Badeseen im Südwesten: Sprung ins kühle Nass – Top-Wasserqualität der Seen in Baden-Württemberg

Wie hier am Schwarzachtalsee bei Ertingen zieht es die Menschen an, aufs und ins Wasser. Doch wie ist die Qualität der Badegewässer?
Thomas Warnack/dpaWochenende und Sonnenschein – nichts wie ab zum nächsten See! Wer sich Badehose oder Bikini anzieht, um ins kalte Nass zu springen, muss sich auch bei Naturgewässern keine Sorgen machen. Denn die Wasserqualität ist überwiegend gut, wie der Landesdienst Baden-Württemberg der Deutschen Presseagentur schreibt. Dieser hat die aktuelle Badegewässerkarte des Gesundheitsministeriums ausgewertet. Von den 312 regelmäßig kontrollierten Badestellen seien 303 Seen mit „sehr gut“ oder „gut“ bewertet worden. Hier geht es zur Kartenübersicht der Baden-Württembergischen Badegewässer. „Im europäischen Vergleich erzielte Baden-Württemberg erneut überdurchschnittliche Ergebnisse“, sagte Gesundheitsminister Manne Lucha. Sein Ressort hatte Daten aus dem vergangenen Jahr analysiert. Wer es ganz genau wissen will, muss allerdings selbst aktiv werden: Die aktuellsten Ergebnisse haben die Behörden vor Ort.
Europäische Umweltagentur: Drei Gewässer „mangelhaft“
Zum selben Ergebnis wie das Sozialministerium kommen laut der Deutschen Presse Agentur (dpa) auch EU-Experten. Die Europäische Umweltagentur EEA in Kopenhagen stufte lediglich drei Badestellen als mangelhaft ein. So den Holzmühleweiher in Vogt bei Ravensburg, den Sunthauser See bei Bad Dürrheim und bei Hörschwag die Lauchert im Zollernalbkreis. Die EEA bescheinigte 90,2 Prozent von knapp 2300 analysierten deutschen Badeseen, Flüssen und Küstengewässern in dem veröffentlichten Bericht exzellente Wasserbedingungen. Damit zählt die Bundesrepublik im europäischen Vergleich weiter zum vorderen Mittelfeld in Sachen Wasserqualität. Die EEA hat für den jährlich erscheinenden Bericht Daten aus dem Jahr 2022 zu 21.973 Gewässern in Europa analysiert, darunter 2292 in Deutschland.
Was wurde für den Badegewässerreport untersucht?

Das Wetter lädt zum Sonne-Genießen ein, hier am Badesee Plüderhausen.
Christoph Schmidt/dpaDie Umweltagentur schaute dabei auf die Belastung der Gewässer mit Fäkalbakterien, die bei Menschen zu Krankheiten führen können. Das Gesundheitsrisiko beim Schwimmen in Seen, Flüssen und Küstengewässern in der Europäischen Union sei sehr begrenzt, stellte die EEA fest. Nur 14 der analysierten deutschen Badestellen wurden von der EU-Behörde als mangelhaft eingestuft, das ist derselbe Wert wie im Vorjahr. Für solche Orte rät die EEA zu Badeverboten, Warnhinweisen oder anderen Maßnahmen.
Welche Badestellen sind nicht empfehlenswert?
Nach Angaben des Sozialministeriums haben im Südwesten lediglich vier Badestellen eine „ausreichende“ Qualität, nämlich der Baggersee Eggenstein im Kreis Karlsruhe, die Badestelle Hörschwag an der Lauchert im Zollernalbkreis, der Baggersee Aileswasen im Kreis Esslingen sowie der Badesee Hermuthausen im Hohenlohekreis. Zwei Badestellen, der Holzmühleweiher im Kreis Ravensburg und der Sunthauser See im Schwarzwald-Baar-Kreis, sind „mangelhaft“ und deshalb zum Baden gesperrt. Diese haben in den Badesaisons der vergangenen Jahre zeitweilig hygienische Belastungen aufgewiesen, wie das Sozialministerium weiter mitteilte.
Die Gesundheitsämter entnehmen laut Mitteilung in der Regel vom 1. Juni bis zum 15. September mindestens einmal im Monat Wasserproben und veranlassen eine Untersuchung im Labor. Aktuelle Ereignisse wie Starkregen könnten zu Einschwemmungen von Keimen oder Schadstoffen in die Gewässer führen. Das Sozialministerium empfahl deshalb, zusätzlich die an Badeseen aufgestellten Hinweise und Badewarnungen zu beachten. Aktuelle Informationen zur Wasserqualität während der Badesaison könnten auch direkt bei den Gemeinden und Gesundheitsämtern erfragt werden.
Zugleich warnte das Ministerium davor, in Flüssen zu baden. Diese werden, abgesehen von wenigen ausgewiesenen Badestellen, in der Regel nicht kontrolliert. Es sei daher nicht auszuschließen, dass an diesen Badestellen mikrobiologische Verunreinigungen oberhalb der geltenden Grenzwerte vorliegen.

