Pisa hat seinen Schiefen Turm, Ulm sein Schiefes Haus. Aber nicht nur das ist schief geraten. Auch Ulm hat einen schiefen Turm, weshalb der Künstler Johannes Pfeiffer den sich Richtung Nordwesten neigenden Metzgerturm in den Mittelpunkt rücken will.

„Verbindung zwischen Geist und Materie herstellen“

Der gebürtige Ulmer hat sich Landart-Projekten verschrieben. Eine seiner Arbeiten – ein halber, hohler Ziegelturm – ist am Congress Centrum installiert. Neben Ziegeln setzt der heute 67-Jährige auch gerne Fäden oder Seile ein. Er sagt: „In meinen Arbeiten geht es um das prekäre Gleichgewicht der Dinge, des Lebens überhaupt. Die Fäden verbinden das Materielle mit dem Immateriellen. Sie stellen also die Verbindung zwischen Materie und Geist her.“ An einer Stange vor dem Metzgerturm will er Seile befestigen und sie bis runter zur Stadtmauer spannen.
Läuft man auf der Stadtmauer entlang, scheint die Installation einer überdimensionalen Zither ohne Resonanzboden gleich. Pfeiffer hat vor, das Kunstwerk im kommenden Jahr zu realisieren, wobei es erst einmal auf Zeit bleiben soll.

Verkauf von Holzdrucken und Prägungen soll Geld für Projekt bringen

Um die Idee in die Tat umzusetzen, fehlt es ihm jedoch an Geld. Deshalb will er das Projekt über den Verkauf von exklusiven, nummerierten und handsignierten Hochdrucken und Prägungen in Kleinst­auflage mitfinanzieren. Diverse Motive sind erhältlich, ein Blatt kostet 480 Euro. Das Beste ist: Der Ulmer, der auch in Tübingen, Berlin und Turin arbeitet, möchte gleichzeitig Gutes tun. Die Hälfte der Einnahmen gibt er an die Aktion 100 000 ab.

Info Die Drucke und Prägungen sind im Kunsthaus Frey, Schwörhausgasse 9, anzuschauen und zu kaufen. Öffnungszeiten: Mo-Fr (10-12.30 Uhr, 14-18 Uhr),
Sa (10-14 Uhr) oder nach Vereinbarung.
www.metzgerturm.de