Aktion 100 000
: Daimler Buses: Die größte Einzelspende und dazu gute Nachrichten

Belegschaft und Geschäftsführung von Daimler Buses spenden der Aktion 100 000 den größte Einzelbetrag, den sie je bekommen hat: 85 000 Euro. Und am Standort stehen dazu die Zeichen auf Zukunft.
Von
Magdi Aboul-Kheir
Ulm
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Freuen sich mit der Belegschaft über einen tollen Scheck (vorn von links): SWP-Chefredakteur UIrich Becker, Aktionsleiter Karl Bacherle, Betriebsratsvorsitzende Andrea Reith und Daimler-Buses-Geschäftsführer Till Oberwörder.⇥

Volkmar Könneke

Es ist Jahr für Jahr ein Superlativ, der immer noch getoppt wird: Einmal mehr hat Daimler Buses, vormals Evobus, der Aktion 100 000 und Ulmer helft die größte Einzelspende gemacht. Unglaubliche 85.000 Euro sind es in diesem Jahr, mehr hat die Aktion noch nie auf einen Schlag bekommen.

An die Mitarbeitenden des Bus-Unternehmens in Neu-Ulm, die diese Woche zur Scheckübergabe zusammengekommen waren, richtete Aktionsleiter Karl Bacherle daher auch tief empfundene Worte des Dankes: „Sie haben alles richtig gemacht!“

„Zu Tränen rühren“

Einmal mehr haben fast alle – inklusive Leiharbeiter sind es derzeit fast 4000 am Standort – eine halbe Stunde für die Aktion 100 000 und nicht für den eigenen Gehaltszettel gearbeitet. Dank dieses Engagements der Mitarbeiter und des geöffneten Geldbeutels der Geschäftsführung können nun etlichen bedürftigen Familien „kleine oder mittlere Schecks“ unter den Weihnachtsbaum gelegt werden. „Und damit werden Sie Menschen zu Tränen rühren“, sagte Bacherle. Die gute Tat und der Einsatz bei Daimler Buses drückten „Zusammenhalt in guten und schlechten Zeiten“ aus.

In diesem Jahr waren die Vorzeichen dafür wieder besser als zuletzt. Endlich sei dieser besondere Tag im Kalender atmosphärisch nicht mehr von Corona und Existenzsorgen geprägt, sondern von „Aufbruch, Zuversicht und Perspektive“, wie Bacherle sagte.

Denn nicht nur ist die Pandemie abgeklungen, auch hat der Busbauer die schlimmste Phase der Krise überstanden – 2023 war endlich wieder ein Jahr ohne Kurzarbeit, nachdem es zuvor zwei Jahre lang zu argen Einschnitten gekommen war. Die hatten durchaus Ängste in der Belegschaft geschürt.

Perspektive und Sicherheit im Betrieb

Die positiv veränderten Vorzeichen erfreuen auch die Betriebsratsvorsitzende Andrea Reith. Gemeinsam mit der Geschäftsführung habe man ein Zukunftsbild für den Standort erstellt, das für zumindest zehn Jahre Perspektive und Sicherheit bietet und „das man nun mit Leben füllen“ müsse.

Das Gute: Beide Seiten, Belegschaft und Geschäftsführung, „stehen zu dem, was vereinbart ist“, wie die Betriebsratsvorsitzende betont. Konkret wurden Sparpläne des Daimler-Konzerns abgemildert, wurden für den Standort Ulm Investitionen in Aussicht gestellt, wurde Personalabbau vom Tisch genommen.

Der Geschäftsführer ist stolz

Auch für Daimler-Buses-Geschäftsführer Till Oberwörder sind das alles rundum „tolle Nachrichten“, und „deswegen machen wir so weiter“. Aber er blickte auch kurz zurück: Er sei schon stolz, dass das Unternehmen die Aktion 100 000 selbst in den finsteren Corona-Jahren unterstützt habe.

SWP-Chefredakteur Ulrich Becker lobte diesen außergewöhnlichen Einsatz ebenso: Es sei großartig gewesen, dass selbst in den schwierigsten Phasen so großzügig gespendet worden war. „Aber jetzt ist es umso schöner.“

Es gehe stets darum, als so großer Arbeitgeber „auch ein Zeichen in die Region“ zu setzen, meinte Oberwörder. Denn gerade in einer Zeit mit derart vielen Unsicherheiten müsse man „etwas zurückgeben“. Wobei, wie Andrea Reith noch sagte, es für die allermeisten der Beschäftigten selbstverständlich sei, bei der Aktion mitzumachen. Und das ist vielleicht der größte Superlativ.

Eine Million ist wieder das Ziel

Dank des guten Spendenaufkommens ist der erste Teil der diesjährigen Kampagne der Aktion 100 000 erfolgreich abgeschlossen, berichtet deren Leiter Karl Bacherle. Mehr als 2000 Einzelanträge von Familien und Einzelpersonen konnten nach Prüfung durch die Agentur für Arbeit oder die Sozialbereiche der Landratsämter freigegeben und in Form von 200-Euro-Unterstützungsschecks zur Auszahlung an Hilfsbedürftige in der Region weitergeleitet werden. Fast 400 000 Euro wurden dafür eingesetzt.

Bis Ende Januar wird dann der restliche Teil der Spendengelder wieder an rund 100 sozial-karitative Projekte und Einrichtungen in der Region verteilt. „Wir hoffen natürlich wieder auf eine Million Euro, um allen Förderanträgen gerecht werden zu können“, sagt Bacherle. Dass es klappen könnte, sei „einmal mehr den vielen Hunderten treuen Einzelspendern zu verdanken sowie den Firmen in der Region, die teilweise auch über viele Jahre mit einer Spende dabei sind“. Und in diesem Jahr kam erstmalig noch eine größere Erbschaft unverhofft zur Hilfe.