Zu den bewegendsten Momenten im Jubiläumsjahr der Aktion 100 000 und Ulmer helft gehört eine Geschichte, die Aktionsleiter Karl Bacherle erzählt: Als der Start zur 50. Spendensaison im November vergangenen Jahres veröffentlicht wurde, erhielt er einen Anruf aus einer kleinen Nachbargemeinde Ulms. Ein älterer Herr bat ihn, doch vorbeizukommen. Als Bacherle ankam, lag die SÜDWEST PRESSE aufgeschlagen auf dem Tisch und der alte Herr überraschte den Besucher: Er wolle 50 000 Euro spenden. Er benötige das Geld nicht mehr, und er habe keine Kinder, denen er es vererben könne. Aber die Menschen in der Region bräuchten in diesen schweren Zeiten Unterstützung. Es ist diese Haltung, die die Aktion 100 000 zu etwas ganz Besonderem macht. Das Wissen darum, dass wir in einer Gemeinschaft leben, in der wir aufeinander angewiesen sind.

Auf zum nächsten Rekord für die Menschlichkeit

Die Aktion 100 000 beweist: Die Ulmer und Neu-Ulmer, die ganze Region hat ein Herz für jene, die im Schatten stehen. Das ist diesmal, bei der zweiten Aktion unter Coronabedingungen, noch wichtiger. Gerade Familien, die mit jedem Cent rechnen müssen, verzweifeln angesichts der Energie- und Lebensmittelpreise, die in die Höhe schießen. Hier hilft die Aktion konkret: Hunderte Familien in der Region erhalten – nach Prüfung durch Experten der Stadt Ulm – einen Scheck mit 100 oder 150 Euro, um sich an Weihnachten wenigstens eine Kleinigkeit zu gönnen oder den Kindern ein Geschenk machen zu können.
Wie unsere 51. Aktion ausgehen wird? Leider steht das noch in den Sternen, Corona lässt einfach nicht locker. Das Engagement vieler Menschen, die Konzerte oder andere Veranstaltungen zugunsten der guten Sache ausrichten, steht auf der Kippe. Sind Auftritte erlaubt? Kommen genügend Zuschauer? Großartige Initiativen, wie etwa das geplante Weihnachtssingen des SSV 1846 Ulm Fußball, mussten bereist abgesagt werden. Vergangenes Jahr hat das die Menschen eher motiviert als abgehalten: Am Ende konnte Karl Bacherle über eine Million Euro an Bedürftige und karitative Einrichtungen verteilen – Rekord! Aber Rekorde kann man brechen: Also auf zum nächsten Rekord der Mitmenschlichkeit!