B10-Erneuerung in Ulm
: Max Wild übernimmt den Abriss der Brücken

Der Rückbau der Wallstraßenbrücke wird ein schwieriges Projekt. Das Unternehmen ist bereits an der Planung beteiligt.
Von
Chirin Kolb
Ulm
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B10-Erneuerung, Wallstraßenbrücke

Die Wallstraßenbrücke führt über die Bahngleise - eine Herausforderung für den Abbruch.

Live Doku TV im Auftrag der Stadt Ulm
  • Max Wild übernimmt den Rückbau der Wallstraßen- und Blaubeurer-Tor-Brücken in Ulm.
  • Arbeiten starten Dezember 2025 und erfordern 800 Tonnen Traggerüst für Bahnschutz.
  • Neue Wallstraßenbrücke und Blaubeurer-Tor-Tunnel entstehen bis 2030.
  • Projektkosten: 250 Mio. Euro, Land fördert mit 105 Mio. Euro.
  • Erstmals Partnering-Verfahren bei deutschem Infrastrukturprojekt angewandt.

Die Zusammenfassung wurde durch künstliche Intelligenz erstellt.

Es ist eines der größten und teuersten Bauvorhaben der Stadt Ulm: die Erneuerung der B10. Das gewaltige Infrastrukturprojekt umfasst den Neubau der Wallstraßenbrücke, den Bau des Blaubeurer-Tor-Tunnels sowie den Umbau des Blaubeurer Rings. Für die Neubauten müssen die marode Wallstraßenbrücke und die Blaubeurer-Tor-Brücke weichen. Hier kommt Max Wild ins Spiel. Das Unternehmen aus Berkheim (Baden-Württemberg) übernimmt den Rückbau der Wallstraßenbrücke und der Brücke über das Blaubeurer Tor im Rahmen des Partnering-Verfahrens. Ein Mega-Projekt auch für Max Wild, mit einer besonderen Herausforderung: Die Wallstraßenbrücke führt über Bahngleise, daher wird sie im Bahnbereich mit einem individuell anpassbaren Traggerüst unterrüstet. Hierfür kommen rund 800 Tonnen Gerüstmaterial je Richtungsfahrbahn ins Spiel. Im Dezember dieses Jahres starten die Rückbauarbeiten am westlichen Teil der Wallstraßenbrücke.

„Der Rückbau der Wallstraßenbrücke und der Blaubeurer-Tor-Brücke in Ulm ist eines der größten Projekte in der Firmengeschichte von Max Wild. Es ist ein spannendes Rückbauprojekt, das einige Besonderheiten und Herausforderungen für uns bereithält. Ich freue mich sehr, dass wir als Bauunternehmen aus der Region hier im partnerschaftlichen Verfahren unsere Expertise und unser Know-how einbringen können“, erklärt Geschäftsführer Markus Wild.

Infrastruktur der Bahn darf nicht beschädigt werden

Die Wallstraßenbrücke wird in zwei Bauabschnitten rückgebaut. Von Dezember 2025 bis April 2026 findet der Rückbau des westlichen Überbaus statt. Nach der Fertigstellung der westlichen Brückenhälfte baut Max Wild dann den östlichen Überbau der Brücke ab. Dies wird von Dezember 2027 bis April 2028 passieren. Der Brückenabbruch macht Platz für die neue, kürzere und schmälere Wallstraßenbrücke, die im Zuge der Erneuerung der B10 entsteht.

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Weil die Wallstraßenbrücke über 13 Streckengleise und zahlreiche Oberleitungen der Deutschen Bahn verläuft, birgt ihr Rückbau eine besondere Herausforderung für die Experten von Max Wild. Die unter der Brücke liegende Infrastruktur darf bei den Abbrucharbeiten nicht beschädigt werden. Deshalb arbeitet Max Wild beim Brückenrückbau im Bahnbereich mit einem individuell anpassbaren Traggerüst, das die Wallstraßenbrücke während der Abbruchmaßnahmen stützt. „Das Traggerüst besteht aus kleinteiligen Komponenten. Das ermöglicht uns, jedes Bahngleis und jede Oberleitung zu umbauen“, erklärt Fabian Welte, Leiter Arbeitsvorbereitung Abbruch bei der Max Wild GmbH. „Diese Technik haben wir bereits mehrfach in der Praxis eingesetzt. Die Dimension, die das aber an der Wallstraßenbrücke erreicht, ist ein Novum für uns. Wir rechnen mit 800 Tonnen Gerüstmaterial, das von hundert Gerüstbauern rund um die Uhr innerhalb kürzester Zeit auf- und wieder abgebaut werden muss.

