Aktion 100 000 hilft Härtefall: Mutter am Rand der Existenz: Der Kühlschrank ist leer

Antonia S. arbeitet in einer maroden Küche, die Schranktüren gehen nicht mehr zu. ⇥
Barbara HinzpeterDie weihnachtliche Girlande überm Esstisch bringt Farbe in die kleine Küche, macht die Ecke gemütlich. Der Adventsschmuck „soll die Kinder ablenken“, sagt Antonia S. (Name geändert). Sie möchte ihre Töchter (16 und 17 Jahre alt) und ihren Sohn (15) etwas aufheitern. Sie trauern sehr um ihre Oma, die vor etwa vier Wochen gestorben ist und wichtige Bezugsperson für die Töchter und den Sohn gewesen war.
Alleinerziehend und mit großer Verantwortung überfordert
Bereits vor sechs Jahren war der heiß geliebte Opa gestorben, der Vater von Antonia S. „Jetzt haben sie nur noch mich. Und ich bin für alles verantwortlich“, sagt die 43-Jährige, die selbst mit dem Verlust ihrer Eltern klarkommen muss. Die neue Situation überfordert die Alleinerziehende, die manchmal nicht weiß, wo ihr der Kopf steht. Umgang mit Ämtern, Schulen und dazu der ewig leere Geldbeutel – „das schlaucht gewaltig“.
Kein Kontakt zum drogenabhängigen Vater
Zum Vater ihrer Kinder hat Antonia S. keinen Kontakt mehr. Fünf Jahre lang lebte sie mit ihm zusammen in Nordrhein-Westfalen. Er habe Drogen konsumiert und sie psychisch fertig gemacht. Da habe sie die Reißleine gezogen und sei nach Ulm zurückgekehrt. „Da oben“, in der 500 Kilometer entfernten Stadt, „war ich fremd“.
Sie war schwanger mit ihrem Sohn, die Töchter waren eineinhalb und zweieinhalb Jahre alt, als sie wieder an der Donau ankam. Eine Wohnung fand sie nicht, fast zwei Jahre lang lebten sie zuerst zu dritt, dann zu viert in eineinhalb Zimmern im Mutter-Kind-Heim. 2010 konnten sie in eine 42 Quadratmeter große Wohnung in einem Ulmer Stadtteil ziehen.
Mangelnde Computerkenntnisse erschweren Umgang mit Ämtern
Unterhaltsvorschuss und Kindergeld reichen gerade so zum Leben. Da darf nichts Unerwartetes dazwischenkommen. „Aber es passiert immer was“, sagt Antonia S. Eine Zeitlang bekam sie Unterstützung durch eine Familienhelferin, bis sie in der Lage war, den Alltag allein zu stemmen. Tatsächlich schien sie alles in den Griff zu bekommen, auch wenn ihr der Umgang mit den Ämtern immer wieder Schwierigkeiten bereitet – zumal sie nicht in der Lage sei, online Termine zu buchen.
Magenverkleinerung und Notoperation am Hals
Bis vor einem Jahr hatte sie extremes Übergewicht und konnte deswegen schon gar nicht mehr aus dem Haus gehen. Die Krankenkasse bezahlte eine Magenverkleinerung, und sie nahm 70 Kilo ab. Als das geschafft war, musste sie sich einer Notoperation am Hals unterziehen. Dann traf sie der nächste schwere Schlag mit dem Tod ihrer Mutter. Zu ihrer eigenen Trauer kommt, dass die Kinder den Verlust der Oma schwer verkraften. Die Tatsache, dass sie in der beengten Wohnung keine Möglichkeit haben, um sich zurückzuziehen, macht es für alle nicht leichter.
Kaputte Betten, Matratzen auf dem Boden
Die Töchter teilen sich ein Schlafzimmer. Die Matratzen liegen auf dem Boden, sämtliche Betten waren kaputt und mussten ausgemustert werden. Auch die Kleiderschränke sind längst aus dem Leim gegangen. „Wir brauchen dringend Möbel“, sagt die 43-Jährige.
Bis vor drei Jahren hatten sie und ihr Sohn in einem Raum geschlafen, inzwischen richtet sich Antonia S. ihr Bett auf dem zerschlissenen Sofa. Trotz Weihnachtsdeko fallen die Mängel in der Küche spätestens auf den zweiten Blick ins Auge: Die Türen der Küchenschränke gehen nicht mehr zu, die Ceran-Kochplatte hat einen mächtigen Sprung.
Kein Geld für Schuhe und Winterjacken
Der Kühlschrank ist leer, wenigstens der Obstkorb ist mit Mandarinen gefüllt – „aber nur am Monatsanfang“. Am Ende des Monats muss jeder Cent mehrfach umgedreht werden. „Es ist alles so teuer geworden. Ich weiß nicht, wie ich den Kindern eine Weihnachtsfreude machen kann“, sagt Antonia S. Sie würde ihrem Trio gerne eine Kleinigkeit schenken. Alle drei Kinder benötigten Schuhe, die Mädchen außerdem warme Winterjacken.
Wer der Familie gezielt unter die Arme greifen möchte, vermerkt auf seinem Überweisungsträger an die Aktion 100 000 und Ulmer helft unter Verwendungszweck das Stichwort „Antonia S.“.
Spendenkonto bei der Volksbank Ulm-Biberach:IBAN DE79 6309 0100 0002 3640 18, BIC ULMVDE66XXX
Bei der Sparkasse Ulm: IBAN DE47 6305 0000 0000 1000 03, BIC SOLADES1ULM
Bei der BW-Bank: IBAN DE05 6005 0101 7439 5013 93, BIC SOLADEST600
