„Ein Geschenk der Götter“: In Ulm gedrehte Tragikomödie kommt jetzt auf die Bühne

Für den Film wurde 2013 auch im Theater Ulm gedreht. Die Bühnenfassung wird jetzt aber in der Theaterwerkstatt gespielt.
Martina Dach- Die Theaterwerkstatt Ulm bringt „Ein Geschenk der Götter“ als Bühnenversion auf die Bühne.
- Premiere am 16. Oktober 2026 in der Oberen Donaubastion – ausverkauft, weitere Termine folgen.
- Karten für 17. Oktober, bis 7. November und wieder ab 15. Januar sind auf tw-ulm.com buchbar.
- Zehn Darstellende spielen 26 Szenen unter Regie von Jörg Zenker, mit wenigen Bühnenelementen und Licht.
- Bezug zu Ulm: Der Film wurde 2013 in Ulm gedreht, die Bühne setzt nun einen eigenen Akzent.
Die Zusammenfassung wurde durch künstliche Intelligenz erstellt.
2013 war auch das Publikum nur gespielt: Rund 50 Komparsen hatten sich an einem späten Abend im Großen Haus des Theaters Ulm versammelt, um einem Stück zu folgen, das gar nicht gespielt wurde. So läuft das beim Film. Der Regisseur Oliver Haffner, von dem zuletzt 2025 das Biopic „Rosenthal“ im Kino lief, drehte damals in Ulm die Tragikomödie „Ein Geschenk der Götter“, die von einer arbeitslosen Schauspielerin (Katharina Marie Schubert) handelt, die – zunächst widerwillig – die Leitung eines Schauspielkurses für acht Langzeitarbeitslose übernimmt. Der dann am Ende, um wichtige Erfahrungen reicher und längst vom Bühnenvirus infiziert, Sophokles' „Antigone“ spielt.
Jetzt kann in Ulm ein echtes Publikum gewissermaßen der gespielten Tragödie im echten Stück applaudieren, denn die Theaterwerkstatt führt in der Oberen Donaubastion die Bühnenversion des 2014 in die Kinos gekommenen Spielfilms auf. Die Premiere am 16. Oktober 2026 ist bereits ausverkauft, für den 17. Oktober und die weiteren Vorstellungen bis 7. November und dann wieder ab 15. Januar gibt es noch Karten; diese können online auf tw-ulm.com reserviert werden.
Schon seit Jahren auf dem Zettel
„Ein Geschenk der Götter“ stand bei dem Amateurtheater schon seit Jahren auf dem Zettel, wie der Vorsitzende Patrick Steiner-Hirth verrät. Weil es durch den Filmdreh in Ulm eine besonderen Bezug zur Stadt habe, aber vor allem, weil es von der verbindenden Kraft des Theaters erzähle. „Daran erkennen wir uns als Verein wieder“, sagt er.
Das Stück sei für die Laienbühne aber auch eine Herausforderung, zehn Darstellerinnen und Darsteller spielen unter der Regie von Jörg Zenker, es gibt 26 Orte beziehungsweise Szenen. „Es ist auch ein bisschen die Idee: herauszufinden, was mit wenigen Bühnenelementen und Licht machbar ist“, erklärt Steiner-Hirth. Es sei ein Bestreben der Theaterwerkstatt, sich mit solchen Herausforderungen „ein bisschen zu pushen“. Übrigens auch mit dem zweiten Stück der Saison, Albert Camus' groteskem Tyrannendrama „Caligula“ (Premiere 13. November).
Sich mit den Profis zu messen, ist eigentlich nicht das Ziel, aber in Fall von „Ein Geschenk der Götter“ könnte das schwierig werden. Denn der Film wurde seinerzeit nicht nur an echten Locations in Ulm gedreht, neben Fernsehstars (wie Adam Bousdoukos, Rick Okon oder Eva Löbau) waren auch Mitglieder des Theater-Ensembles in kleineren Rollen zu sehen: Johanna Paschinger und Fabian Gröver als Bankangestellte, Sibylle Schleicher als Maskenbildnerin, Raphael Westermeier als psychisch kranker Ehemann, Tini Prüfert als intrigante Schauspielerkollegin.
Die Zeit vergeht schnell am Theater: Zwölf Jahre nach dem Kinostart und zwei Intendantenwechsel später spielt von den Mitwirkenden nur noch Gunther Nickles (im Film der Inspizient) in Ulm. Und die Amateure von der Theaterwerkstatt haben die Chance, diesem Stoff ihren eigenen Stempel aufzudrücken.


