Spinnt die astronomische Uhr?
: Ulmer Rathausuhr zeigt Sonnenfinsternis – bei strahlendem Sonnenschein

Die Uhr am Ulmer Rathaus zeigte am Montag Sonnenfinsternis an. Was war da los?
Von
Henning Petershagen
Ulm
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Die Astronomische Uhr zeigte am Montag Sonnenfinsternis an.

Matthias Kessler

Außer dem Saharastaub stand dem Sonnenschein über Ulm am Montag nichts im Wege. Auch der Mond nicht. Das hinderte die astronomische Uhr am Ulmer Rathaus allerdings nicht daran, eine Sonnenfinsternis anzuzeigen. Dies ist der Fall, wenn der Zeiger mit der momentan schwarzen Mondkugel – es herrscht Neumond – über dem Zeiger mit der goldenen Sonne und beide über dem Drachenzeiger liegen. Das bedeutet, dass der Mond sich zwischen die Sonne und die Erde schiebt, die im Mittelpunkt der Uhr zu suchen ist. Und der Drachenzeiger signalisiert, dass Sonne, Mond und Erde auf derselben Linie liegen.

Sonnenfinsternis in USA, Kanada und Mexiko

In einem solchen Fall herrscht Sonnenfinsternis – von der hier aber am Montag nichts zu sehen war. Spinnt die Uhr also? Nein. Die Sonne verfinsterte sich tatsächlich, und zwar total über den USA, Kanada und Mexiko. In Teilen des westlichen Europas war sie wenigstens partiell wahrnehmbar. Halten wir also fest: Die Ulmer Rathausuhr aus dem
16. Jahrhundert zeigte anno 2024 ihren Betrachtern, dass irgendwo auf der Welt der Mond die Sonne verfinstern würde. Und damit hatte sie vollkommen recht.