Betrug in Amstetten
: Schon wieder Schockanruf: Senior übergibt Kiste mit Gold

Wieder hatten Betrüger mit einem Schockanruf Erfolg: Sie täuschten einen 83-Jähriger aus dem Raum Amstetten, der ihnen Gold und Goldmünzen übergab.
Von
Helga Mäckle
Amstetten
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Derzeit gibt es im Bereich des Polizeipräsidiums Ulm wieder vermehrt Schockanrufer, insbesondere bei älteren Menschen. Die Polizei warnt: auf kein Gespräch einlassen!

Giacinto Carlucci

Am Dienstag (29.8.) klingelte gegen 12.45 Uhr bei einem 83-Jährigen aus dem Raum Amstetten das Telefon. Eine weinende Frau war am anderen Ende der Leitung. Wie die Polizei berichtet, nahm – noch bevor der Senior mit der Frau sprechen konnte – ein angeblicher Polizist den Hörer und gab diesen dann an eine vermeintliche Richterin weiter: Die Betrügerin sagte, dass der Sohn des 83-Jährigen einen schweren Verkehrsunfall verursacht habe, bei dem eine schwangere Frau zu Tode gekommen sei.

Mann holt Gold an Haustür ab

Der 83-Jährige müsse eine Kaution bezahlen, da der Sohn andernfalls in Untersuchungshaft genommen würde. Da der Mann nur eine geringe Summe Bargeld zu Hause hatte, fragten die Betrüger nach Gold. Das bejahte er. Die angebliche Richterin forderte den Mann auf, das Gold und die Goldmünzen in eine Holzkiste zu packen und diese in eine Stofftasche zu wickeln. Dies tat der Senior. Gegen 15.45 Uhr wurde die Beute, über deren Wert die Polizei keine Angaben macht, von einem unbekannten Mann abgeholt. Laut Polizei sprach der kein Wort, nahm die naturweiße Stofftasche mit grünem Aufdruck und ging. Der Abholer soll ein schlanker, junger Mann gewesen sein. Er wird auf 30 bis 35 Jahre geschätzt. Er hat kurze, dunkle, glatte Haare und war zur Tatzeit komplett schwarz gekleidet.

Die Polizei hat die Ermittlungen aufgenommen. Sie weist darauf hin, dass sich in jüngster Zeit die sogenannten „Schockanrufe“ im Bereich des Polizeipräsidiums Ulm wieder gehäuft haben. Das Muster dabei ist immer ähnlich: Oft geben sich die Betrüger am Telefon als Verwandte, meist Tochter, Sohn oder Enkel, oder als ein mit einem Vorgang betrauter Polizeibeamter oder Rechtsanwalt aus und täuschen eine Notsituation vor. Die Anrufer berichten etwa von einem Verkehrsunfall, in dessen Folge ein Familienmitglied sofort operiert werden müsse. Die Operation könne jedoch nur dann durchgeführt werden, wenn sie vorher in bar bezahlt wird.

Polizei rät: Sofort auflegen

Auch falsche Mitarbeiter von Software-Unternehmen, falsche Polizeibeamte oder der sogenannte Enkeltrick sollen meist ältere Menschen dazu bringen, Geld oder andere Wertgegenstände und Schmuck auszuhändigen oder Überweisungen durchzuführen. Die Polizei rät dringend dazu, sich nicht auf solche Anrufe einzulassen und nie Geld oder Wertgegenstände an Unbekannte zu übergeben. Vielmehr sollte Menschen, die einen solchen Anruf erhalten, auflegen und selbst die 110 wählen.