El Niño 2023
: Wie ein Phänomen im Pazifik das Wetter in Deutschland beeinflusst

Wird das Jahr 2023 das heißeste seit Beginn der Wetteraufzeichnungen? Mitverantwortlich dafür könnte El-Niño sein. Was steckt hinter dem Wetter-Phänomen im Pazifik?
Von
Daniel Steiger
Berlin
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Laut Meteorologen deutet sich im Pazifik derzeit ein Wetterphänomen namens El-Niño an. Sorgt dieses auch bei uns für neue Hitze-Rekorde? Hier gibt es alle Infos zu El-Niño.

Mike Nelson/dpa

Das neue Jahr hatte gerade begonnen und schon sorgte das Wetter im damals noch fernen Sommer 2023 für Schlagzeilen. „Wetter-Alarm: Klima-Experten sagen Hitze-Sommer voraus“ titelte die Bild, der Spiegel schrieb: „Die kommenden Jahre dürften heiß werden“ und der Deutschlandfunk befürchtet: „Die Temperaturen könnten noch mehr steigen“. Und sie sollten Recht behalten. Jetzt belegten Meteorologen mit Zahlen, dass der Sommer 2023 global so heiß war, wie noch keiner zuvor. Mitverantwortlich für die Temperaturrekorde in diesem Jahr ist das Klimaphänomen El Niño. Was ist El Niño? Und wie beeinflusst El Niño das Wetter, auch bei uns in Deutschland? Hier gibt es alle Infos:

Was ist El Niño?

Komplett ausgesprochen heißt El El Niño „El Niño Southern Oscillation“ oder abgekürzt „Enso“. Es bezeichnet ein gekoppeltes Zirkulationssystem von Ozean und Atmosphäre im tropischen Pazifik. Weil Fischer in Peru eine Erwärmung des Meeres zum Jahresende merkten, nannten sie das Phänomen El Niño (das Christkind). Bei El El Niño treiben Winde normalerweise das warme Oberflächenwasser des Pazifiks von Osten nach Westen, Richtung Australien, Indonesien und anderen Südostasiengebieten. Gleichzeitig quillt das kältere Tiefenwasser in den Küstenregionen Süd- und Latein-Amerikas auf, und versorgt mit seinem mitgeführten Fischreichtum den Fischereibetrieb und somit die dort lebenden Menschen. Unter normalen Umständen ist dort das Klima trocken, auf der anderen Pazifikseite hingegen regnerisch und feucht, zumindest in den Küstenregionen. Das El Niño-Phänomen stellt jedoch alles auf den Kopf. Dann lassen die tropischen Ostpassatwinde nach oder ändern sogar komplett ihre Richtung. Die Wolken regnen nun über den sonst trockenen Westküsten des amerikanischen Kontinents ab. Deshalb kommt es dort zu gewaltigen Überschwemmungen, da der Boden die Wassermassen nicht aufnehmen kann, Erdrutsche und Überflutungen sind die Folgen. Die anderen, hauptsächlich im Gebiet der Tropen befindlichen Pazifikländer hingegen haben nun mit der Trockenheit zu kämpfen. Selbst in Großstädten müssen die knappen Wassermengen rationiert werden. Diese Trockenheit greift neben Australien und Südostasien auch auf den Südosten Afrikas über.

Zwischen den beiden Extremen spricht man von einer neutralen Phase. Nach drei aufeinanderfolgenden La-Niña-Ereignisse in den vergangenen Jahren erwarten Wetterforscher jetzt die Rückkehr der Warmphase El Niño. Weltweit könnten also wieder mehrere Rekordsommer bevorstehen. In diesem Video wird El-Niño nochmal anschaulich erklärt:

Wie beeinflusst El Niño das Wetter, auch bei uns in Deutschland?

El-Niño-Ereignisse tragen nach Angaben der Weltwetterorganisation WMO zur Erwärmung der Erde bei und erhöhen die durchschnittliche globale Oberflächentemperatur. „Obwohl die stärksten Auswirkungen von El Niño im äquatorialen Pazifik zu spüren sind, können sie Folgen für das Wetter auf der ganzen Welt haben, weil sie Hoch- und Tiefdrucksysteme, Winde und Niederschläge beeinflussen“, erklären Klimaforscher der Columbia-Universität. „Da das wärmere Ozeanwasser überschüssige Energie (Wärme) an die Atmosphäre abgibt, steigen die globalen Temperaturen.“ Die Wahrscheinlichkeit, dass der bisherige Rekord des heißesten Jahres bis 2026 übertroffen wird, liegt laut WMO bei 93 Prozent. Das Rekordjahr war 2016 mit einer globalen Durchschnittstemperatur von 1,3 Grad über dem Niveau von 1850 bis 1900.

Europa und Deutschland bleiben von den schlimmsten Auswirkungen des El Niño verschont. Aber auch hier ist während dieser Ereignisse regelmäßig ein Anstieg der Temperaturen zu messen.

Informationen rund um das Thema Klimawandel und die Folgen gibt es auf unserer Klimawandel-Themenseite.