Falsche Polizeibeamte in Ulm
: Betrüger terrorisieren Senioren

Gleich mehrere Senioren wurden am Samstagabend (22.3.) von Betrügern, die sich als Polizeibeamte ausgaben, terrorisiert.
Von
Uwe Keuerleber
Ulm
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Trickbetrug am Telefon: ARCHIV - 24.07.2015, NA, Köln: ILLUSTRATION - Ein Telefonhörer liegt auf einem Tisch. (zu dpa: «Telefonbetrug: Mann verliert mehr als 100.000 Euro») Foto: Rolf Vennenbernd/dpa +++ dpa-Bildfunk +++

Eine 81-Jährige wurde Opfer von falschen Polizisten

Rolf Vennenbernd/dpa
  • Betrüger gaben sich am Samstagabend (22.3.) in Ulm als Polizisten aus.
  • Eine 85-jährige Frau durchschaute die Masche; ihr 89-jähriger Nachbar beendete den Betrug.
  • Eine 81-jährige Frau fiel auf die Betrüger herein und übergab einen 4-stelligen Betrag.
  • Die Polizei rät, bei solchen Anrufen sofort aufzulegen und 110 zu wählen.
  • Keine Kaution wird von Polizei oder Staatsanwaltschaft bei Verkehrsunfällen verlangt.

Die Zusammenfassung wurde durch künstliche Intelligenz erstellt.

Der erste Vorfall ereignete sich kurz von 20 Uhr. Eine 85jährige Frau bekam  einen Anruf von einem Unbekannten, der sich als Polizeibeamter ausgab. Der falsche Polizist schilderte am Telefon, dass ein enger Verwandter einen Verkehrsunfall mit tödlichem Ausgang verursacht habe. Um ihm eine Haftstrafe zu ersparen, sei nun eine Kaution in Höhe von mehreren 10.000 EU fällig. Um seiner Geschichte Nachdruck zu verleihen, übergab der falsche Polizeibeamte den Hörer an einen vermeintlichen falschen Staatsanwalt. Die 85-jährige Frau tat, fiel nicht auf diese Masche ein und teilte sich während des Telefonates noch ihrem 89-jährigen Nachbarn mit. Der übernahm kurzer Hand das Telefon und vermasselte dem Betrüger das Geschäft. Ohne eine Geldübergabe beendete er den Anruf.

Geschädigte rief Tochter an

Die Täter blieben hartnäckig und riefen auf der Suche nach weiteren Opfern keine Stunde später bei dem 89-jährigen selber an. Dieser beendete kurzerhand das Telefonat. Etwa zur gleichen Zeit erhielt eine 81jährige Ulmerin einen ähnlichen Anruf. Der Frau wurde mitgeteilt, dass ihre Tochter einen tödlichen Verkehrsunfall verursacht hätte. Auch hier verlangten die Betrüger eine Kaution. Leider fiel die 81jährige auf die Masche herein und übergab gegen 23 Uhr an ihrer Haustüre in der Frauensteige einen 4-stelligen Betrag. Den nahm ziemlich wortkarg ein etwa 60-jähriger Mann, ca. 170cm groß und bekleidet mit einem Anorak entgegen. Nach der Übergabe der „Kaution“ rief die Geschädigte ihre Tochter an. Erst da erkannte sie, dass sie Opfer einer Betrugsmasche geworden war. Der Kriminaldauerdienst des Polizeipräsidiums Ulm nahm den Sachverhalt auf.

Hinweis der Polizei

Die Polizei Ulm weist in dem Zusammenhang auf folgendes hin: - Zur Abwendung einer Haft nach einem tödlich verlaufenen Verkehrsunfall wird weder die Polizei noch die Staatsanwaltschaft von einem, in Deutschland wohnhaften, Verursacher eine Kaution einfordern. Die beste aller Lösungen ist es, sich direkt an die echte Polizei zu wenden. Beenden sie dabei das Telefonat mit dem angeblichen Polizeibeamten oder Staatsanwalt durch eigenes Auflegen. Warten sie eine kurze Zeit und wählen sie 110. Noch besser verwenden sie für den Notruf ein anderes Telefon. Die echte Polizei wird sie über die erstunkene und erlogene Geschichte aufklären und eine Anzeige aufnehmen.