährenartigen, weißen oder violetten Blüten, die im Garten für lange Blütenfreude sorgt. Die Staude gedeiht auch auf sandigen Böden.
Ziergräser – robust und elegant: Viele Gräser wie das Lampenputzergras oder das Reitgras vertragen Hitze und Trockenheit gut. Sie bringen Leichtigkeit in Beete und benötigen wenig Pflege.
Sedum-Variationen – die Vielfältigen: Sie machen begrünte Hausdächer bunter und wachsen sogar zwischen Steinen. Sedum-Varianten wie Fetthenne, Mauerpfeffer oder Fettblatt sind nicht nur pflegeleicht, sondern auch extrem trockenresistent. Die unzähligen Arten blühen teilweise auch sehr schön und eignen sich zur Bepflanzung von flachen Schalen oder zur Anlage eines Steingartens. Besonders die Variationen des Mauerpfeffers eignen sich als Bodendecker.
Katzenminze – Farbtupfer im Trockenbeet: Katzenminze (Nepeta cataria) ist wegen ihres Duftes nicht nur bei Katzen beliebt, auch Bienen, Hummeln und Schmetterlinge steuern die violetten Blüten gern an, die sich nach einem Rückschnitt im Sommer auch noch ein zweites Mal zeigen. Im Handel gibt es diese pflegeleichte Gartenpflanze in unterschiedlichen Variationen, zum Beispiel mit besonders kleinen Blättern oder sehr großen Blütenständen.
Schafgarbe – dankbare Staude: Die Schafgarbe (Achillea millefolium) gibt es in verschiedenen Farben, sodass sie sich in Balkonkästen oder im Beet vielseitig einsetzen lässt. Die Staude liebt volle Sonne und kommt zuverlässig jedes Jahr wieder.
Bougainvillea – Farbenfeuerwerk aus dem Süden: Die Bougainvillea spectabilis liebt Sonne und Wärme. Mit wenig Wasser und viel Licht entfaltet sie ihre leuchtenden Hochblätter, die Terrassen und Balkone in mediterrane Oasen verwandeln. Die Pflanze sollte allerdings im Kübel bleiben, da sie geschützt überwintern muss.
Oleander – Blütenpracht trotz Trockenheit: Der Oleander stammt aus Südeuropa und ist auf Hitze bestens vorbereitet. Die Pflanze sollte in einen ausreichend große Topf oder Kübel gesetzt werden. Bei regelmäßiger Düngung blüht er üppig den ganzen Sommer über. Oleander muss den Winter in einem Winterquartier verbringen. Das kann ein heller, kühler Wintergarten oder ein kühles Treppenhaus sein.
Hitzeresistenz beginnt bei der richtigen Pflege
Auch die robusteste Pflanze braucht Unterstützung: Gießen sollte man am besten morgens oder abends, damit weniger Wasser verdunstet. Mulchen hilft, die Bodenfeuchte zu bewahren. Für die oben genannten Pflanzen ist zudem eine Drainage zur Verhinderung von Staunässe wichtig (z.B. mit einer Schicht Blähton), wenn sie im Topf oder Kübel gepflanzt werden sollten.