Erneuerung B 10: Baustellentermin mit der "Presse an der Presse" Probebohrpfahl-Test vor dem Blaubeurer Tor  Bohrpfahl bei den vorliegenden Untergrundverhältnissen belastet

Tests im Untergrund: Bei Probebelastungen werden Bohrpfähle mit bis zu 2500 Tonnen belastet. Sensoren liefern Daten.

Volkmar Könneke

Den Rückbau der Wallstraßenbrücke hat Max Wild bis ins kleinste Detail in einem 3D-Modell geplant. Bei den Abbrucharbeiten darf nichts dazwischenkommen, denn sie finden unter Vollsperrung der darunterliegenden Bahnstrecken statt, in einem engen Zeitfenster. Die marode Wallstraßenbrücke wird gesägt und die einzelnen Brückensegmente mittels leistungsstärkster Krantechnik ausgehoben.

Der Rückbau der rund 320 Meter langen Brücke über dem Blaubeurer Tor soll ab April 2026 beginnen. Auch das möchten die Experten von Max Wild übernehmen. Hierfür ist Max Wild gerade in der Planungsphase und verfeinert das ursprüngliche Konzept, sodass alle Rahmenbedingungen eingehalten werden. Eine Besonderheit bildet der Rückbau im Bereich Blaubeurer Tor. „Das historische Denkmal bleibt erhalten und muss daher besonders geschützt werden. Dies erfordert den Einsatz verschiedenster Rückbautechnologien vom konventionellen Abbruch bis hin zum segmentweisen Kranaushub“, erklärt Welte.

Einzigartiges „Partnering“-Verfahren

Die Mega-Baustelle wird im so genannten Partnering-Verfahren umgesetzt. Erstmals in Deutschland wird ein Infrastrukturprojekt dieser Art partnerschaftlich organisiert. Bevor es zur finalen Beauftragung der Bauausführung kommt, arbeiten die Stadt Ulm als Auftraggeberin, eine Ingenieursgemeinschaft und die beteiligten Bauunternehmen die Planungen für den Tunnelbau und die Verkehrsanlagen gemeinsam aus. Im Partnering-Verfahren hat die Stadt Ulm die eingebundenen Unternehmen frühzeitig mit ins Boot geholt, um deren Ideen und Know-how in die Planung einfließen zu lassen.

Das war auch im Bereich des Brückenabbruchs der Fall, in dem Max Wild beteiligt ist. „Das Konzept von Max Wild hat uns überzeugt. Es war das wirtschaftlichste und hat unsere zeitlichen Rahmenbedingungen beim Rückbau sogar übertroffen. Daher haben wir an unserem ursprünglichen Konzept zum Brückenabbruch dann einiges geändert und standen in engem Austausch mit Max Wild“, erklärt Gerhard Fraidel, städtischer Projektleiter Erneuerung B10.

Die Arbeitsgemeinschaft für das Großprojekt B10-Erneuerung besteht aus den beiden Bauunternehmen Leonhard Weiss mit Sitz in Göppingen und Matthäus Schmid mit Sitz in Mietingen-Baltringen (beides Baden-Württemberg). Mit Max Wild, als zuständigem Nachunternehmer für den Brückenrückbau, übernimmt ein weiteres Unternehmen aus der Region einen Teil des Großprojekts. „Die Firmen, die aus der Region kommen, haben sich mit der Situation vor Ort gut auseinandergesetzt und engagieren sich extrem für unser Mega-Projekt. Diese Motivation freut mich natürlich sehr“, betont Fraidel.

Die Erneuerung der B10

Bis 2030 erhält die Verkehrsachse B10, die Ulm von Norden nach Süden durchschneidet und eine Barriere zwischen Innenstadt und Weststadt bildet, ein neues Aussehen. Östlich des Blaubeurer Tors entsteht ein rund 200 Meter langer Tunnel, der die Brücke über das Blaubeurer Tor ersetzen wird. Der Ringverkehr wird aufgelöst und zwei mit Ampeln signalisierte Kreuzungen entstehen. Die Wallstraßenbrücke wird durch eine neue Brücke über die Bahngleise ersetzt. Die Gesamtkosten für die Erneuerung der B10 belaufen sich auf rund 250 Millionen Euro. Das Land Baden-Württemberg fördert das kommunale Bauvorhaben mit einer Rekordsumme von 105 Millionen Euro.