Fasnet in Ulm
: Wie der Gaugama Söflingen erschreckt

Alle zwei Jahre führt die Gaugama-Zunftgruppe im Klosterhof Söflingen die Geschichte hinter der Fasnets-Figur „Gaugama“ auf. So schaurig war die Aufführung 2026.
Von
Yasmin Nalbantoglu
Ulm
GaugaMa in der Blau im Klosterhof Söflingen. Die Figur feiert in diesem Jahr das 30. Jubiläum.

Fasnet in Ulm: Taufe vom GaugaMa im Klosterhof in Söflingen an der Blau

Trotz Kälte wagen sich die Gaugama-Darsteller in die Blau, um die Geschichte der Fasnetsfigur nachzustellen. Archivbild.

Schwerdtfeger Lars
- Söflingen: Gaugama-Sage trotz Regen im Klosterhof aufgeführt (11.02.26). - Das Schauspiel findet nur alle zwei Jahre statt – viele Besucher kamen. - Legende: „Gaugama“ lockt bei Mondschein Kinder ins Wasser der Blau. - Häs: wellenförmige Stoffbänder in Blau, Grau, Grün; Holzmaske mit Grinsen. - Zunftmitglied Christian Ingrisch: „Riesen-Ehre“; nächste Aufführung erst 2028.

Die Zusammenfassung wurde durch künstliche Intelligenz erstellt.

„Gang net näh ans Wasser na, sonscht holt di dr´GaugaMa“ – diese alte Weisheit hat am Mittwoch (11.02.26) in Söflingen kaum jemand berücksichtigt. Denn zur Aufführung der Gaugama-Sage sind trotz Regen zahlreiche Menschen erschienen. Das Fasnets-Schauspiel findet nur alle zwei Jahre im Klosterhof statt. Auch in diesem Jahr führte die Zunftgruppe der Gaugama wieder die Geschichte der gruseligen Wassergestalt auf.

Bei Dunkelheit und Regen wurde die alte Legende vorgetragen: Die Bewohner und Bewohnerinnen Söflingens sollen sich einst vor der schaurigen Wassergestalt gefürchtet haben, die in den Niederungen des Flusses Blau lebte. Der sogenannte „Gaugama“ soll vor allem Kinder, aber auch andere schmächtige Menschen, bei Mondschein ins Wasser gelockt und sie zu Seinesgleichen gemacht haben.

Um Kinder vor dem Gaugama zu warnen, ist dann die bekannte Redewendung entstanden: „Gang net näh ans Wasser na, sonscht holt di dr´GaugaMa!“ Auf Hochdeutsch also: „Gehe nicht zu nah ans Wasser heran, sonst holt dich der Gaugama!“

„Man lebt es aus dem Herzen.“

Der Gaugama trägt ein Häs, also ein Fasnetskostüm, aus vielen wellenförmigen Stoffbändern, die übereinander liegen. Farblich sind die Stoffstücke in verschiedenen Blau-, Grau- und Grüntönen gehalten. Auch gehört eine Holzmaske mit einem Grinsen und dunkel wirkenden Augen zum Häs.

Für die Mitglieder der Narrenzunft Ulm und der Gaugama-Gruppe ist das Tragen des blau-grünen Häs ein Highlight. „Das ist natürlich immer eine Riesen-Ehre, besonders am heutigen Tag das Häs zu tragen“, erzählt Christian Ingrisch nach der Aufführung im Klosterhof. Der 52-Jährige ist schon seit mehr als 25 Jahren Mitglied der Ulmer Narrenzunft und überregional im Brauchtumsausschuss tätig. „Man freut sich schon das ganze Jahr darauf, dass endlich am 5. Januar die Fasnacht beginnt. Man gibt das auch an seine Kinder weiter und man lebt es aus dem Herzen.“

In Söflingen gab es nach der etwa einstündigen Aufführung Applaus für das Gaugama-Schauspiel. Erst 2028 wird der Gaugama die Söflinger wieder heimsuchen.

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