Funkenfeuer in Regglisweiler: Unbekannte brennen Funken am hellichten Tag ab!

In Regglisweiler ist der funken von Unbekannten vorzeitig angezündet worden. Eine Party gibt es trotzdem.
Markus BehrendtTränen und Enttäuschung bei der Jugendfeuerwehr Regglisweiler. Alle hatten sich darauf gefreut, viele Menschen hatten bei der Vorbereitung des Regglisweiler Funkenfeuers geholfen: Am Samstagabend gegen 18 Uhr hätte die Jugendfeuerwehr auf der Wiese bei der „Holzkrähe“ den sorgsam gestapelten Funken entzünden sollen — doch jetzt ist es Essig mit der beliebten Tradition: Unbekannte Bösewichte haben den Funken bereits am Freitag angezündet, am hellichten Tag. Wer für die Tat verantwortlich ist, ist noch unklar.
Regglisweiler Funkenfeuer: Nur noch verkohlte Reste
Die Polizei und die Feuerwehr wurden am Freitag gegen 16.30 Uhr von Anwohnern wegen des Brandes alarmiert. Die Feuerwehr ließ das Feuer laut Ulmer Polizei kontrolliert abbrennen. Ermittelt werde gegen die unbekannten Zündler nicht, denn es liege ja keine Straftat vor, hieß es im Präsidium weiter. So etwas komme selten vor, viele würden auch eine Brandwache einsetzen. Warum der Anschlag in Regglisweiler nicht bemerkt wurde? Am hellichten Tag war gerade keine Sicherheitswache vor Ort gewesen. „Das war schon dreist“, sagt der für Öffentlichkeitsarbeit zuständige Markus Behrendt von der Feuerwehr Dietenheim.
Übrig geblieben ist von dem rund sechs Meter hohen Stapel aus Holz, Heuballen und rund 3000 in Dietenheim und Regglisweiler gesammelten Christbäumen nur noch ein rauchender Haufen. Das trifft viele Menschen hart. Nicht nur die Macher vor allem der Feuerwehr–Jugend, die zwei Tage gestapelt hatten, sondern auch die großen und kleinen Gäste, die sich auf ein stimmungsvolles Feuer und die Bewirtung mit traditionellen Roten, Käsewecken, Glühwein, Punsch und kalten Getränken gefreut hatten.
Trotz Brandstiftung Funkenparty in Regglisweiler
Doch nach dem ersten Schock gibt es immerhin schon wieder einen Lichtblick: Die Regglisweiler Feuerwehr–Jugend um Jaquel Koch–Pérez setzt nun Plan B um: Am Samstag um 19 Uhr wird trotzdem eine Funkenparty steigen, und zwar am Gerätehaus in Regglisweiler. Dort knistert es zumindest in Feuertonnen. Die Feuerwehr der Stadt Dietenheim schreibt dazu auf Facebook: „Aufgrund von Brandstiftung findet eine Funkenparty am Gerätehaus Regglisweiler statt. Teilen erwünscht.“ Samt einem Foto, auf dem fünf Mitglieder der Wehr — wie zum Trotz — einig vor dem abgebrannten Funken stehen.
Auf Facebook wird der „Angriff“ kommentiert. Eine Userin fragt, „Welche Penner waren denn das?“ Worauf ein anderer antwortet: „Das sind keine Penner das ist ausnahmsweise mal ein uralter Brauch. Wenn schon, dann hat die „Brandwache“ gepennt. Also alles gut.“ Es ist übrigens in vier Jahrzehnten das dritte Mal, dass der Regglisweiler Funken von Unbekannten verfrüht abgebrannt wurde.

