Fußballspiel Presse gegen Justiz: Derby-Klatsche für Presse-Team: Ulmer Justiz verhängt die Höchststrafe
„Erst hatten wir kein Glück, und dann kam auch noch Pech dazu“; „haste Scheiße am Fuß, haste Scheiße am Fuß“; „22 Männer jagen 90 Minuten dem Ball nach, und am Ende gewinnen immer die Juristen“ – es gibt Spiele, da helfen am Ende nur noch die abgedroschensten unter den Fußball-Floskeln, um das Geschehen zu verarbeiten. Nach dem diesjährigen Traditions-Kick „Presse gegen Justiz“ muss die Journaille jetzt jedenfalls schonungslos analysieren, Mentalität zeigen, Fehler abstellen und künftig kompakter stehen. Mindestens. Denn das Spiel ging in seiner 22. Auflage sage und schreibe 1:12 aus – eine derbe Klatsche und die höchste Niederlage, die die Presse-Kicker jemals einstecken mussten. Man könnte auch, ohne die Dinge hochzusterilisieren, sagen, es wurde die fußballerische Höchststrafe verhängt, und das noch mit besonderer Schwere der Niederlage. Die Tore fielen zwar allesamt zu psychologisch ungünstigen Zeitpunkten, aber dennoch ließ sich ein Klassenunterschied bei 30 Grad Celsius auf dem Gelände des SSV Ulm 1846 nicht leugnen.
Justiz mit ungewohnter Effizienz
Das Juristen-Team hingegen zeigte sich ungewohnt effizient und ließ weder Gnade vor Recht noch mildernde Umstände gelten, als es die Journalisten-Deckung ein ums andere Mal auseinander nahm – und bewies, dass es auf dem Fußballplatz ebenso wie vor Gericht keine gute Idee ist, ohne echten Verteidiger aufzulaufen. Denn als geschulte Rechtsverdreher erkannten die Justiz-Kicker um Presse-Staatsanwalt Michael Bischofberger rasch, dass nur ein sehr bedingter Vorsatz zum Defensivverhalten nachweisbar war – und im Gegensatz zum ersten Staatsexamen auch noch eine unbegrenzte Zahl an „Freischüssen“ gewährt wurde. So gab es dann für das überforderte Presse-Team die Höchststrafe im Dutzend billiger.
In der Gesamtrechnung des historischen Ulmer Derbys zieht die Justiz mit dem fünften Sieg in Folge auf 14:8 davon – für die Journaille wird es also schwierig, das vor 2030 noch aufzuholen. Aber man denkt ja von Spiel zu Spiel, und der Ball ist rund!
Die Tore für die Juristen schossen: Philip Brenner (5), Marius Reichle (2), Michael Bischofberger, Niklas Franz, Alex Kessler, Stefan Ullrich und Niklas Stark. Den Ehrentreffer für die Presse erzielte Nico Wirth.












