Ohne ihren unverwüstlichen Optimismus hätte sie die 14 Jahre an der Dialyse und eine erste missglückte Transplantation nicht durchgestanden, sagt Kirsten M. (Name geändert). Sie verbreitet gute Laune, bezeichnet sich als „lebenslustig und kreativ“. Doch vor 20 Jahren wurde ihr Lebensplan, zu dem auch der Kinderwunsch gehörte, radikal über den Haufen geworfen.
Die gelernte Fotografin und Bürokauffrau hatte gerade ihren Job wegen Schließung des Betriebs verloren, da begannen ihre Nieren zu versagen. Die Krankheit nahm immer mehr Raum im Alltag ein, ihre Ehe zerbrach. Nicht jede Partnerschaft halte so eine gravierende Veränderung aus, sagt sie.

Erste Transplantation scheitert

Die künstliche Niere legte den Rhythmus der Tage fest, zunächst in Form der ambulanten und für sie erträglicheren Entgiftung übers Bauchfell, bis die Hämodialyse unvermeidbar wurde. Eine erste Transplantation scheiterte und brachte die Patientin in Lebensgefahr. Sie wartete weitere zehn Jahre auf eine Spende – und bekam sie vor zwei Jahren eingesetzt. Diesmal erfolgreich. „Jeder Tag ist ein Geschenk für mich“, betont sie.

Heizkosten treffen sie hart

In der Küche spielt das alte Telefunken-Röhrenradio ihrer Oma, das die 54-Jährige wie einen Schatz hütet. Zum Glück hat sie eine relativ günstige Wohnung gefunden, denn ihre Rente wegen Erwerbsunfähigkeit ist alles andere als üppig. Daher traf es sie hart, als jetzt eine Heizkosten-Nachzahlung fällig wurde und die Pauschale fürs nächste Jahr verdoppelt wurde.
Das ältere Haus, in dem sie wohnt, ist schlecht isoliert, hat keinen Keller und bekommt wenig Sonnenlicht ab. Kurzum: die Räume sind kalt. „Wer mich im Sommer besucht, findet das toll“, sagt Kirsten M. und lacht trotz ihrer Sorgen. Von klein auf ist sie gewohnt zu sparen. Von der Einstellung her, mit der sie erzogen wurde, sei sie ein spätes „Nachkriegskind“: Sie wuchs bei ihrer Oma auf, und da haben sich Regeln wie „Licht aus, Türen zu, man heizt nicht die Straße“ tief eingeprägt. Daran hält sie sich bis heute eisern.

Kaltes Wasser zur Körperhygiene

Weil vier bis fünf Liter Wasser aus dem Hahn fließen würden, bis es warm wird, wäscht sie sich meist kalt. Sie trägt die Kleidung auf, die eine Freundin nicht mehr benötigt. Dennoch bereiten ihr die Rechnung für die Abfallgebühren und die jährliche Medikamentenzuzahlung regelmäßig Kopfzerbrechen.
Die Nierenerkrankung zog weitere gesundheitliche Schäden nach sich: Kirsten M. leidet an Polyneuropathie, hatte einen Bandscheibenvorfall und fing sich durch die Bluttransfusionen Hepatitis ein.   „Immer wenn es etwas zu verteilen gab, wurde ich bedacht, obwohl ich gar nicht ,hier´ geschrien hatte“, meint sie und fügt hinzu: „Irgendwann ist es auch genug.“

Geld geliehen, um Zahnarzt zu bezahlen

Für eine Zahnarztrechnung musste sie sich Geld leihen. Als ihre Füße zu sehr schmerzten, weil ein Zehennagel eingewachsen war, ließ sie sich eine Spange einsetzen. In der Überzeugung,   die Krankenkasse  übernehme die Kosten. Erst später bemerkte sie den Irrtum: „Ich hatte das falsch gelesen.“ Und das riss ein neues Loch in die Kasse.
Bei aller Kreativität gehen ihr die Ideen aus, wo sie noch etwas einsparen kann für solche Mehrausgaben. Auch würde sie gerne wieder arbeiten – zum Beispiel auf 450-Euro-Basis im Büro oder auch Fotografie-Aufträge annehmen.

Direkte Hilfe für Kirsten M.

Gezielte Unterstützung Wer Kirsten M. unter die Arme greifen möchte, vermerkt auf dem Überweisungsformular unter Verwendungszweck das Stichwort „Kirsten M.“.