Wo darf ich kiffen?
: Bubatzkarte zeigt legale Orte zum Gras rauchen in Ulm

Ab Ostermontag dürfen Erwachsene in Deutschland Marihuana besitzen und rauchen. Doch nicht überall – wie will die Polizei das kontrollieren?
Von
Valerie Zöllner
Ulm
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  • Die roten Kreise zeigen die Orte in Ulm und Neu-Ulm, an denen kiffen weiterhin verboten ist.

    Die roten Kreise zeigen die Orte in Ulm und Neu-Ulm, an denen kiffen weiterhin verboten ist.

    Screenshot von OpenStreetMap, Open Data Commons Open Database License (ODbL); Bubatzkarte
  • Vielleicht bald schon am Nachbartisch zu beobachten: Ein Grinder mit zerkleinertem Marihuana, um einen Joint zu bauen.

    Vielleicht bald schon am Nachbartisch zu beobachten: Ein Grinder mit zerkleinertem Marihuana, um einen Joint zu bauen.

    Sebastian Gollnow/dpa
  • Am 21. Februar kontrollierte die Polizei Ulm in einer Razzia knapp 60 Personen unter anderem auf Drogen. Allerdings sollen laut der Cannabis-Regelung die „Brennpunkte“ Deutschhaus und Lederhof ab 1. April zu legalen Zonen für den Marihuana-Konsum werden.

    Am 21. Februar kontrollierte die Polizei Ulm in einer Razzia knapp 60 Personen unter anderem auf Drogen. Allerdings sollen laut der Cannabis-Regelung die „Brennpunkte“ Deutschhaus und Lederhof ab 1. April zu legalen Zonen für den Marihuana-Konsum werden.

    Matthias Kessler
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Lange hat die deutsche Bundesregierung mit sich gerungen, fast war nicht mehr damit zu rechnen – und dann kam sie doch noch: die Cannabis-Legalisierung. Ab 01.04.2024 dürfen Erwachsene in Deutschland legal Gras besitzen und rauchen. Aber bitte nicht in die Irre führen lassen, denn deutschlandweit ist nicht gleich überall. An den folgenden Orten gilt nach wie vor:

Kiffen verboten!

  • Zunächst ist der Konsum in „unmittelbarer Gegenwart“ von unter 18-Jährigen verboten.
  • Auch auf Spielplätzen, in Schulen, Sportstätten, Kinder- und Jugendeinrichtungen ist das Kiffen untersagt.
  • Und in Sichtweite davon auch. Also 100 Meter Luftlinie um die Eingangsbereiche.
  • Ebenso in Fußgängerzonen von 7 bis 20 Uhr.
  • Innerhalb der Anbauvereinigungen.

Was hat die Ulmer Polizei vor?

Auf Anfrage teilte die Polizei Ulm mit, sie habe sich auf die Teil-Legalisierung vorbereitet. Inwiefern sich dies auf den bürokratischen Mehraufwand auswirken werde? „Durch die Überwachung der Konsumverbotszonen [und] die feingliedrige Abgrenzung zwischen legalem und illegalem Umgang mit Cannabis [... seien] deutliche Mehraufwände zu erwarten“, so der Sprecher der Polizei Ulm.

Der Ulmer Lederhof wird als Problemzone betrachtet, zuletzt gab es dort auch Razzias der Polizei. Laut der „Bubatzkarte“ darf dort ab 1. April legal gekifft werden.

Lars Schwerdtfeger

Die 100 Meter Luftlinie der Verbotszonen soll durchgesetzt werden. Denn die Polizei schütze Kinder und Jugend und gebe hier keinen Zentimeter nach, so der Sprecher. Wie genau der Abstand kontrolliert werden soll – mit App, Drohnen oder Laser-Entfernungsmesser – darauf wollte die Polizei nicht antworten.

Auch die Frage, ob Menschen, deren Privatgrundstücke innerhalb einer roten Zone liegen, dort trotzdem kiffen dürfen, umging die Polizei elegant. Allerdings werde bei Verdacht einer strafbaren Handlung ein Ermittlungsverfahren eingeleitet, entscheiden werde dann die Staatsanwaltschaft, sagte der Sprecher.

Wo darf man ab 1. April in Ulm kiffen?

Bei all diesen Regeln, Orten und Zahlen rund um die Legalisierung von Cannabis ist es ganz schön schwer, den Überblick zu behalten. Damit aber zukünftig beim entspannten Sommerabend der Zollstock zu Hause bleiben kann, möchten wir eine Übersicht vorstellen: Die folgenden Karten zeigen, wo per Gesetz das Kiffen in Ulm – Baden-Württemberg und Deutschland – erlaubt ist.

Die Bubatzkarte wurde von einem Softwareentwickler aus Koblenz programmiert und basiert OpenStreetMap. Wichtig: Sie kann unvollständig sein!

Weitere Infos zum künftigen Cannabis-Gesetz

Beispielsweise, welche Grenzwerte künftig beim Kiffen künftig im Straßenverkehr gelten sollen. Oder auch, warum der baden-württembergische Innenminister Angst vor einem Kiffer-Tourismus hat und befürchtet, dass scharenweise Franzosen über die Grenze kommen könnten.