Erwin Müller
: Es geht um Millionen! Gerichtstermin zum Erbe steht

Seine drei Adoptivkinder wollen an seinem Erbe beteiligt werden. Obwohl sie das Gegenteil unterschrieben hatten. Die Hintergründe.
Von
Daniel Wydra
Ulm
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Erwin Müller in seinem Büro. Mit 91 Jahren führt er immer noch sein Unternehmen.

Volkmar Könneke

Man kann sich nicht nur in eine reiche Familie einheiraten, sondern auch von Reichen adoptieren lassen. Der Wohlstand alleine verhindert allerdings nicht automatisch Streit um das viele Geld, wie diverse Fälle aus deutschen Unternehmer–Familien zeigen. Seit Herbst 2023 streitet sich die Familie von Erwin Müller um Anteile an einem Erbe von 500 Millionen, das „Manager Magazin“ hatte diese Summe recherchiert.

Der Drogerie–Unternehmer aus Ulm hatte eine Frau und zwei Männer aus dem Allgäu adoptiert. Sie haben laut ihrer Adoptionsverträge auf ihre Pflichtanteile am Erbe verzichtet. Doch inzwischen haben sie es sich anders überlegt. Der offizielle Grund: Sie fühlen sich gekränkt.

Bis Anfang 2024 konnten die Adoptivkinder Erwin Müller offenbar nicht überzeugen, ihnen etwas vom Erbe zu versprechen. Deshalb treffen sich die Vier bald vor Gericht. Der SWR berichtet, dass das Landgericht Ulm für den 25. März eine Verhandlung angesetzt hat. Die Kläger wollen prüfen lassen, ob ihre Adoptionsverträge rechtlich in Ordnung sind.

Anwalt: Verträge sind nichtig

Rechtsanwalt Maximilian Ott aus München vertritt die drei Adoptierten vor Gericht. Er ist überzeugt, dass die Erklärungen nichtig sind, mit denen seine Mandanten auf Anteile an Erwin Müllers Erbe verzichtet haben. „Sie verstoßen gegen zwingende Formvorschriften und sind zudem sittenwidrig.“ Ferner sei den Mandanten eine familiäre Bindung nur vorgespielt worden, verbunden mit zahlreichen versprochenen Schenkungen. „Es geht um Gerechtigkeit und Wertschätzung und darum, dass man sich an Zusagen hält.“