Fasching 2021: Trotz Corona: „Fasnet im Herzen“ - Mit diesen Bildern feiern Menschen digital auf WhatsApp

Dieses Jahr können sie sich nicht auf den Ulmer Straßen tummeln: Die GaugaMa Narren
PixabayAn Fasching findet das Leben auf der Straße statt: Schunkelnde Menschen, tanzende Funkenmariechen, singende Narren und fliegendes Konfetti. Eigentlich. Denn dieses Jahr ist alles anders. Corona bringt Fasching zum Erliegen: keine Umzüge, keine Bälle und kein gemeinsames Feiern. Das schmerzt Hästräger und Fasnetfans.
Um die fünfte Jahreszeit zumindest ein bisschen aufleben zu lassen, gibt es jetzt einen neuen Whatsapp-Trend. Nutzer des Nachrichtendienstes werden per Nachricht dazu aufgerufen, ihr Profilbild zu wechseln - und ein Faschingsbild aus den vergangenen Jahren zu verwenden. Unter dem Motto „Fasnet im Herzen“ feiern die Narren digital.

Mit dieser Nachricht motivieren sich Faschingfans gegenseitig auf WhatsApp zum kostümierten Profilbild.
Screenshot WhatsApp PrivatFasnet während Corona: Das sagen die Zünfte in Ulm zum neuen Trend
Fragt man Gerhard Wies, Vorsitzender der Narrenzunft Ulm, ob auch er an dem neuen Whatsapp-Trend mitmacht, antwortet er sofort: „Natürlich!“ Ein Drittel bis die Hälfte aller Mitglieder würden sich bei der Aktion beteiligen. „Jeder von uns vermisst Fasnet.“ Die Profilbilder würden dabei helfen, die Faschings-Tradition zurück in die Köpfe zu holen und am Leben zu halten.
Die fünfte Jahreszeit kann in Ulm dieses Jahr nur digital stattfinden. „Wir mussten alles absagen“, sagt der Zunftmeister. Bis auf eine Ausstellung der Häser und Masken in der Ulmer Stadtbibliothek gibt es keine Aktionen oder Veranstaltungen. Vom alljährlichen „Ulmzug“ können die Narren nur träumen. Der Verzicht macht kreativ: Neben der Whatsapp-Bilder-Aktion haben einige Faschingfans auch alte Christbäume dekoriert: Sie stehen nun als Narrenbäume geschmückt auf den Balkonen.
Fasching 2021: Verkleidet im Video-Chat
Auch aus dem Landkreis Neu-Ulm ist Fasching nicht wegzudenken. Für Lisa Fesenmayer aus Vöhringen geht in diesem Jahr Einiges verloren. „Es ist schon traurig. Vor allem wegen den Leuten, die man nicht sieht und der guten Stimmung.“ Die 27-Jährige macht, wie auch ihre Mutter und ihre Oma, bei der WhatsApp-Aktion mit. Ihr aktuelles Profilbild: Ein Selfie, auf dem sie das traditionelle Kostüm, das sogenannte Narrenhäs, ihres Vereins trägt. Die Maske, die einen von schwerer Arbeit gezeichneten Bauern symbolisiert, trägt sie in der Hand statt auf dem Gesicht. In unserer Bilder Galerie seht ihr die schönsten Faschings-Profilbilder unserer Leserinnen und Leser:
Ihr Verein „Wasamolle Illerberg/Thal“ feiert in diesem Jahr das 22. Jubiläum. „Wir wollten es groß aufziehen“, sagt die 27-Jährige. Doch dann kam Corona. „Aber wir wollen trotzdem präsent sein.“ Für regelmäßige Video-Telefonate mit ihren Vereinskollegen richtet sich Fesenmayer traditionell her. Im Kostüm setzt sie sich dann vor ihre Laptop-Kamera und feiert Fasching in abgespeckter Version mit Freunden virtuell.
Ohne Fasching fehlt etwas
Im Vergleich zu den Feiern der vorherigen Jahre fehlt jedoch etwas. In der Zeit zwischen dem 5. Januar und dem sogenannten „Gombigen Doschdig“ (auch „Schmotziger Doschdig“ oder „Glombiger Doschdig“ genannt) gibt es für Gewöhnlich kein Wochenende, an dem die 27-Jährige nicht auf einer Fasnets-Veranstaltung ist. „Da kommt einfach Stimmung auf. Das kann man mit Nichts vergleichen.“ Ohne die bunten Faschingsfeiern fühle sie sich fast ein wenig verloren, wisse beinahe nicht, was sie mit der Zeit ohne Umzüge anfangen solle.
Optimistisch blickt Fesenmayer aber in das nächste Jahr. Die Vorfreude sei riesig. Sie ist sich sicher: Wenn Fasnet 2022 wieder traditionsgemäß stattfinden kann, „wird definitiv eskaliert.“
