Baby im Glascontainer: Lebensretter aus Langenau berichtet bei „Aktenzeichen XY“ von seinem Fund

Eingerahmt von Moderator Rudi Cerne (links), Nadine Bilke, ZDF-Programmdirektorin (2.v.l.), wurde Andreas Bichert (Mitte) mit dem XY-Preis ausgezeichnet, rechts neben ihm Johannes Hendrik Langer, Schauspieler und Laudator, sowie Bundesinnenministerin Nancy Faeser (SPD).
Hannes P. Albert/dpa- Andreas Bichert aus Langenau erhielt den XY-Preis für Zivilcourage.
- Im Oktober 2023 rettete er ein Neugeborenes aus einem Altglascontainer.
- Der Preis ist mit 10.000 Euro dotiert; verliehen von Innenministerin Nancy Faeser.
- Bichert hofft, das Kind bald kennenzulernen; trägt seinen Namen als Zweitnamen.
- Bichert wird am 11. Dezember bei „Aktenzeichen XY... Ungelöst“ zu sehen sein.
Die Zusammenfassung wurde durch künstliche Intelligenz erstellt.
Gemeinsam mit anderen Lebensrettern war Bichert am Mittwochabend in der Sendung "Aktenzeichen XY ... Ungelöst" zu Gast. Eigentlich sollte der 40-Jährige am 6. November vor dem TV-Publikum von seinem Einsatz erzählen, doch wegen des Scheiterns der Ampel-Koalition war die Ausstrahlung der Live-Sendung an dem Abend abgebrochen worden. In einem Einspielfilm wurde der Fall noch einmal nachgestellt, Bichert berichtet darin, wie er das Wimmern des Babys im Glascontainer auf dem Heimweg wahrnahm, zunächst aber weiterging, weil er das Geräusch nicht einordnen konnte. Zu Hause angekommen, ließ ihm die Sache keine Ruhe. Er kehrte um und schaute noch einmal nach – und entdeckte den schon stark unterkühlten kleinen Jungen in dem Container. "XY"-Moderator Rudi Cerne bedankte sich bei Bichert für seine Zivilcourage, der Langenauer sei ein Vorbild für andere.
Am Montag, dem 18. November, hatte Bichert im ZDF-Hauptstadtstudio den mit 10.000 Euro dotierten „XY-Preis – Gemeinsam gegen das Verbrechen“ überreicht bekommen. Dabei waren an dem Abend unter anderem Schirmherrin und Bundesinnenministerin Nancy Faeser und natürlich auch Moderator Rudi Cerne.
Höchster Respekt
Als Begründung, Bichert den Preis zu verleihen, schreibt die Jury, der 40-Jährige habe im Oktober 2023 in Langenau den Mord an einem Neugeborenen verhindert. Dafür gebühre ihm der höchste Respekt, wie das ZDF auf seiner Homepage schreibt.
„Sein Handeln folgte beispielloser Umsicht und Aufmerksamkeit, wodurch er ein noch so junges Menschenleben bewahrt hat“, schreibt das ZDF. In einem Kurzinterview sagte Bichert dem Fernsehsender, dass er gar nicht groß nachgedacht habe über seine Hilfe, alles sei sehr schnell gegangen und er habe mehr aus einem Reflex heraus gehandelt. Selbstverständlich würde er wieder so reagieren, wenn er erneut in eine solche Situation kommen würde. Denn, Warten sei angesichts der ganzen Umstände „keine Option“ gewesen. „Als Vater von zwei Kindern fiel es mir schwer zu begreifen, wie Menschen zu solchen Taten fähig sind. Das beschäftigt mich heute noch.“
Bichert hofft, den Bub bald kennenzulernen
Kennengelernt habe er den Jungen, der bei einer Pflegefamilie lebt, noch nicht. Dass der inzwischen einjährige Bub als Zweitnamen seinen Namen trägt, sei für ihn eine große Ehre, sagte Bichert dem ZDF. Umso mehr freue er sich, dass er ihn wohl bald kennenlernen kann. Kommende Woche habe er einen Termin beim Jugendamt, sagte Bichert in der Sendung am Mittwoch.
Die gerichtliche Aufarbeitung der Tat ist abgeschlossen: Die damals 38-jährige Mutter des Babys ist im Mai dieses Jahres vom Landgericht Ulm wegen versuchten Mordes zu zehn Jahren Haft verurteilt worden.
