Aus des Blautalcenters Ulm
: „Trauerspiel der Willkür und Dummheit“ – so reagiert das Netz

Das Aus des ehemals beliebten Shoppingcenters ist beschlossene Sache. Ende des Jahres rollen die Bagger an – das sorgt für gemischte Reaktionen auf Facebook.
Von
Amelie Schröer
Ulm
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Reaktionen auf Facebook zum Aus des Blautalcenters

Reaktionen auf Facebook zum Aus des Blautalcenters.

Matthias Kessler; Collage: Befunky
  • Das Blautalcenter in Ulm wird Ende des Jahres abgerissen.
  • Es soll ein Stadtquartier mit Wohnungen, Büros und Geschäften entstehen.
  • Viele Ulmer bedauern das Aus und teilen Erinnerungen auf Facebook.
  • Kritik an schlechter Nahverkehrsanbindung und falschem Management.
  • Online-Shopping-Trend trug zum Niedergang des Centers bei.

Die Zusammenfassung wurde durch künstliche Intelligenz erstellt.

Die Wochen des Blautalcenters in Ulm sind gezählt. Ende des Jahres rücken die Bagger an, um das einstige Vorzeige-Einkaufscenter dem Erdboden gleichzumachen. Wo früher täglich tausende Shopping-Freunde die Geschäfte plünderten, haben heute nur noch eine Handvoll Läden ihre Türen geöffnet. Nun soll dort ein lebendiges Stadtquartier mit Wohnungen, Büros, einer Kita, Bäckereien und weiteren Geschäften entstehen. Schon lange zeigt das Blautalcenter nicht mehr die Magie der 1990er und 2000er Jahre, doch das Herz vieler Ulmerinnen und Ulmer hängt noch daran, wie die Facebook-Kommentare unserer Leserinnen und Leser verraten.

So bezeichnet eine Frau das Aus der Shoppingmall als „Riesenverlust“. „Unsere Mädelsausflüge haben oft mit einem Besuch im Blautalcenter begonnen. Beim letzten Mal war es fast wie Sterbebegleitung – nur trostlos.“ Eine Sendenerin war dort vor allem oft mit ihren Kindern. „Das Essensangebot war genial im Gegensatz zu Glacis und das Ambiente viel entspannter und schöner“, schreibt sie. Eine Frau aus Amstetten hat schöne Erinnerungen an die Zeit dort Ende der 1990er Jahre. „Ich kann mich noch sehr gut daran erinnern, als Blümchen da aufgetreten ist und danach Autogramme verteilt hat.“

Kritik am Nahverkehr zum Blautalcenter

Die Gäste schätzten an dem Center vor allem das Angebot. „Da hat man einfach alles bekommen. Von Kleidung bis zu Lebensmitteln alles“, schreibt beispielsweise eine Leserin aus Ulm. Ein Mann ist derselben Meinung: „Es war eigentlich perfekt: viele Geschäfte, günstiges Parken und gelegentliche Events (wie das Festival mit den verschiedenen Bands im ganzen Haus verteilt).“

Andere Leserinnen und Leser versuchen Gründe für das Aus des einstigen Shopping-Magneten zu finden. Ein Leser kritisiert beispielsweise die schlechte Anbindung mit dem öffentlichen Nahverkehr.  „Wer hat schon Lust, bepackt mit Taschen, 20 Minuten auf einen Bus zu warten“, schreibt er. An der Glacis-Galerie funktioniere das, denn die Auswahl an Bussen zum oder in Richtung des ZOB und des UImer Hauptbahnhofs sei groß. „Viele davon fahren über die Neue Mitte, also Rathaus Ulm“, fügt er hinzu. „Nur so kann der öffentliche Nahverkehr bei den Bürgern Punkte sammeln.“ Überhaupt kommt die Lage des Einkaufscenters nicht bei allen gut an. „Das ist doch am Arsch der Welt. Wenn ich einkaufen will, gehe ich in die Stadt“, schreibt ein Leser.

Kritik an falschem Marketing und am Trend des Online-Shoppings

Eine andere Leserin sagt, die Geschäftsleitung habe falsch gemanagt. „Ein Food Palace wäre auch toll gewesen, mit Bowling (wie damals am Augsburger Ring), halt Entertainment usw.“ Ihr pflegt ein weiterer Leser bei, dass der neue Investor BlackRock entschlossen habe, „das Ding abzureißen, da er mit Mietwohnung den zigfachen Profit erwirtschaften kann.“

Eine Ulmerin sieht das ähnlich. „Fakt ist, dass der Abriss zum Bau von Wohnungen ab einem bestimmten Zeitpunkt geplant war und die Läden gezwungen wurden, das Center zu verlassen.“

Ulm Blautalcenter Leerstand

Kaum ein Geschäft hat in dem ehemals sehr beliebten Einkaufszentrum an der Blau noch geöffnet.

Volkmar Könneke

Doch die Geschäftsleitung allein sei nicht für das Ende des Blautalcenters verantwortlich. Einige Leserinnen und Leser sehen eine Mitschuld auch an dem Trend des Online-Shoppings. „Schon lustig, wie die Leute alles online bestellen und dann klagen, dass Läden schließen/Missmanagement betrieben wurde/die Stadt Ulm keine Gewerbeeinnahmen habe“, schreibt beispielsweise einer. Ein anderer hält die großen Einkaufszentren überhaupt für übertrieben. „Nuja, was gibt’s den in solchen Einkaufstempeln großartig für den täglichen Bedarf? (...) Überteuerter Kram, überrannt von Touris und wirklich parken kann man auch nicht.“

Falsch gewirtschaftet hin, traurige Erinnerungen her – viele Kommentare zeigen auch Wut und Missverständnis. Eine Leserin bezeichnet das Aus des Blautalcenters als „Trauerspiel der Willkür und Dummheit“, als „Schande“.

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