Anschlussstelle bei Illertissen
: Rinder auf der Autobahn: A7 zwei Stunden gesperrt

Die drei ausgebüxten Tiere sorgten am Dienstag (7.5.2024) zwischen Vöhringen und Illertissen für reichlich Aufregung.
Von
Helga Mäckle
Illertissen
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Weniger Rinder in der Region heißt: Betriebe geben auf.

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Drei Rinder sind am Dienstag bei Illertissen ausgebrochen und haben unter anderem die Autobahnpolizei ordentlich auf Trab gehalten. (Symbolbild)

Peter Kiedaisch

Gegen 15.45 Uhr ging die Eilmeldung des Polizeipräsidiums Kempten ein: Drei Rinder seien seit kurz vor 15 Uhr auf der A7 zwischen Vöhringen und Illertissen unterwegs – auf der Fahrbahn in Richtung Füssen. Kurz vor 18 Uhr sagte ein Sprecher in Kempten auf Nachfrage: Entwarnung. Alle Tiere seien eingefangen, die Autobahn sei nach zwei Stunden Sperrung wieder freigegeben.

Polizei und Landwirt als Tierfänger

Mit vereinten Kräften – Landwirt und Polizei – seien die drei Rinder eingefangen worden, berichtete der Sprecher: „Die Viecher waren natürlich ziemlich aufgeregt“. Die waren zuvor von einer Weide in der Nähe der Rastanlage Tannengarten, also bei der Anschlussstelle Illertissen, ausgebrochen und liefen auf der Fahrbahn in Richtung Süden herum. Wie und warum konnte der Sprecher natürlich nicht sagen.

Zwei der Longhorn-Rinder sprangen laut Polizei sogar über die Mittelleitplanke, in der Folge musste die A7 in beiden Richtungen gesperrt werden. Ein "mutiger Helfer" habe eines der Tiere mit einem Spanngurt an der Leitplanke anbinden können. Inzwischen war der betroffene Landwirt mit einem Viehanhänger an der Autobahn eingetroffen. Die Autobahnmeisterei durchtrennte die Leitplanke, damit das Longhorn-Rind in den Anhänger verladen werden konnte. Ein zweites Rind hatte der Landwirt vorher schon hinter einem Wildschutzzaun in Sicherheit gebracht.

Bulle soll erschossen werden - und überlebt mit Glück

Das dritte Tier, ein Bulle, kam laut dem Polizeibericht nur knapp mit dem Leben davon. Weil er sich nicht in ein mobiles Gehege einschließen oder mit Seilen fangen ließ und zunehmend aggressiver, unberechenbarer wurde, hatte der Landwirt zugestimmt, das Tier zu erschießen. Doch das ging nicht, weil dann Unbeteiligte möglicherweise gefährdet worden wären. Zu der Zeit war schon ein Tierarzt aus Krumbach unterwegs, mit einem Betäubungsgewehr im Gepäck.

Noch bevor er eintraf, gelang es mehreren Landwirten schließlich doch, den Bullen von der Autobahn zu locken, er hatte den Wildschutzzaun aufgeschnitten. Daraufhin konnte der Verkehr gegen 17.30 Uhr wieder freigegeben werden. Doch der Bulle hatte weiterhin keine Lust, in den Anhänger zu steigen, ließ sich immer noch nicht einfangen. Bis ihn der Tierarzt mit seinem Gewehr betäubte.