Aktion 100 000 und Ulmer helft: Kinder begeistert auf Schnäppchenjagd

Daumen hoch: Der sechsjährige Emil und seine Mama freuen sich über das erste erstandene Schnäppchen bei der Versteigerung der Aktion 100 000.
Matthias Kessler- Benefiz-Versteigerung nur für Kinder: Lego-Sets und Freizeitpark-Tickets waren beliebt.
- Emil (6) ersteigerte ein Gravitrax-Auto für 25 Euro, unterstützt von seiner Mutter.
- Die Kids-Time dauerte von 17 bis 18 Uhr, Erwachsene durften nicht bieten.
- Mara (6) gewann zwei Tagespässe für Tripsdrill für 82 Euro.
- Der Erlös unterstützt bedürftige Menschen in Ulm und Umgebung.
Die Zusammenfassung wurde durch künstliche Intelligenz erstellt.
Emil ist für sein Lebensalter von sechs Jahren schon ziemlich abgebrüht: Wie ein Profi reckt der Bub, der noch in die Kita geht, bei der Benefiz-Versteigerung der Aktion 100 000 und Ulmer helft seinen rechten Arm in die Höhe, als das Gravitrax aufgerufen wird. Kurz darauf bekommt Emil auch schon den Zuschlag: Auktionatorin Susanne Rothfuß-Wamsler lässt ihren Hammer aufschlagen und für 25 Euro kann der Junge nach vorn zur Theke im Kornhaus-Saal stürmen, die Geldscheine aus seinem bunten Portemonnaie hinblättern und schließlich den Karton stolz in seine Arme schließen. „Dafür hat Emil seine Taschengeld-Spardose geplündert“, verrät seine Mama, die kaum weniger stolz als ihr Sohn scheint.
Zum ersten Mal ist der Benefiz-Versteigerung am Samstag eine „Kids-Time“ vorgeschaltet, hatte Chris Mertl, Leiter der Aktion 100 000, anfangs erklärt. Von 17 bis 18 Uhr sollen nur Kinder bieten, von den schon zahlreich die Reihen füllenden erwachsenen Schnäppchen-Jägern ist also Zurückhaltung gefragt. Rothfuß-Wamsler grätscht auch unerbittlich ein, wenn doch mal ein großer Arm hochgeht.
Von der Mini-Motorsäge bis zum Riesenteddy reicht das Angebot
Im Angebot ist querbeet alles, was Mädchen- und Bubenherzen höher schlagen lässt: Lego-Sets, Carrera-Bahnen, Tretroller, Playmobil-Feuerwehrautos, ferngesteuerte Hunde und Hubschrauber und Rennautos, Entdecker-Mikroskope, Spiel-Mähdrescher, Riesenteddys und Mini-Motorsägen, Zauber-Kästen, Xylophone, 3-D-Puzzles, auch Spiele-Klassiker wie „Malen nach Zahlen“ und Uno, dieses allerdings in der modernen Extrem-Version. Darüber hinaus sind Eintrittskarten für das Planetarium Laupheim, für Freizeitparks und Waldseilgärten, Kletterhallen, für Kino und extra Kinderführungen bei der Polizei und der Feuerwehr zu haben.
Mara hüpft begeistert auf ihren Platz zurück und schwenkt zwei Tagespässe für den Erlebnispark Tripsdrill. Nervenstark hatte die Sechsjährige zuvor den Bieter-Krimi von 50 Euro auf letztlich 82 Euro überstanden – natürlich unterstützt von ihrer Mutter Heidemarie Schmid. „Mein Patenkind arbeitet dort“, berichtete die Mama, „daher wollten wir ohnehin mal hinfahren.“ Sie freut sich über den doppelten Gewinn: das Schnäppchen und „dass wir damit bei der Aktion 100 000 was Gutes tun“. Denn der Erlös der Versteigerung kommt Menschen aus Ulm und der Region zugute, die Unterstützung brauchen.
Eine Stunde lang geht es rund. Bei einem Lego-Lamborghini schraubt sich der Preis vom Mindestgebot 20 Euro fast bis zum Ladenpreis von 40 Euro hoch. Am Ende sind es 34 Euro, die der Opa für seinen achtjährigen Enkel hinlegt: „Der Hannes liebt solche Autos.“ Der Bub nickt begeistert und schiebt die Schachtel sorgsam unter seinen Stuhl.
Schnäppchenjäger Emil (6) macht sein Ding
Für Emil ist es die erste Versteigerung seines Lebens und seine persönliche Beute-Bilanz kann sich sehen lassen: Außer dem Gravitrax bekommt er noch die Mini-Motorsäge und seine Mutter ergattert zudem noch eine Karte für die Kinder-Aktion der Neu-Ulmer Polizei, bei der eine Blaulicht-Fahrt garantiert ist. Als die aufgerufen wird, meint eine ältere Besucherin fast neidisch: „Das ist sicher eine interessante Sache.“
Beim großen Lego-Bausatz des Harry-Potter-Schlosses Hogwarts meldet sich kein Kind, weil der Preis für Taschengeld-Bezieher doch zu hoch ist. Deshalb lässt Auktionatorin Susanne Rothfuß-Wamsler ausnahmsweise Erwachsene zu. Den Zuschlag für 100 Euro bekommt ein weißhaariger Mann, der in der Ulmer Lego-Szene wohlbekannt ist: Volker Beker von den Klötzlebauern. Er und seine Mitsteiter bauen meist frei Schnauze Szenen und Gebäude aus Ulm nach, beispielsweise das jährliche Nabada im Schaufenster von Spielwaren Gänßlen oder das Kloster Wiblingen samt sommerlichem Open-Air-Konzert. Ist Beker also nur an den vielen Einzelteilen interessiert, um damit den Fundus der Klötzlebauer zu füllen? „Nein! Ich habe tatsächlich vor, das Schloss zu bauen –einfach aus Spaß“, sagt er kurzentschlossen.
Um kurz vor 18 Uhr geht die Kids-Time zu Ende. Rothfuß-Wamsler und das ganze Team der Aktion 100 000 machen eine kurze Pause, dann geht es mit der normalen Versteigerung bis tief in die Nacht weiter.







