Anfang April waren die Täter eines Brandanschlages auf die Moschee in Ulm vom Landgericht zu Haftstrafen zwischen eineinhalb und fünfeinhalb Jahren verurteilt worden. Vier der Angeklagten hatten gegen das Urteil Revision eingelegt.
Jetzt hat der 1. Strafsenat des Bundesgerichtshofes diese Revision als unbegründet verworfen. Damit ist das Urteil gegen die Täter rechtskräftig.

Brennende Bierflaschen gegen Moschee geworfen

In der Nacht auf 19. März 2018 hatten drei kurdische Syrer im Alter zwischen 18 und 27 Jahren eine mit Benzin gefüllte brennende Bierflasche gegen eine Fensterscheibe des Hauses am Ehinger Tor in Ulm geworfen. Die hielt stand, das Benzin ging in einem Feuerball auf und entzündete sich entlang der Hauswand. Worauf der zweite Werfer seine beiden Flaschen in das Flammenmeer warf. Lediglich ein paar auf der Straße stehende Plastikkörbe eines türkischen Lebensmittelladens kokelten an und konnten von einer Polizeistreife schnell gelöscht, die Täter wenig später ermittelt werden.

Gericht wertet Tat als versuchten Mord

Zuviel war also glücklicherweise nicht passiert. Allerdings schliefen in den oberen Stockwerken des Gebäudes, in dem auch Räume der konservativ gesinnten türkischen Religionsgemeinschaft Milli Görüs sind, zur Tatzeit acht Menschen. Da den Tätern bekannt sein musste, dass sich Personen in dem Haus befanden, verurteilte das Ulmer Landgericht die drei Hauptangeklagten wegen versuchten Mordes und versuchter schwerer Brandstiftung zu Haftstrafen zwischen drei und fünfeinhalb Jahren. Ein weiterer Angeklagter war wegen Beihilfe zur versuchten Brandstiftung in Tateinheit mit Beihilfe zum vorsätzlichen Herstellen von Brandsätzen zu einer Freiheitsstrafe von 1 Jahr und 6 Monaten verurteilt worden.