Selbst wer nicht an Corona erkrankt, bekommt die Auswirkungen der Pandemie zu spüren – teilweise mit gravierenden Folgen. Vor allem Menschen, die finanziell nicht auf Rosen gebettet sind, haben schwer zu kämpfen. Das betrifft elementare Dinge wie den Einkauf von Lebensmitteln oder das Bezahlen der Stromrechnung. Im Frühjahr, als die Tafelläden geschlossen waren, hat eine beispiellose Spendenbereitschaft über die Aktion 100 000 und Ulmer helft rund 150 000 Euro für Tafelläden bewirkt. Mit dem Geld konnten Einkaufsgutscheine in lokalen Lebensmittelmärkten gekauft und über die Tafelläden an Bedürftige verteilt werden.
Mittlerweile ist fast ein Jahr vergangen und die Tafeln haben wieder geöffnet. „Jetzt brauchen wir dringend Geld für die vorgeschriebenen Masken, denn man sollte sie ja regelmäßig wechseln“, sagt Claudia Steinhauer, Leiterin der Abteilung Soziale Dienste beim DRK-Kreisverband Ulm.
Hier naht Hilfe: Der Ulmer Apotheker Timo Ried und seine Frau spenden die 2 Euro Selbstbeteiligung beim Einlösen der Berechtigungsscheine in ihren sieben Apotheken komplett der Aktion 100 000 und hoffen, dass sich möglichst viele Kolleginnen und Kollegen solidarisieren und es ihnen nachtun.

Tafelläden und Notfälle unterstützen

Mit dem Geld sollen unter anderem die Tafelläden in Ulm, Neu-Ulm, Langenau, Erbach, Laichingen, Ehingen, Blaubeuren, Senden, Weißenhorn und Illertissen unterstützt werden – in Form von Masken und Einkaufsgutscheinen für Drogerie- und Hygieneartikel. „Außerdem werden wir mit den Spenden Menschen in besonderen Notlagen helfen“, kündigt Aktionsleiter Karl Bacherle an. Die Kurzarbeit wegen Corona bringe Geringverdiener an den Rand der Existenz. Wie etwa die psychisch schwer angeschlagene Frau, die wegen Kurzarbeit mit den Zahlungen an die SWU im Verzug war und schrieb, dass sie „so Panik habe, ohne Strom zu sein. Und das bei meiner Angsterkrankung“. „Wir konnten verhindern, dass ihr der Strom abgestellt wird. Die Frau war sehr erleichtert“, sagt Bacherle, der jüngst auch mit dringend benötigten Kühlschränken ausgeholfen hat.

Rieds haben bis jetzt neun Apotheken im Boot

Urteil Ein jüngst gesprochenes Urteil des Landgerichts Düsseldorf verfügt, dass Apotheken bei der Abgabe der FFP2-Schutzmasken auf den Berechtigungsschein der Bundesregierung zwingend 2 Euro Selbstbeteiligung von ihren Kunden verlangen.

Idee Das Urteil hat das Ulmer Apotheker-Ehepaar Brigitte und Timo Ried dazu inspiriert, die 2 Euro an die Aktion 100 000 zu spenden. Nicht als „Solonummer“ von Engel-Apotheke und sechs Ried-Apotheken, sondern als gemeinsame Initiative. Karsten Wendt zieht mit den Apotheken im Blautalcenter u. Kaufland mit.

Erweiterung Aktionsleiter Karl Bacherle dehnt das Projekt auf die Region aus.  Apotheken melden sich bitte unter (0731) 156-201, aktion100000@swp.de.

Sie wollen die Aktion 100 000 generell unterstützen? Die Nummern der Spendenkonten finden Sie unter www.aktion100000.de