Am Ende ist alles nicht nur gut, sondern spitze: Ausgerechnet in der von Corona gebeutelten Jubiläums-Saison hat sich die Aktion 100 000 und Ulmer helft selbst übertroffen und ihr bisher bestes Ergebnis erzielt. Den Rekord von 1 026 019 Euro haben die vielen, vielen Spenderinnen und Spender ermöglicht. „Wir haben im Vergleich zu früher dreimal so viele Einzelspenden bekommen“, zieht Aktionsleiter Karl Bacherle dankbar Bilanz.
Dem herausragenden Ergebnis angemessen treffen sich die beiden Schirmherren Oberbürgermeister Gunter Czisch und SÜDWEST PRESSE-Chefredakteur Ulrich Becker hoch oben auf dem Berblinger-Turm an der Adlerbastei, um den symbolischen Spendenscheck gemeinsam mit dem Aktionsleiter zu präsentieren. „Das ist ein phänomenales Zeichen der Solidarität von der Bürgerschaft für die Bürgerschaft“, freut sich der Oberbürgermeister. Obwohl die klassischen Charity-Veranstaltungen wegen Corona weggefallen seien, hätten die Menschen gespendet – für ihn „der eigentliche Kick“: „Die Leute wollen helfen.“ Dabei sei sicher mancher Betrag, der für den Urlaub oder das Essengehen gedacht gewesen war, aufs Aktionskonto geflossen.

Region setzt sich für die Region ein

„Alle, die geholfen haben, haben sich damit selbst ein Geschenk gemacht“, spielt Chefredakteur Becker auf die einmalig hohe Summe an. „Sie wollten nicht glänzen, sondern helfen“, meint er und resümiert: „Man kann echt stolz sein. Die Region setzt sich für die Region ein.“  OB Czisch wertet es „als Beweis für Solidarität, Mitmenschlichkeit und Nächstenliebe, dass man in schwierigen Zeiten mehr gibt“. Im Herbst sei die Stimmung im Team schon sehr gedrückt gewesen, gibt Bacherle zu. „Da haben wir rund 50 Veranstaltungen absagen müssen.“ Damit waren hundertausende Euro an Einnahmen weg. Wie sollte nun den vielen Härtefällen und sozialen Institutionen  geholfen werden?

Herz gezeigt

Doch die Leser(innen) machten Geld locker, wo sie nur konnten – und legten auch tatkräftig los. „Ich habe ein neues Bett für Horst K.“, schrieb eine Frau, „Ich kann Frank B.s Kindern Nachhilfe geben“, mailte ein ehemaliger Schulleiter. Ob der großen Hilfsbereitschaft kamen dem Familienvater B. bei der Übergabe seines Schecks im Büro Bacherle die Tränen. Und der diabeteskranke Horst K., der nur ein Paar Schuhe besitzt und viele Hilfsangebote bekommt, ist überwältigt: „Die Leute haben ein Herz. Und das tut unglaublich gut. Ich freue mich über jeden Cent von der Aktion 100 000.“
Lob kommt auch von Sozialexperten, die insgesamt 700 000 Euro bekamen. Bei der Spendenübergabe knackig auf den Punkt bringt es Pfarrerin Petra Frey, Geschäftsführerin des Diakonieverbands Ulm/Alb-Donau. Sie sagt: „Die Aktion 100 000 ist ein Ulmer Modell, das nur zu bejubeln ist.“

in 50 Jahren insgesamt 18,5 Millionen Euro Spenden

Geschichte Im Jahr 1971 startete die SÜDWEST PRESSE die Leseraktion Konto 100 000. Ziel war, 100 000 Mark für Bedürftige zu sammeln. Passend dazu hatte die Benefiz-Initiative damals bei der Sparkasse Ulm das Konto mit der Nr. 100 000. Vor 17 Jahren nahm die Aktion 100 000 die städtische Initiative „Ulmer helft“ unter ihr Dach und heißt seither Aktion 100 000 und Ulmer helft.
Struktur Jeder gespendete Cent geht direkt an Notleidende, die in Ulm, Neu-Ulm und den beiden Landkreisen Alb-Donau und Neu-Ulm leben. Verwaltungskosten entstehen keine, weil das Aktionsteam von den Arbeitgebern SÜDWEST PRESSE und Stadt Ulm für die Sonderaufgabe freigestellt wird. Ansprechpartner bei der SWP ist Aktions-Chef Karl Bacherle, bei der Stadt Ulm ist es Wolfgang Hitzler.
Spendenergebnisse Rechnet man alle Einnahmen der vergangenen 50 Jahre zusammen, hat die Aktion 100 000 und Ulmer helft in Euro umgerechnet insgesamt 18,5 Millionen Euro für Bedürftige in der Region zusammenbekommen.
Kontakt Per E-Mail:
aktion100000@swp.de und per Telefon unter (0731) 156-201.
Mehr Info:
www.aktion100000.de