Drug-Checking Ulm
: THC, Koks oder LSD? So testet die Drogenhilfe Substanzen

Seit Anfang des Jahres bietet die Drogenhilfe Ulm/Alb-Donau Drug-Checking an. Dabei wird geprüft, ob in Drogen wirklich enthalten ist, was beim Kauf versprochen wurde.
Von
Yasmin Nalbantoglu
Ulm
Alles, was zum Drogen-Checking benötigt wird, steckt in einem Koffer.

Alles, was zum Drogen-Checking benötigt wird, steckt in einem Koffer.

Magdi Aboul-Kheir
  • Drug-Checking in Ulm/Alb-Donau prüft seit Anfang des Jahres Substanzen auf Inhalt.
  • Termine laufen über Telefon oder Mail, 20–30 Milligramm Probe reichen – der Test ist gratis.
  • Getestet werden u. a. THC, Kokain, MDMA, LSD und Fentanyl; Beratung folgt nach der Analyse.
  • Zielgruppe sind Party-Konsumenten, nicht stark Abhängige, die sofort konsumieren.
  • Besitz und Transport illegaler Drogen sind strafbar, daher nur sehr geringe Mengen mitbringen.

Die Zusammenfassung wurde durch künstliche Intelligenz erstellt.

Wer an Drogenkonsum denkt, denkt schnell in Extremen: starke Sucht, möglicherweise verwahrlost und obdachlos, das Leben nicht mehr im Griff. Diese Menschen gebe es zwar in Ulm, sagt Hans-Peter Hermann, Geschäftsführer der Drogenhilfe Ulm/Alb-Donau. Doch sind es nicht die Menschen, die die Drogenhilfe mit ihrem Angebot des Drug-Checking erreichen möchte. Seit Anfang des Jahres können Konsumenten ihre Substanzen bei der Drogenhilfe in der Radgasse untersuchen lassen. Dabei wird geprüft, ob auch wirklich der Stoff enthalten ist, der einem Konsumenten beim Kauf versprochen wurde. Stark drogenabhängige Menschen würden mit dem Angebot eher nicht erreicht, erklärt Hermann: „Weil sie die Droge brauchen, die Droge in der Regel nach dem Kauf sofort konsumieren und nicht die Zeit haben werden, einen Termin zu vereinbaren und das Ergebnis von so einer Analyse abzuwarten.“

Doch genau so funktioniert das Drug-Checking: Interessierte vereinbaren telefonisch oder per Mail bei der Drogenhilfe einen Termin, bringen eine kleine Menge (20 bis 30 Milligramm genügen) ihrer Substanz zum Termin mit und vor Ort wird kostenlos und schnell getestet, was drinsteckt. Nach dem Drug-Checking wird dem Konsumenten noch ein Beratungsgespräch angeboten.

In einen roten Koffer passt alles, was für das Drug-Checking nötig ist. In verschiedenen Schubladen befinden sich Tests für verschiedene Substanzen: THC, Kokain, MDMA, LSD. Auch auf die hochpotente Gefahrendroge Fentanyl kann getestet werden. Die Sozialarbeiterin Sophie Kuhn ist in den Tests geschult. Im Video ist zu sehen, wie sie eine Cannabis-Probe auf ihren THC- und CBD-Gehalt prüft.

Durch Beratung kritischen Konsum hinterfragen

„Mit dem Angebot wollen wir die Konsumenten erreichen, die auf Partys gehen“, sagt Hermann. „Die vor der Party, die während der Party Drogen konsumieren. Möglicherweise auch unkritisch konsumieren. Und sich über ihr Konsummuster noch nicht wirklich viele Gedanken gemacht haben.“ Grundsätzlich sei die Gruppe der Klienten der Drogenhilfe divers. Die meisten würden im Alltag nicht als Drogenkonsumenten auffallen. Die einen seien Cannabis-Konsumenten mit einem kritischen Konsum. Die anderen Kokain-Konsumenten, „die in Führungspositionen sind, die an der Uni arbeiten, die Mediziner sind. Das geht quer durch unsere Gesellschaft. Das sieht man den Personen nicht an.“

Mit dem Drug-Checking möchte die Drogenhilfe „hochproblematische Substanzen identifizieren und entsprechend warnen“. Außerdem soll durch das abschließende Beratungsgespräch bewirkt werden, dass Konsumenten ihren eigenen Konsum kritisch hinterfragen.

Besitz und Transport von illegalen Drogen

Auf ihrer Webseite weist die Drogenhilfe Ulm/Alb-Donau darauf hin, dass der reine Besitz und Transport von illegalen Substanzen strafbar ist. Das gilt auch für den Transport der Substanzen auf dem Weg zum Drug-Checking. Daher sollte nur eine sehr geringe Menge der Substanz zum Drug-Checking gebracht werden. Geschäftsführer Hans-Peter Hermann weist allerdings auch darauf hin, dass Klienten keine Sorge haben müssen, vor der Drogenhilfe von der Polizei abgefangen und durchsucht zu werden.

Ihr findet uns auch auf Instagram!