Der Krieg ist einem Donnerschlag gleich über die Ukraine gekommen, er jagt seither mit seinen Schrecken viele Menschen aus ihrer Heimat. Nur mit wenig Habseligkeiten kommen vor allem Frauen und Kinder in der Fremde an – auch bei uns in Ulm und drumherum. Doch so unglaublich menschenverachtend das Geschehen in der Ukraine ist, so ergreifend solidarisch ist die Hilfe für die Flüchtlinge. Auch hier in der Region tun viele ihr Möglichstes, sie öffnen ihre Herzen und Geldbeutel und manchmal sogar ihre Wohnungen, um Geflüchtete aufzunehmen.
Auch die Aktion 100 000 und Ulmer helft setzt sich ein, rührt eifrig die Spendentrommel und hat in den letzten Wochen bereits viel Geld zusammenbekommen. So konnte bei einem Comedy-Benefiz-Abend im CCU ein Scheck in Höhe von 52 588 Euro präsentiert werden. Die Spende soll Ukraine-Flüchtlingen in Ulm, Neu-Ulm und den beiden angrenzenden Kreisen Alb-Donau und Neu-Ulm zugute kommen.
Und so setzt sich der Spendenbetrag zusammen: Weil die Künstlerinnen und Künstler von „Oma Rosas Schwäbischer Feierabend-Comedy“ im CCU und auch bei einer weiteren Veranstaltung in Münsingen auf ihre Gage verzichteten,  kamen allein durch die Auftritte stolze 18 000 Euro zusammen. Außerdem hatte ein Spendenaufruf in der SÜDWEST PRESSE und auf swp.de durchschlagende Wirkung bei der Leserschaft gezeigt und viel Geld eingebracht.
Aktionsleiter Karl Bacherle kommentiert den Scheck als „schöne erste Summe, die nun verteilt werden könne“. Der Löwenanteil der Spenden ist für die Beschaffung von Lebensmittel- und Drogerieartikeln gedacht. Entsprechende Einkaufsgutscheine kommen von Tafelläden, die aber momentan selbst nicht gut ausgestattet sind. Gutscheine von Super- und Drogeriemärkten, die an die Tafelläden weitergegeben werden, sollen die Lücke füllen. 

IT-Infrastruktur für den Draht in die Heimat aufbauen

Damit die Flüchtlingsunterkünfte in der Römerstraße und am Mähringer Weg angemessen ausgestattet werden können, sind den Sozialen Diensten der Stadt Ulm 10 000 Euro zugedacht. Mit dem Geld sollen unter anderem Raumteiler und Spielgeräte angeschafft sowie eine Telefon- und IT-Infrastruktur für den Kontakt der Flüchtlinge in ihre Heimat aufgebaut werden. „Gerade Frauen mit Kindern müssen sich hier auch wohlfühlen können“, argumentiert Karl Bacherle.
Weitere 10 000 Euro gehen an Projekte des DRK. Dazu gehören unter anderem der Tafelladen und die Begegnungsstätte für Flüchtlinge im Café Jam. Die Projekte werden von ehrenamtlichen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern gestützt.
Auch die Diakonie im Haus der Begegnung greift Flüchtlingen aus der Ukraine unter die Arme, weshalb die Aktion 100 000 runde 5000 Euro Soforthilfe zuschießt. So können sich die Neuankömmlinge dort etwa mit frischen Lebensmitteln eindecken.
Weiterhin ist Solidarität gefragt. „Das Leid, das mit jedem Flüchtling bei uns ankommt, macht einen betroffen“, sagt Karl Bacherle, um gleich hinterherzuschicken: „Doch die unendlich große Hilfsbereitschaft gibt einem viel Hoffnung.“

Helfen Sie weiter mit!

Unterstützung Der Flüchtlingsstrom aus der Ukraine reißt nicht ab. Darum werden auch weiterhin Geldspenden benötigt. Vermerken Sie auf Ihrem Überweisungsträger bitte unter Verwendungszweck das Stichwort „Ukraine“.
Willkommenstaschen Lebensmittel und Hygieneartikel stehen auf der Dringlichkeitsliste ganz oben. Wer helfen möchte, orientiert sich am Einkaufszettel der Sozialen Dienste. Benötigt werden etwa Seife, Deo, Windeln, Lippenpflege, Shampoo, Babyshampoo, Lätzchen, Feuchttücher, Damenbinden und Tampons, Haarbürsten, Babycreme, Taschentücher, Creme, Wattestäbchen, Zahnbürsten und Zahnpasta für Kinder und Erwachsene, Rasierer und  Rasierschaum. Auch Babynahrung, Nudeln, Nudelsoße, Reis, Kekse, Knäckebrot, vegetarische Aufstriche, Zucker, Salz, Pfeffer, Milch, Kakao, Tee, Säfte, Wasser und Öl sind gefragt. „Willkommenstaschen“ können bei der SÜDWEST PRESSE, Frauenstr. 77, im Foyer (Eingang Frauenstraße, 9 - 14 Uhr) oder bei der Pforte (Eingang Neithardtstraße, 8 - 17 Uhr) abgegeben werden.
Noch Fragen? Info gibt es unter (0731) 156-201.