Mit einem Spatenstich am Weinberg haben die städtische Wohnungs- und Siedlungsgesellschaft (UWS) und die beiden Baugemeinschaften „Ulmer Schachtel“ und „Wohnen am Weinberg“ ihr gemeinsames Bauprojekt auf dem ehemaligen Kasernen-Areal gestartet. Auf einem Grundstück entlang des Schafgarbenwegs entwickeln die drei Projektpartner ein sogenanntes Anker-Anlieger-Projekt.
Die UWS wird eine Tiefgarage zur gemeinsamen Nutzung erstellen, auf der danach die Hochbauten der Projektbeteiligten entstehen. Dort sollen künftig Menschen mit unterschiedlichem Hintergrund in bunter Mischung gemeinsam wohnen und leben.

Innenhof für Treffs

Die UWS werde 40 Prozent ihrer insgesamt 63 Wohnungen dauerhaft als geförderte Wohnungen anbieten, teilt UWS-Geschäftsführer Frank Pinsler mit. „Gemeinsam mit den frei finanzierten Wohnungen und den Eigentümern der Baugemeinschaften sorgen die Wohnprojekte für Vielfalt und langfristig soziale Stabilität im Quartier.“ Auf dem gemeinsamen Innenhof seien auch Aktivitäten und Treffs aller Bewohnerinnen und Bewohner geplant.

Positive CO2-Bilanz

Bei den geplanten Gebäuden handelt es sich vorwiegend um sogenannte Holzhybridbauten. Sie hätten eine deutlich positivere Auswirkung auf die CO2-Bilanz als konventionelle Bauten, heißt es. In den Tiefgaragen soll ein erheblicher Teil der Stellplätze mit Lademöglichkeiten ausgestattet werden, teilt die UWS weiter mit. Alle Wohnungen werden zudem mit Glasfaserverkabelung ausgestattet.

Lob vom Oberbürgermeister

Die barrierefreien und barrierearmen Wohnungen sollen ein breites Angebot für verschiedene Nutzergruppen schaffen. Das nachhaltige Energiekonzept der Gebäude mit einem Energiestandard „KfW-Effizienzhaus 40 NH“ ist mit dem Holzbau, einem Fernwärmeanschluss der Fernwärme Ulm (FUG) und einer entsprechenden Zertifizierung möglich. Die Baugemeinschaften und die UWS leisteten „einen wichtigen Beitrag zur Wohnraumschaffung in Ulm“, sagt Oberbürgermeister Gunter Czisch. Zugleich betont er die Bedeutung des Zukunftsquartiers Weinberg für die gesamte Stadt. „Die digitalen Zukunftsthemen der Stadt werden hier in einem praktischen Umfeld erprobt. Die Bürgerinnen und Bürger auf dem Weg in die Digitalisierung mitzunehmen, wird eine zentrale Zukunftsaufgabe der Stadtgesellschaft sein, um diese Prozesse erfolgreich gestalten zu können.“ Darüber hinaus sei der Spatenstich auch ein Zeichen dafür, „dass in schwieriger Zeit auch weiter in die Zukunft gedacht wird“, so Czisch.

Soziale Mischung als Ziel

UWS-Geschäftsführer Pinsler betont, dass die angestrebte soziale Mischung beispielgebend für ganze Quartiere sein kann. Die Zusammenarbeit mit den Baugemeinschaften sei konstruktiv und von der Grundhaltung geprägt, die beste Lösung für das gesamte Projekt zu ermöglichen. Für Laura Vollmar als Vertreterin der Baugemeinschaft „Wohnen am Weinberg“ ist es von besonderer Bedeutung, Eigentumswohnungen im nachhaltigen Massivholzhaus mit Nachbarn, die man bereits kennt, zu errichten. Die UWS investiert in das Projekt allein 30 Millionen Euro. Bis 2025 soll es fertig sein.

110 Wohnungen und Räume für Gemeinschaft

Insgesamt werden 63 Wohnungen der UWS, 47 Wohnungen der beiden Baugemeinschaften und eine integrierte Tiefgarage für die künftigen Bewohner des Quartiers entstehen. Hinzu kommen 310 Quadratmeter Nutzfläche, die beispielsweise für ein Café, eine Fahrradwerkstatt oder ein Büro genutzt werden können.